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Nachhaltiger Konsum


Individuelle Konsumentscheidungen sind für die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Mit jedem Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung entscheidet der Konsument, in welchen Maße Stoffströme und Energie für die Befriedigung seines Konsumwunsches benötigt werden. Eine Nachhaltige Entwicklung erfordert einen drastischen Rückgang der Stoffströme und des Energieverbrauchs beim Konsum in den Industrieländern.

Eingeführt wurde der Begriff des Nachhaltigen Konsums in der Agenda 21, die auf dem Weltgipfel von Rio 1992 verabschiedet worden ist. Die Agenda 21 befasst sich in ihrem Kapitel 4 d (Consumption Patterns) mit den Änderungen der Konsumgewohnheiten, die für eine nachhaltige Entwicklung unabdingbar sind. Auf dem Weltgipfel 2002 in Johannisburg wurde ein 10-Jahres Programm zur Stärkung des nachhaltigen Konsums beschlossen, dessen Konkretisierung im sg. Marrakesch-Prozess erreicht werden soll.

Der Konsum kann beispielsweise in folgende Bedürfnisfelder unterteilt werden:
  • Ernährung
  • Wohnen
  • Mobilität
  • Kommunikation
  • Freizeit

Für jedes dieser Felder können Konsummuster gefunden werden, die
  • nicht nachhaltig sind,
  • einen genügsamen Lebensstil (Suffizienz) darstellen,
  • besonders energie- und materialeffizient sind (Effizienz).

Nachhaltiger Konsum in diesen Bedürfnisfeldern muss eine Mischung aus Suffizienz und Effizienz sein. Ein effizienter Konsum alleine reduziert nicht zwangsläufig den Energie- oder Materialverbrauch. Dafür sorgt der Rebound- oder Bumerang-Effekt. Er besagt, dass alle Einsparungen von Energie und Material letztlich durch einen quantitativ höheren Konsum überkompensiert wurden. Durch Effizienzverbesserungen können Produkte und Dienstleistungen zu einem günstigeren Preis angeboten werden, so dass sich alleine schon daraus eine Steigerung des Konsums ergibt und eine Konsumspirale in Gang gesetzt werden kann. Die entscheidende Herausforderung für einen nachhaltigen Konsum ist somit eher die Suffizienz und damit die Frage, welches Maß an Konsum ausreichend oder genügend ist. Dieser verbleibende Konsum sollte dann so effizient wie möglich realisiert werden.

Das individuelle Konsumniveau hat nicht zwangsläufig mit der Lebensqualität oder der individuellen Zufriedenheit zu tun. Mit der Erforschung der Zusammenhänge zwischen Konsum und Glück bzw. Lebensqualität ist derzeit insbesondere das Sustainable Europe Research Institute d befasst. Individuelles Glück oder Lebensqualität versucht der Happy Planet Index d messbar zu machen, der
von der New Economics Foundation d herausgebracht und von Friends of The Earth d unterstützt wurde.

Auch Energie- und Materialverbrauch beim Konsum haben nicht notwendigerweise etwas mit Wohlstand oder "Gutem Leben" zu tun. Dies wird besonders deutlich an den unterschiedlichen pro-Kopf-Emissionen von CO2. Es ist sicher nicht richtig, dass es den Luxemburgern beinahe 4 mal so gut geht, wie den Schweizern. Ähnliche Statistiken gibt es für das Abfallaufkommen und andere Indikatoren.

Land
t CO2/Kopf
kg Hausmüll/Kopf
Luxemburg
22,1
250
USA
19,8
720
Russland
10,8
340
Deutschland
10,5
460
Japan
10,1
400
Schweiz
6,1
600
Schweden
6,0
360
China
3,6
k.A.
Indien
1,0
k.A.

Quellen:
Angaben über CO2:Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg d
Angaben über Hausmüllanfall: OECD Environmental Data Compendium 1999

[ Zuletzt geändert: 13.03.2008 20:38:42 ]