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Zwischenbericht 2001



Mit Datum 14.11.2001 hat die Enquete-Kommission "Nachhaltige Energieversorgung" einen Zwischenbericht mit dem Titel "Teilbericht zu dem Thema Nachhaltige Energieversorgung auf liberalisierten und globalisierten Märkten: Bestandsaufnahme und Ansatzpunkte d " vorgelegt (Bundestags-Drucksache 14/7509).

"14. Im Zentrum dieses Ersten Berichts stehen die Herausforderungen der Liberalisierung der Energiemärkte für eine effiziente und umweltfreundliche Versorgung basierend auf dem Leitbild der Nachhaltigkeit. Der Bericht gliedert sich in fünf Teile: Im Anschluss an diese Einleitung findet sich in Kapitel 2 zunächst eine Zusammenstellung der wichtigsten Ergebnisse des Ersten Berichts. Kapitel 3 erörtert die zentrale Forderung nach einer nachhaltigen Entwicklung im Energiebereich: Der Einsetzungsauftrag spiegelt die Komplexität der Problematik einer nachhaltig zukunftsfähigen Energieversorgung in Gegenwart und Zukunft wider. Bereits bei der Diskussion darüber, was im Energiebereich als "nachhaltige Entwicklung" anzusehen ist, bestehen z. T. . Dieser Erste Bericht setzt daher bei der Konkretisierung des Leitbilds "nachhaltig zukunftsfähige Entwicklung" im Energiebereich einen ersten inhaltlichen Schwerpunkt. In einem weiteren Schritt wird ein System von energiebezogenen Nachhaltigkeitsindikatoren entwickelt. Dieses Indikatorensystem ist ein Versuch, die wichtigsten ökonomischen, ökologischen und sozialen Faktoren im Energiebereich zu identifizieren und auf diese Weise eine Operationalisierung des abstrakten Leitbildes einer nachhaltigen Energieversorgung zu leisten."

Zu den Indikatoren siehe weiter unten.

159. "... Entscheidend für die Auswirkung all dieser verbrauchssteigernden Faktoren wird daher sein, inwieweit es gelingt, durch rationelle Energieumwandlung und -nutzung den zukünftigen Energieverbrauchszuwachs zu begrenzen und soweit wie möglich vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln. [Sondervotum der Fraktionen der CDU/CSU und FDP einschließlich der von ihnen benannten Sachverständigen: Die Begrenzung und Entkopplung des Energieverbrauchs vom Wirtschaftswachstum ist in den entwickelten Staaten, insbesondere in Deutschland gelungen.)

160. Falls die Entkoppelung von Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum vom Energieverbrauch durch technische und soziale Innovationen nicht oder nur unzureichend gelingt und der Energieverbrauch weiter wie im Trend wächst, ist eine für eine nachhaltige Entwicklung fatale Konsequenz heute schon klar erkennbar: Nach den Projektionen, die eine im Wesentlichen unveränderte Energie- und Klimaschutzpolitik unterstellen, wird die große und zudem stark steigende Energienachfrage mittelfristig nach wie vor auf der Grundlage von fossilen Energieträgern gedeckt. Die Weltenergieversorgung wird danach auch 2020 noch zu rd. 80 % von fossilen Energieträgern dominiert. Öl wird auch dann noch weltweit der wichtigste Energieträger sein, obwohl es vor allem gegenüber Erdgas an Weltmarktanteilen verliert. Der Zugewinn an Wärme- und Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien ist insgesamt gering, wenn keine Gegensteuerungen stattfinden. ... Diese Szenarien bestätigen somit, dass eine Status-quo-Politik nicht im Einklang mit den Erfordernissen einer nachhaltigen Bewirtschaftung von Ressourcen steht und nicht zur Begrenzung oder gar Reduzierung der Treibhausgasemissionen beiträgt. Mit dem vorausgeschätzten, erheblich steigenden Energieverbrauch wäre unvermeidlich eine entsprechende Zunahme der Kohlendioxid-Emissionen verbunden (Tabellen 29 und 30, Seite 86). Regional ergibt sich damit bei den Emissionen ein ähnliches Muster wie beim globalen Energieverbrauch: Reichliche Verdoppelung der Emissionen in den Entwicklungsländern bis 2020 und Erhöhung in den Industrieländern um fast ein Drittel. Aber auch hier gilt, dass die durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen in den Industrieländern auch im Jahre 2020 noch fast fünf Mal so hoch sein würden wie in den Entwicklungsländern."

Einen breiten Raum nimmt in diesem Zwischenbericht die Diskussion der Nachhaltigkeitsindikatoren für den Energiebereich ein. Unter der Überschrift "SIENA – Standard-Indikatoren für Energie und Nachhaltigkeit" hat sich die Enquete-Kommission für ihre Arbeit "99. ... eine Gruppe von Indikatoren ausgewählt, mit deren Hilfe der relative Beitrag einzelner technischer oder ökonomischer Optionen (z. B. der Energiebereitstellung) zu einer nachhaltigen Entwicklung vergleichbar gemacht werden soll. Gleichzeitig sollen für das gesamte Energiesystem sowie seine soziale und wirtschaftliche Einbettung im Rahmen von Soll-/Ist-Vergleichen oder über generelle Entwicklungstrends Aussagen zur Nachhaltigkeitsentwicklung gemacht werden. Alle Indikatoren können für die Nachhaltigkeitsbeobachtung herangezogen werden. Zur Nachhaltigkeitsprognose können nur diejenigen Indikatoren verwendet werden, bei denen Zukunftsprojektionen sinnvoll und möglich sind.

100. Der Satz an Indikatoren umfasst die ökologische, die soziale und die wirtschaftliche Dimension der Nachhaltigkeit. Dabei sind die Indikatoren diesen Dimensionen nicht immer direkt zuzuordnen. Um zu schlüssigen Trendaussagen zu kommen, können die Indikatoren auch zueinander in Beziehung gesetzt werden.

101. Die Indikatoren für die ökologische Dimension beziehen sich vor allem auf den ökologischen Problemdruck, der in besonderem Maße mit dem Energiesektor verbunden ist: anthropogene Klimaänderungen, Schadstoffemissionen, Versauerung von Böden und Gewässern, Boden- und Landschaftsverbrauch, Abfälle, Gewässerbelastungen sowie die Biodiversität.

102. Im Spannungsfeld der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Dimension von Nachhaltigkeit angesiedelt sind die Indikatoren zur Erfassung der Risiken und ihrer Profile für das menschliche Leben, die Gesundheit und die Umwelt im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Energiedienstleistungen durch verschiedene Energietechnologien.

103. Die soziale Dimension ist über richtungssichere Indikatoren nur schwer zu beschreiben. Hier sind noch erhebliche Forschungsarbeiten zu leisten – wie insgesamt auf dem Gebiet der Indikatorik zur Nachhaltigkeit.

104. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Dimension von Nachhaltigkeit können einerseits Indikatoren für Konsum- bzw. Produktionsmuster und andererseits Kostenindikatoren unterschieden werden. Indikatoren für die Kostenseite des Energiesystems erfassen die unterschiedlichen Kostenaspekte, die Indikatoren für die Konsumund Produktionsmuster zielen vor allem auf die Beschreibung von Ressourcennutzung und Effizienz ab. Schließlich werden bei den Indikatoren für Umwelt sowie für die Konsum- und Produktionsmuster Schlüssel- und Zusatzindikatoren unterschieden. Schlüsselindikatoren bezeichnen dabei diejenigen Kennwerte, die auf die jeweils herausragenden Trends bzw. Problemstellungen abzielen. Zusatzindikatoren betreffen weitere Aspekte, die nicht unbeachtet bleiben dürfen."

Mehr zu den Indikatoren und den zahlreichen Sondervoten im Zwischenbericht d ab Seite 42.