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Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)


Mit dem Kabinettsbeschluss vom 22. November 2005 wurde das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) zum Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) umbenannt. Im Zuständigkeitsbereich des BMELV geht es dabei vor allem um sichere Lebensmittel, um wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaftsbetriebe und um einen ökologisch und sozial intakten ländlichen Raum. Zum 1. Juni 2010 wurde das BMELV umstrukturiert, um unter anderem eine stärkere Verbindung der nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft mit Umwelt-, Klima- und Energieaspekten zu erreichen.
Seine Dienstsitze hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Berlin und Bonn.


Ziele und Aufgaben
Das BMELV arbeitet zu den folgenden vier Schwerpunkten:
Als wichtige Ziele des Ministeriums werden genannt:
  • eine ausgewogene, gesunde Ernährung mit sicheren Lebensmitteln
  • klare Verbraucherrechte und -informationen für die unterschiedlichsten Lebensbereiche
  • eine starke und nachhaltige Landwirtschaft und Perspektiven für unsere ländlichen Räume
Leitung und Organisation
Dem Bundesministerium wird durch einen Bundesminister/in geleitet (zurzeit Ilse Aigner) und der beamtete Staatssekretär Dr. Robert Kloos steht den 6 Abteilungen des Bundesministeriums vor.
Für den Informationsaustausch zwischen Regierung und Parlament sorgen die Parlamentarischen Staatssekretäre Julia Klöckner und Dr. Gerd Müller.

Abteilungen
Das BMELV ist in sechs Abteilungen unterteilt, in denen 900 Mitarbeiter beschäftigt sind.
  • Leitungsstab
  • Zentralabteilung
  • Verbraucherpolitik
  • Ernährung, Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit
  • Ländliche Entwicklung, Agrarmärkte
  • Biobasierte Wirtschaft, Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft
  • EU-Politik, Internationale Zusammenarbeit, Fischerei
Zum Geschäftsbereich des BMELV gehören Bundesbehörden, rechtlich selbstständige Anstalten, die Bundesforschungsanstalten, die Einrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibnitz sowie sonstige institutionelle Zuwendungsempfänger (z.B. Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.) sowie die Beiräte des BMELV als dauerhaft bestehendes Gremium mit beratender Funktion:
  • Wissenschaftlicher Beirat "Verbraucher- und Ernährungspolitik"
  • Wissenschaftlicher Beirat für Agrarpolitik
  • Wissenschaftlicher Beirat für Düngungsfragen
  • Beirat für Biodiversität und genetische Ressourcen
Haushalt
Insgesamt sieht der Haushaltsplan 2011 5,49 Milliarde Euro vor. Diese sind wie folgt auf die Aufgabengebiete des Ministeriums verteilt:

Aufgabenbereich


Landwirtschaftliche Sozialpolitik
Verbesserung der Agrartsruktur und des Küstenschutzes
Forschung und Innovation
Grünlandmilchprogramm
Verbraucherpolitik
Weitere Ausgaben

in Millionen Euro


3728,5
600
389,8
200
160
413,2

in Prozent


68%
11%
7%
4%
3%
7%



Das BMELV und Nachhaltigkeit
Da es eines der Hauptziele des BMELV´s ist, durch eine nachhaltige, landwirtschaftliche Produktion die natürlichen Lebensgrundlagen zu schonen, ist die Forschung des BMELV unter anderem eng mit den Zukunftsthemen Klimaschutz und Nachwachsende Rohstoffe verknüpft. Daher werden auch Forschungsvorhaben in den Bereichen Nachwachsende Rohstoffe und Ökologischer Landbau gefördert. Insgesamt fließen rund 400 Millionen Euro jährlich, um die Forschung des BMELV voranzubringen. Die Wahl der Forschungsfelder orientiert sich an einem Forschungsplan des BMELV, der regelmäßig an die gesellschaftlichen, politischen und technischen Entwicklungen angepasst wird. Zweimal jährlich erscheint der ForschungsReport des BMELV. Im Forschungsportal des BMELV finden sie weitere Informationen zur Forschungsförderung des BMELV.

Innerhalb des vorgegebenen Handlungsrahmens durch die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie hat das BMELV im Jahre 2008 ein BMELV-Nachhaltigkeitskonzept entwickelt, das konkrete Maßnahmen in zehn Handlungsfeldern festlegt:

  1. Klimawandel begegnen – Klimaschutz und Anpassung an sich änderndes Klima
  2. Zukunft nach dem fossilen Zeitalter – Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe
  3. Fruchtbares Land, Vielfalt des Lebens – Erhaltung und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen
  4. Eigene Stärken ausbauen – Wettbewerbsfähigkeit der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft
  5. Perspektiven für das Land – Ländliche Entwicklung und demografischer Wandel
  6. Verbrauchervertrauen und Gesundheit – Sichere Lebensmittel
  7. Leistungsfähigkeit und Lebensqualität – Gesunde Ernährung
  8. Verantwortung der Verbraucher – Nachhaltiger Konsum
  9. Verantwortung in der Welt – Ernährung der Welt sichern
  10. Verantwortung im Geschäftsbereich – Nachhaltigkeit im Verwaltungshandeln
Hier finden Sie die Kurzfassung "Nachhaltigkeit konkret"

Im Aufgabenbereich "Verbraucherschutz" sind auch Themen mit Nachhaltigkeitsbezug zu finden:
Agrarberichte
Zudem ist die Bundesregierung seit dem Jahr 2000 verpflichtet, dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat jährlich einen agrarpolitischen Bericht vorzulegen. Seit einem Beschluss im Jahre 2007 ist ein Agrarbericht nicht mehr jährlich sondern nur noch alle 4 Jahre, das nächste mal im Sommer 2011, vorzulegen. Der Bericht setzt sich mit den Zielen der nationalen Agrarpolitik, der Lage der Agrarwirtschaft, den Maßnahmen der Agrar- und Ernährungspolitik und der Finanzierung der Agrarmaßnahmen auseinander. Damit die Öffentlichkeit sich trotzdem über aktuelle Daten informieren kann, werden ausgewählte Daten und Fakten der Agrarwirtschaft regelmäßg veröffentlicht. Hier finden Sie Artikel zu Agrarberichten der Jahre 2000, 2003 und 2006 und 2011 im Lexikon. Alle Agrarberichte seit 2000 finden Sie im Archiv des BMELV.
Der Agrarbericht 2011 wurde am 11.05.2011 vorgestellt. Hier gibts eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte des Berichtes.

Weitere Projekte mit Nachhaltigkeitsbezug:

  • Internetseite Klimawandel und Klimaschutz im Agrarbereich, die auf einen Beschluss der Agrarministerkonferenz vom September 2008 zurückgeht, im September 2010 online ging und womit die Öffentlichkeit über Forschungsergebnisse im Bereich der Reduzierung von Treibhausgasen, sowie der Anpassung und Minderung der Folgen des Klimawandels informiert und der Übergang dieser Ergebnisse in die Praxis unterstützt werden sollen.
  • Wald - Klima - Konferenz 2010
  • Nachwachsende Rohstoffe
  • Grüne Gentechnik
  • Agro-Biodiversität: "Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die landwirtschaftliche Produktion stärker als bislang an den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Prinzipien der Nachhaltigkeit auszurichten. Die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sollen damit auch einen größeren Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und der biologischen Vielfalt mit ihren natürlichen Ressourcen leisten."
  • Handel und Umwelt
  • Ökologischer Landbau: Gesetzliche Bestimmungen zu Bio-Siegel und Kontrolle im Ökologischen Anbau sowie Leitfäden für Betriebe
  • Energie, Bauen Wohnen
  • Bericht zum Klimaschutz im Bereich Land- und Forstwirtschaft: "Während der letzten Jahrzehnte sind die Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre deutlich angestiegen und die Durchschnittstemperaturen haben sich erhöht. [...] Land- und Forstwirtschaft sind auf vielschichtige Art und Weise vom aktuellen Klimawandel betroffen, können aber auch selbst positive und negative Einflüsse auf den Klimawandel ausüben. Während für die Landwirtschaft Möglichkeiten zur kurzfristigen Adaptation aufgezeigt werden können, sind für die Forstwirtschaft langfristige Anpassungs- und Risikominderungsstrategien erforderlich, wobei Prognosen zukünftiger Entwicklungen grundsätzlich schwieriger sind."
  • Nachhaltige Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft: Im Februar 2000 hat das damalige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BMELF) seine "Nachhaltigkeitsstrategie für die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft in Deutschland" öffentlich zur Diskussion gestellt. Im Jahre 2002 wurde ein Forschungsplan zu diesem Themenkomplex erstellt: Informationen im Lexikon.
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Schlagworte

Agrarbericht, Agrarpolitik, Bundesebene, Bundesministerium, Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Ministerium, Verbraucherpolitik

Letzte Aktualisierung

10.01.2012 11:16