Artikel
- Herausforderungen für Unternehmen
- Finanzen
- Wirtschaft
- Firmenwerte in Gefahr
- Grundlagen
- Handlungsebenen
- Informationsquellen
- Konzepte
- Standards und Werkzeuge
- Auszeichnungen für Nachhaltigkeitsberichte
- CO2 Fußabdruck
- Equator Principles
- Global Reporting Initiative
- Global Reporting Initiative (GRI): Indikatoren für Nachhaltigkeitsberichterstattung, GRI-Indikatoren
- ILO: Arbeitsrechte & Menschenrechte
- Integrierte Berichterstattung
- Lageberichte
- Lebenszyklusanalysen & Product Lifecycle Management
- Nachhaltigkeitsberichte & CSR-Berichte
- Nachhaltigkeitsberichterstattung & Finanzmarkt
- Nachhaltigkeitslinie: ISO 26000
- OECD Leitsätze für multinationale Unternehmen
- Ökobilanz: DIN Norm 33926
- Ökobilanzierung & ökologischer Fußabdruck
- Ökoeffizienzanalyse
- Qualitätsstandard - ISO 9000
- Schlüsselkriterien für Nachhaltigkeit (KPI)
- Sozialstandards: SA 8000
- Stakeholderdialoge
- Standards und Werkzeuge
- Sustainability Balanced Scorecard
- Sustainable Excellence Ansatz
- Sustainable Value Ansatz
- Umweltstandards: ISO 14001 & EMAS
- UN Global Compact
- Verbände und Initiativen
- Wirkungszusammenhänge
Schlüsselkriterien für Nachhaltigkeit (KPI)
Großanleger benötigen aussagekräftige Leistungsindikatoren zu Nachhaltigkeit, die kompatibel zu finanziellen Bewertungsansätzen sind. Darum hat die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse & Asset Management (DVFA) Schlüsselindikatoren (englisch „Key Performance Indicators“ - KPIs) für extra-finanzielle Leistungen entwickeln lassen. Sie sollen für Geschäfts-, Lage- und Nachhaltigkeitsberichte dienen und ein Schritt in Richtung zu einer Integration solcher Leistungsindikatoren in die Finanzanalyse sein.
Nachhaltige Schlüsselindikatoren (Sustainable Development-Key Performance Indicators, SD-KPI, siehe Link) hat auch der Münsteraner Wirtschaftswissenschaftler Axel Hesse sondiert - er entwickelte zwischen 2004 bis 2010 ein Berichtskonzept auf Basis nachhaltiger Schlüsselkriterien. Für 68 Branchen gibt es je drei Kriterien als Mindestberichtsanforderung für ihre öko-sozialen Kernherausforderungen. Zwar ist noch unklar, ob sich ein bestimmtes KPI-Modell durchsetzen wird. Doch es zeigt sich, dass der Trend zu mehr Nachhaltigkeit in Lage- und Geschäftsberichten und damit zu mehr Transparenz für Investoren unaufhaltsam ist.
Die DVFA veröffentlichte am 11. März 2008 erstmals ihre Leistungsindikatoren für Nachhaltigkeit (KPI) sowie die Erwartungen der Analysten und Investoren an Berichterstattung und Nachhaltigkeitsmanagement. Die Indikatoren wurden nach praktischer Anwendung in den Unternehmen aktualisiert, die jüngste Version wurde im September 2010 veröffentlicht. Ergänzend dazu wurden Branchenstandards erarbeitet. „Unternehmen müssen ihr Nachhaltigkeits-Reporting systematisieren und für zuverlässige Daten sorgen. Das Reporting muss die wesentlichen KPI enthalten sowie nachvollziehbar, vollständig, kontinuierlich und aktuell sein“, so DVFA-Geschäftsführer Ralf Frank.
Die Indikatoren wurden von der europäischen Vereinigung der Investmentprofis EFFAS bestätigt und übernommen. Überdies sind sie heute integraler Bestandteil des „Global Business Reporting Framework“ des World Business Reporting Network, einem Netzwerk, das 2007 unter anderem von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Universitäten und öffentlichen Trägern wie dem japanischen Wirtschaftsministerium gegründet wurde. Die DVFA hat sie 2007 von einer 30-köpfigen Expertengruppe aus Wirtschaft, Finanzwelt, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen erarbeiten und dann von 220 internationalen Finanzinstituten beurteilen lassen. Von ursprünglich 250 blieben rund 25 allgemein anerkannte Schlüsselkriterien übrig, inzwischen ergänzt durch branchenspezifische Kriterien.
Zahlreiche Unternehmen orientieren sich bereits daran, selbst wenn sie noch nicht für alle Indikatoren die erforderlichen Daten erheben oder veröffentlichen. Das ergab ein Umfrage des „Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments“ im Juli 2010
Indem konventionelle Investoren derartige KPI akzeptieren, halten zumindest zentrale Nachhaltigkeitskriterien Einzug in die konventionelle Aktienanalyse und Firmenbewertung und geben Unternehmen Anhaltpunkte. Denn Unternehmen wissen oft nicht, was sie berichten sollen. Und Finanzanalysten haben ökologische und soziale Aspekte meist nicht im Radar, weil sie zu wenig über deren finanzielle Bedeutung wissen. Ihre Missachtung stellt aber oft einen Bruch der rechtlichen Pflichten institutioneller Investoren dar, wie eine Studie der internationalen Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer für die Finanzinitiative des Umweltprogramms der (UNEP FI) 2005 ergab.
Interne Links zum Thema Berichterstattung
- Nachhaltigkeitsberichte – CSR-Berichte
- Global Reporting Initiative (GRI)
- Nachhaltigkeitsberichterstattung & Finanzmarkt
- Lageberichte
- Schlüsselkriterien für Nachhaltigkeit
- Integrierte Berichterstattung
- Die aktuelle Version der DVFA/Effas-KPI for ESG

- Mindestberichtsanforderungen für bedeutende Nachhaltigkeitsinformationen

- Best Practice-Beispiele

- Handelsblatt-Artikel „Falschen Versprechen auf der Spur“

- Handelsblatt-Artikel „Anleger erhalten mehr Fakten“

- Handelsblatt-Artikel: „Autokonzerne geraten unter Öko-Druck“

- HB-Artikel „Tue Gutes und mache Gewinne - Investoren müssen ESG-Aspekte beachten“

- Ranking „Der Beste Geschäftsbericht“, Manager Magazin








