Beispiele
Ziele und Wege
Weltpolitik
Deutsche Politik
Europäische Politik
Wirtschaft
Zivilgesellschaft
Geschichte
Impressum
Logo der Aachener Stiftung Kathy Beys Logo der Weesbach Stiftung
 
i Das Lexikon   p drucken   e empfehlen   k Kritik   n neuer Beitrag   Toten Link melden

Weltcharta für die Natur 1982


Im Oktober 1982 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen nach über zwei Jahren Beratung eines vom UN-Umweltprogramm erstellten Entwurfes die "Weltcharta für die Natur d " (Beschluss A/RES/37/7). Diese „Weltcharta für die Natur“ ist ein Verhaltenskodex zur Behandlung der natürlichen Reichtümer auf Weltebene und fordert umfangreiche Maßnahmen für den Schutz und die Erhaltung natürlicher Lebensräume.

Die Weltcharta enthält fünf Grundprinzipien:
  1. Respekt vor der Natur und keine Beeinträchtigung ihrer grundlegenden Prozesse (Nature shall be respected and its essential processes shall not be impaired.)
  2. Erhalt der genetischen Lebensfähigkeit, Erhalt der Arten, Erhalt ihrer Lebensräume (The genetic viability on the earth shall not be compromised; the population levels of all life forms, wild and domesticated, must be at least sufficient for their survival, and to this end necessary habitats shall be safeguarded.)
  3. Erhalt einzigartiger Gebiete und u.a. der Lebensräume seltener oder gefährdeter Arten
  4. Erreichen und Erhalten der optimalen dauerhaften (sustainable) Produktivität der vom Menschen genutzten Ökosysteme und Lebewesen, ohne die Unversehrtheit anderer Ökosysteme oder koexistierender Arten zu gefährden (Ecosystems and organisms, as well as the land, marine and atmospheric resources that are utilized by man, shall be managed to achieve and maintain optimum sustainable productivity, but not in such a way as to endanger the integrity of those other ecosystems or species with which they coexist.)
  5. Schutz der Natur vor Zerstörung durch Kriegführung oder feindliche Aktivitäten (Nature shall be secured against degradation caused by warfare or other hostile activities.).


Eine wichtige Forderung an die Nutzung der Natur lautet:
  1. Die Natur soll nicht verschwendet werden (...), u.a. ( Natural resources shall not be wasted, but used with a restraint appropriate to the principles set forth in the present Charter, in accordance with the following rules:)


(a) Lebende Ressourcen sollen nicht in einem Maß genutzt werden, welches ihre natürliche Regerenationskapazität überschreitet (Living resources shall not be utilized in excess of their natural capacity for regeneration).
  1. Aktivitäten, die einen Einfluss auf die Natur ausüben können, müssen kontrolliert werden, und die besten verfügbaren Technologien (best available technologies), die signifikante Risiken für die Natur oder andere nachteilige Effekte minimieren, sollen eingesetzt werden (...) (Activities which might have an impact on nature shall be controlled, and the best available technologies that minimize significant risks to nature or other adverse effects shall be used; (...)


Zur Umsetzung sieht die Weltcharta vor:
  1. Die in der Charta niedergelegten Grundprinzipien sollen sich in Gesetz und Praxis eines jeden Staates widerspiegeln, ebenso auf internationaler Ebene. (The principles set forth in the present Charter shall be reflected in the law and practice of each State, as well as at the international level.)


Es folgen eine Reihe von Forderungen an den Staat und seine Organe, internationale Organisationen, Einzelnen, Gruppen und Körperschaften (Unternehmen u.ä.), u.a. Kooperation und Standardsetzung.

Im letzten Punkt der Charta (24.) wird noch einmal die Verantwortung des Einzelnen für die Umsetzung der Ziele und Erfordernisse der Weltcharta für die Natur herausgestellt. (Each person has a duty to act in accordance with the provisions of the present Charter; acting individually, in association with others or through participation in the political process, each person shall strive to ensure that the objectives and requirements of the present Charter are met.)

[ Zuletzt geändert: 11.04.2005 17:29:10 ]