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Sustainable Value Ansatz
Für viele Unternehmen ist entscheidend, was Nachhaltigkeit für sie wirtschaftlich – in Euro - bringt. Einzelelemente der Nachhaltigkeit sind gut messbar, etwa sinkende Energie- und Rohstoffkosten bei mehr Energie- und Ressourceneffizienz. Andere Elemente sind weniger gut oder nicht exakt messbar, etwa die Effekte hoher Motivation der Mitarbeiter von Zulieferern.
Einen Ansatz zur Messung der „nachhaltigen Wertschöpfung“ in Euro entwickelten vor einigen Jahren Professor Frank Figge von der Queen’s University Belfast und Tobias Hahn vom Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT). Der ‚Sustainable-Value-Ansatz’ bewertet den Ressourceneinsatz und seine ökonomischen Effekte, wobei erstmals wirtschaftliches Kapital sowie ökologische und soziale Ressourcen analog und in der gleichen Maßeinheit, dem Geld, bewertet. Er vergleicht den Ressourceneinsatz eines Unternehmens mit dem eines Vergleichsmaßstabes. Diese Benchmark kann die gesamte Volkswirtschaft sein oder eine Gruppe vergleichbarer Unternehmen, sei es eine Branche oder Unternehmen eines Aktienindexes.
„Nachhaltigen Mehrwert, Sustainable Value, erzielen Unternehmen immer dann, wenn sie ihre ökonomischen, ökologischen und sozialen Ressourcen effizienter einsetzen als die Konkurrenz“, erläutert Frank Figge. Das Konzept erweitert die Bewertungslogik der Finanzanalyse: Nur wenn Nachhaltigkeitsleistungen wertorientiert erfasst werden, können Unternehmen sie managen, so die Argumentation. Die Bewertung erfolgt anhand von zehn Indikatoren.
Die Sustainable Value Methode wurde 2006 mit Förderung der EU-Kommission branchenübergreifend getestet und 2007 mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums in einer Studie
So haben Unternehmen der Chemiebranche in den letzten Jahren entweder durch geschickten Ressourceneinsatz bis zu 1,6 Mrd. Euro an jährlichem „nachhaltigen“ Mehrwert geschaffen oder im Gegenteil bis zu 2,3 Mrd. Euro durch ineffizienten Ressourceneinsatz an Wert vernichtet. Zu dem Ergebnis kam Ende 2009 eine internationale Forschergruppe um das IZT. Sie bewertete neun Konzerne über vier Jahre anhand von 13 Indikatoren. Nur zwei Unternehmen erzielten über den gesamten Zeitraum einen positiven nachhaltigen Mehrwert, das heißt sie erwirtschafteten in jedem einzelnen Jahr einen höheren Cashflow mit den von ihnen eingesetzten ökologischen, sozialen und ökonomischen Ressourcen als die Benchmark. Eines benötigte im Vergleich dazu 30 Prozent weniger Ressourcen für einen Euro Cash Flow. Bezogen auf die Firmengröße hat eine andere Firma seine Ressourcen 2007 fast doppelt so effizient eingesetzt wie der Durchschnitt und folglich beinahe doppelt so viel Cash Flow generiert.
Über die Jahre lassen sich auch Verbesserungen oder Verschlechterungen der Nachhaltigkeitsleistungen erkennen. Zu den Indikatoren gehören etwa Kapitaleinsatz, Treibhausgasemissionen, giftige Abfälle, Wasserverbrauch, Arbeitsunfälle und Forschungsbudget. Die Firmenangaben dazu sind nicht stets vollständig. „Unternehmen veröffentlichen sie oft mit erheblicher Zeitverzögerung“, bemängelten die Forscher. Sie sollten Leistungen zu den zentralen Kennzahlen zügiger bekannt geben.
Unterschiede in der Nachhaltigkeitsperformance sind teilweise auf die verschiedenen Produktpaletten der Unternehmen zurück zu führen, doch die Einzelergebnisse zeigten deutlich die Effekte guten Umwelt- und Sozialmanagements. Auch in anderen Branchen und bei Mittelständlern wird das deutlich. Die Anwendbarkeit in kleinen und mittleren Unternehmen wies 2009 ein vom Bundeswirtschaftsministerium gefördertes Projekt nach.
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