Nordrhein-Westfalen: Agenda 21 Bilanz, 1995-2000

Die Bilanz des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen 1995-2000 befasst sich in u.a. in den Kapiteln 2 und 16 mit nachhaltiger Entwicklung:

2. Agenda 21: Nachhaltigkeitsstrategie für NRW
Nachhaltigkeit als Leitmotiv der Landespolitik - Agenda 21 für NRW
"Die Landesregierung hat ihre Politik unter das Leitmotiv der Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit gestellt, sei es in der Land- und Forstwirtschaft, in der Wasser- und Abfallpolitik, in der Eine-Welt-Politik, in der Energiepolitik oder im Wohnungsbau. Das Umweltministerium hat sich besonders dafür eingesetzt, dass dem Grundgedanken der Nachhaltigkeit zur Geltung verholfen wird: Es gilt, unser Handeln so zu gestalten, dass die natürlichen Lebensgrundlagen – und damit die Lebenschancen zukünftiger Generationen – nicht gefährdet werden. ..."

Lokale Agenda 21, Umweltbildung
"Seit Juni 1996 fördert die Landesregierung die landesweite Koordinierungsstelle CAF/Agenda Transfer. In Kooperation mit Agenda Transfer hat die Landesregierung verschiedene Kongresse und Fachtagungen zum Thema Lokale Agenda 21 durchgeführt. Der am 22. Mai 1997 im Öko-Zentrum in der Stadt Hamm durchgeführte Kongress des Umweltministeriums "Lokale Agenda 21 in NRW" war ein wichtiges landespolitisches Signal, um Kreise, kreisfreie Städte und Gemeinden für einen lokalen Agenda-Prozess zu motivieren. Die Veranstaltung zeigte vielfältige Handlungsansätze und Kooperationsmöglichkeiten für die kommunale Ebene auf und bot Raum für Informationsaufnahme, Kontakte und Gespräche. ..."

Modellprojekt "Ökologische Stadt der Zukunft"
Um praktische Beispiele für die Umweltpolitik und den ökologischen Stadtumbau zu fördern haben das Umwelt- und das Städtebauministerium des Landes Nordrhein-Westfalen das Modellprojekt "Ökologische Stadt der Zukunft" ins Leben gerufen. ... Ökologische Stadtentwicklung zeichnet sich dadurch aus, dass die Abhängigkeiten der einzelnen stadtentwicklungspolitischen Handlungsfelder wie Flächennutzung, Verkehr, Energie, Bauen, Wohnen und Wohnumfeld, Abfall, Wasser und Abwasser aufgezeigt und ihre wechselseitigen Wirkungen genutzt werden. Es ist Aufgabe der Städte, für die ökologischen Herausforderungen der einzelnen Handlungsfelder beispielhafte Lösungsansätze zu entwickeln. Dazu sollen innovative Maßnahmen und Projekte gestartet und neue Formen einer Zusammenarbeit von Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltung, Wirtschaft und Politik gefunden werden. Die Landesregierung unterstützt die besonderen ökologischen Projekte und Maßnahmen in den Modellstädten im Rahmen des Modellprojekts "Ökologische Stadt der Zukunft" durch eine prioritäre Berücksichtigung bei vorhandenen Förderprogrammen. Soweit dies nicht möglich ist, erfolgt eine weitere Unterstützung der Modellstädte im Rahmen des Förderprogramms für Agenda 21-Projekte. ..."

16. Klimaschutz und Energieeinsparung
Lokale Agenda und Klimaschutz vor Ort
In Nordhein-Westfalen gehört mehr als ein Drittel aller Kommunen dem „Klimabündnis europäischer Städte an, das sich zur Aufgabe setzt, Klimapolitik zum integralen Bestandteil von kommunaler Politik zu machen. In diesen nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden werden Umwelt- und Klimaschutzpläne erarbeitet und angewendet, kommunale Emissionsinventuren erstellt und kommunale Klimakoordinierungsstellen eingerichtet.

Die Bundessiegerin im kommunalen Klimaschutz 1998 ist in NRW angesiedelt; dieser Preis wurde von der Deutschen Umwelthilfe an die Stadt Münster vergeben. In Münster ist der Klimaschutz außerordentlich weit in die Politik der Stadt integriert: Es wurde dort z.B. auf den Bau einer neuen Müllverbrennungsanlage verzichtet und die Stadt investierte ihre Mittel alternativ in den Bau einer Biomüllvergärungsanlage, an die ein Blockheizkraftwerk angeschlossen ist. Durch diese Anlage wurden (mit Hilfe von Mikroorganismen) die Abfallberege verkleinert und gleichzeitg wird – aus dem Zwischenprodukt Biogas – Strom und Wärme erzeugt. Beides dient dem Klimaschutz. Nicht zuletzt beweist Münster, u.a. mit dem ökologischen Bauernmarkt, dass auch die Landwirtschaft ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, wenn sie sich auf die Versorgung mit regionalen und ökologisch angebauten Nahrungsmitteln konzentriert. Dieser Bereich wird durch das Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft intensiv gefördert.

Die vielfältigen Aktivitäten der Kommunen im Klimaschutz sind ein Ausdruck der landesweiten Förderung lokaler Agenden, durch die landesweite Beratungs- und Koordinationsstelle „Agenda-Transfer“ und das Förderprogramm des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft.

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Externe Links
Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 e.V.

Schlagworte

Nordrhein-Westfalen

Letzte Aktualisierung

03.11.2015 10:42

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