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APUG - Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit


Einflüsse aus der Umwelt, z.B. durch Schadstoffe oder Lärm, können die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen beeinträchtigen. Der Leitgedanke einer nachhaltigen Entwicklung bedeutet für den Bereich "Umwelt und Gesundheit", die Wirtschafts- und Lebensweisen mit den natürlichen Lebensgrundlagen in Einklang zu bringen und damit zugleich eine entscheidende Voraussetzung dafür zu schaffen, dass Gesundheit für alle möglich ist.


1984 beschlossen die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation in der Europäischen Region (WHO-Euro) die Strategie "Gesundheit für alle", mit der sie sich erstmals auf eine gemeinsame Gesundheitspolitik mit einer Reihe von Zielvorgaben bis zum Jahr 2000 einigten. Gesundheit wird dabei nicht allein als Abwesenheit von Krankheit verstanden, sondern bedeutet körperliches, geistiges, psychisches und soziales Wohlbefinden. Die Umwelt ist so zu gestalten, dass sie ein gesundes Leben in diesem Sinne ermöglicht. Auf der fünf Jahre später folgenden Frankfurter Konferenz 1989 wurde die "Europäische Charta Umwelt und Gesundheit" verabschiedet. Mehr dazu hier.

Im Juni 1999 haben das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesumweltministerium der Öffentlichkeit das gemeinsame Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit, kurz APUG d , vorgestellt. Das APUG hat das Ziel, den Umwelt- und Gesundheitsschutz stärker miteinander zu verknüpfen und damit den Schutz der Gesundheit vor Umwelteinflüssen zu verbessern.

Nach Kurzbeschreibung d dient das APUG dem Ziel, "eine Handlungsbasis aufzustellen, auf welcher der Gesundheitszustand der Bürger und Bürgerinnen in Bereichen sichergestellt wird, die durch ungünstige Einflüsse von Umweltnoxen physikalischer Natur, mediengetragenen Umweltnoxen oder durch Aufnahme beim Umgang mit Verbraucherprodukten des täglichen Bedarfs oder durch die Nahrung gefährdet sein können. Das Programm wurde auf dem Hintergrund eines ausführlichen Dokumentationsbandes erstellt, der den aktuellen Sach- und Erkenntnisstand ausführlich darstellt und damit die vorgeschlagenen Ziele und Maßnahmen inhaltlich begründet.." U.a. werden auch medien- und stoffbezogene Qualitätsziele entwickelt für
  • A. Außenluft und Klima
  • B. Innenraumluft
  • C. Wasserressourcen, Boden, Lebensmittel
  • D. Ionisierende Strahlung
  • E. Lärm
  • F. Stoffe und Zubereitungen


"A. Aussenluft und Klima

Qualitätsziel: Flächendeckend gesundheitsverträgliche Luftgüte

Wegen ihrer gesundheitsbeeinträchtigenden oder -schädlichen Auswirkungen sind kanzerogene Luftschadstoffe, bodennahes Ozon und Feinstäube besonders bedeutsam. Weitergehende Berücksichtigung verdient ferner das Zusammenwirken mehrerer Schadstoffe in der Luft. Auch Substanzen, die das Klima beeinflussen (Treibhausgase) oder die die Ozonschicht der Erdatmosphäre angreifen (wie z.B. FCKW), können mittelbar Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben.

Kanzerogene Luftschadstoffe. Hauptemissionsquellen sind der Straßenverkehr, Feuerungsanlagen, Raffinerien, Kokereien und bestimmte produzierende Industrien. Für viele kanzerogene Stoffe können keine Schwellenwertkonzentrationen definiert werden, unterhalb derer keine gesundheitlichen Schädigungen mehr auftreten. Daher sollen die Konzentrationen weitgehend minimiert werden.



Teilziele und Maßnahmen:
  • Verringerung der Konzentration kanzerogener Stoffe in Ballungsgebieten möglichst auf das heutige Luftqualitätsniveau des ländlichen Raumes, z.B. auch durch Verringerung verkehrsbedingter Emissionen (bis zum Jahr 2005 Benzol um 85 % sowie Dieselruß um 50% bezogen auf 1988)
  • Senkung der Emissionsgrenzwerte kanzerogener Stoffe in der TA Luft um 75 %
  • Durchsetzung anspruchsvoller Emissionsgrenzwerte für Kraftfahrzeuge (Euro 3, 4, 5), Verbesserung der Kraftstoffqualitäten
  • Verkehrslenkende Maßnahmen mit dem Ziel der Verkehrsreduzierung und Verkehrsberuhigung; Verkehrsverlagerung auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel."


Links:
Seite des APUG d Download des "Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit", "Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit" d , PDF
Gesundheit21 d , WHO-Strategie der Europäischen Regionen von 1998

[ Zuletzt geändert: 15.02.2006 13:05:53 ]