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UN Millenniumentwicklungsziele, 2000
Auf dem Millenniumgipfel im Jahr 2000
Die Millenniumentwicklungsziele 2000
1. Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
2. Primarschulbildung für alle
3. Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frau
4. Senkung der Kindersterblichkeit
5. Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern
6. Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten
7. Ökologische Nachhaltigkeit
8. Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung
UN-Summit 2010, New York
Vom 20.-22. September 2010 trafen sich die Staats- und Regierungschefs in New York zum UN-Gipfel
Bisherige Entwicklungen, Umsetzungen und zukünftige Herausforderungen
Eine Momentaufnahme des Fortschritts im Jahr 2009 zeigte der Bericht der Vereinten Nationen "The Millennium Development Goals Report 2009
Zu den wichtigsten Erfolgen vor der Wirtschaftskrise zählt unter anderem die Steigerung der Einschulungsrate bei Grundschulen in Entwicklungsländern im Jahr 2007 auf 88%, im Vergleich zu 83% im Jahr 2000. Im südlichen Afrika und Südasien ist die Einschulungsrate zwischen 2000 und 2007 um 15% gestiegen. Auch die Sterberate von Kindern unter fünf Jahren ist weltweit von 12,6 Millionen auf etwa 9 Millionen im Jahr 2007 kontinuierlich zurückgegangen.
Der Millennium-Entwicklungsbericht weist auch auf zukünftige Herausforderungen hin und ruft Regierungen und andere politische und wirtschaftliche Akteure (z.B. NGOs) dazu auf, mehr im Bereich Geschlechtergerechtigkeit und Bildung von Frauen zu tun. Bei der Erhaltung von Artenvielfalt und beim Naturschutz muss laut Bericht ebenfalls mehr getan werden. Klimafreundliche Technologien, Managementsysteme für natürliche Rohstoffe und Zugänge zu sauberem Trinkwasser sollen zukünftig ebenfalls intensiver ausgebaut werden.
Der MDG Monitor
Der MDG Monitor
| Millenniumziel | Fakten |
| Bekämpfung von extremer Armut und Hunger | * 2005 lebten ca. 1,4 Mio. Menschen mit weniger als 1,25 US$ pro Tag. * Jedes Jahr sterben ca. 10 Mio. Menschen an Hunger oder an Krankheiten, die durch Hunger hervorgerufen wurden. * Durch steigende Lebensmittelpreise besteht die Gefahr, dass 100 Mio. Menschen tiefer in Armut geraten. * Es sind weniger Kinder unter fünf Jahren unterernährt: Während die Prozentzahl 1990 bei 33% lag, waren es im Jahr 2006 26%. |
| Primarschulbildung für alle | * Weiteren 28 Mio. Kinder wurde der Schulbesuch seit 1999 ermöglicht. * 75 Mio. Kinder haben keine Schulbildung: 34 Mio. Jungen und 41 Mio. Mädchen. * Mehr als 90% der Kinder in Entwicklungsländern gehen zur Primarschule und 54% besuche_1508n die Sekundarstufe. |
| Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frau | * Zwar haben Frauen bessere Zugangsmöglichkeiten zur Erwerbsarbeit als je zuvor, doch verdienen sie im Schnitt 1/3 weniger als Männer. * 2008 lag der Frauenanteil bei der Belegung von Parlamentssitzen bei 18% weltweit |
| Senkung der Kindersterblichkeit | * Die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren in Entwicklungsländern ist 13 Mal höher als bei Kindern, die in Industrieländern geboren werden. * In 2006 sank die Anzahl toter Kinder zum ersten Mal auf unter 10 Millionen. |
| Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern | * In Entwicklungsländern sterben jährlich mehr als 500,000 Frauen während der Schwangerschaft oder an den Folgen einer Geburt. * Während im Jahr 2004 55% der Frauen ärztliche Unterstützung während der Geburt bekamen, wurden 2006 61% Frauen von Ärzten oder Hebammen betreut. |
| Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten | * Im Jahr 2007 lebten ca. 33,2 Mio. Menschen mit HIV. * Jährlich infizieren sich 350-500 Mio. Kinder mit Malaria und davon sterben jedes Jahr ungefähr 1 Millionen. * Die weltweite Verteilung von Bettnetzen stieg von 1,38 Mio. im Jahr 2004 auf 18 Mio. in 2006. |
| Ökologische Nachhaltigkeit | * Ca. eine Mrd. Menschen wohnen in Slums. * 2,5 Mrd. Menschen leben ohne adäquate sanitäre Einrichtungen. * Seit 1990 haben weitere 1,6 Mrd. Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser. * Falls jede Person auf der Erde den gleichen Energieverbrauch von Personen in entwickelten Ländern hätte, bräuchte man neun weitere Planeten um die Emissionen zu absorbieren. |
| Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung | * Die Anzahl der Festnetztelefonanschlüsse und Mobiltelefone stieg von 530 Mio. in 1990 auf 4 Mrd. im Jahr 2006. * Die Ausgaben für Agrasubventionen der entwickelten Länder ist drei Mal so hoch wie ihre finanzielle Zuwendung zur Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance, ODA) * Aktuell sind 41 arme Länder stark verschuldet. * 33 der verschuldeten Länder bekamen einen Schuldenerlass in einer Höhe von 48 Mrd. US$. |
Milleniumsentwicklungsziele-Bericht
2011
In dem von der UN veröffentlichten Milleniumsentwicklungsziele-Bericht 2011
Gute Ergebnisse:
- In vielen Ländern und Regionen sinkt die Armut weiter
- Einige der ärmsten Länder haben die größten Fortschritte im Bildungsbereich erzielt
- Dank gezielter Interventionen konnte die Kinder- sterblichkeit gesenkt werden
- Durch höheren Mittelaufwand und stärkere Bekämpfung ging die Malariasterblichkeit zurück
- Investitionen in die Verhütung und Behandlung von HIV zeitigen Ergebnisse
- Wirksame Strategien zur Tuberkulosebekämpfung retten Millionen von Menschenleben
- In allen Regionen wurde der Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser weiter verbessert
- FFür die ärmsten Kinder hat sich die Ernährungslage am langsamsten verbessert
- Die Chancen auf produktive Vollbeschäftigung sind für Frauen weiter besonders gering
- Arme Kinder, Mädchen und in Konfliktzonen lebende Kinder besuchen mit höherer Wahrscheinlichkeit keine Schule
- Fortschritte in der Sanitärversorgung gehen oft an den Armen und an Landbewohnern vorbei
- Die Lebenssituation für eine wachsende Zahl armer Stadtbewohner zu verbessern ist nach wie vor eine gewaltige Herausforderung
- Der Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser hat sich nicht gleichmäßig verbessert
Im April 2008 gab die Weltbank zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) den Global Monitoring Report 2008
- "The central messages of the Global Monitoring Report 2008 are clear: urgent action is needed to help the world meet the Millennium Development Goals (MDGs) by 2015; and urgent action is also needed to combat climate change that threatens the well-being of all countries, but particularly of poor countries and poor people. The goals of development and environmental sustainability are closely related, and the paths to those goals have many synergies."
- "Die internationale Gemeinschaft hinkt trotz einiger Fortschritte den Zielen der Millenniumerklärung weiter hinterher. Handelshemmnisse erschweren den Entwicklungsländern den Zugang zu Absatzmärkten, verschärft wird die Lage durch die weltweiten Krisen der Nahrungsmittel- und Finanzmärkte. Zugleich waren die Entwicklungshilfezahlungen der Geberländer zuletzt rückläufig. Ein von einer UN-Kommission Anfang September veröffentlichter Bericht veranschlagt die Finanzierungslücke bei der Erfüllung der Millenniumziele (Millennium Development Goals; MDGs) auf 31,4 Milliarden US-Dollar für die Jahre 2008 bis 2010."
- "Die Millenniumentwicklungsziele können weiterhin erreicht werden, wenn die Weltgemeinschaft ihre Anstrengungen erhöht. Insbesondere in den Regionen und für die Ziele, in denen es bisher kaum Fortschritte gegeben hat, muss das Engagement verstärkt werden. Im Jahr 2010 wird die Weltgemeinschaft den Stand der Umsetzung der Milleniumentwicklungsziele erneut prüfen. Im Zentrum internationaler Bemühungen wird dann die Erarbeitung von angepassten Lösungen gerade für die Länder stehen, die noch am weitesten vom Ziel der ökologisch und sozial nachhaltigen Entwicklung für alle entfernt sind."
Dirk Niebel (FDP-Bundesentwicklungsminister) verkündete am 18.11.2009 in einem Interview mit dem Evangelischen Pressedienst (epd)
- "Wenn es ein Klimaministerium gibt, dann ist es das Entwicklungsministerium. Aus unserem Haushalt wird schon eine Milliarde Euro für Klimaprojekte weltweit pro Jahr bereitgestellt. Wenn wir das intensivieren wollen, werden wir auch mehr Geld in die Hand nehmen. Das muss dann auch bei uns angesiedelt sein, da wir im Vergleich zum Umweltministerium die größeren Möglichkeiten haben, auch in Kombination mit der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit. Wir können aufstocken, umschichten und neue Wege gehen."
- "Wir stehen zum Stufenplan der Europäischen Union, bis 2010 0,51% und bis 2015 0,7% unseres Bruttonationalproduktes für Entwicklung auszugeben. Wir wissen: Zur Umsetzung der Millenniumentwicklungsziele sind innovative Finanzierungsinstrumente unverzichtbar. Die Bundesregierung hat Einnahmen aus dem Emissionshandel bereits in den Haushalten 2008 und 2009 für internationalen Klimaschutz bereitgestellt. Dieses Engagement wird noch ausgebaut."
- aktuelle deutsche Übersicht über den Stand der Entwicklungsziele
(PDF) - "Millenniumdeklaration der Vereinten Nationen"

- United Nation: "Millenium-Entwicklungsziele Bericht 2010" (deutsch)

- United Nations: "The Millennium Development Goals Report 2010" (englisch)

- United Nations: "The Millennium Development Goals Report 2009" (englisch)

- United Nations: "The Millennium Development Goals Report 2008" (englisch)

- BMZ: "Deutschlands Beitrag zu den Millenniumentwicklungszielen" (Stand: März 2009)

- "Global Monitor Report 2008" herausgegeben von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfond

- Regierungserklärung der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, zum Stand der Millenniumentwicklungsziele (29.01.2009, Nr. 12-1)

- Kommunen und Millenniumentwicklungsziele
- Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
- Vereinte Nationen
- Rat für Nachhaltige Entwicklung
- Nachhaltige Entwicklung in Deutschland
- Webseite der Millenniumkampagne (deutsch)

- UN-Informationszentrum zu den Entwicklungszielen

- UN-Summit New York, Sept. 2010

- Rat für Nachhaltige Entwicklung: Millenniumziele: Handelshemmnisse blockieren Entwicklung (25.09.2008)

- Internationale Kampagne: Deine Stimme gegen Armut

- epd-Interview mit Dirk Niebel: „EU-Stufenplan ist keine völkerrechtliche Verpflichtung“. Neuer Entwicklungsminister Niebel will dennoch höheren Etat (18.11.2009)

- MDG Monitor








