Nordrhein-Westfalen (NRW)

Landesregierung
Nordrhein-Westfalen wird seit den vorgezogenen Neuwahlen am 13. Mai 2012 von einer Koalition aus SPD und Bündnis'90/Die Grünen regiert. Ministerpräsidentin ist Hannelore Kraft (SPD). Die vorherige Regierung löste sich im März auf, nachdem der Haushalt von der Opposition abgelehnt worden war. Im Lexikon finden Sie weitere Informationen zu den vorherigen Landesregierungen und den Nachhaltigkeitsthemen in den Koalitionsverträgen:

Landesweite Nachhaltigkeitsstrategie
Am 29.09.2015 hat die Landesregierung des Bundeslandes NRW den Entwurf einer Nachhaltigkeitsstrategie für Nordrhein-Westfalen verabschiedet, diese soll als Nachhaltigkeitsleitfaden für das Bundesland dienen. In einer zugehörigen Pressemitteilung des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW heißt es "Wir wollen uns gemeinsam auf den Weg zu einer nachhaltigeren Lebens- und Wirtschaftsweise in NRW aufmachen. Auch die Erkenntnisse aus dem jüngsten Weltklimabericht zeigen: Schnelles Handeln ist jetzt ein Muss. Wir müssen heute für morgen handeln", so Umweltminister Johannes Remmel. Entstanden ist der Entwurf aus einem Dialog zwischen Kommunen, Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Mithilfe der Nachhaltigkeitsstrategie sollen die Rahmenbedingungen für ein zukunftsfähiges NRW geschaffen werden. Dazu enthält der Strategieentwurf "Antworten auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen, denen sich das Land in den kommenden Jahrzehnten stellen muss. Dazu gehören beispielsweise der Klimawandel, der Erhalt der Biodiversität, der demografische Wandel und der soziale Zusammenhalt." (Quelle: Presseerklärung zum Entwurf einer Nachhaltigkeitsstrategie)

Der Kern der entworfenen Nachhaltigkeitsstrategie ist ein Ziel- und Indikatorensystem für insgesamt 19 zentrale Handlungsfelder, welche das gesamte Spektrum der Landespolitik umfassen. Die finanziellen Mittel zur Umsetzung werden vom Land NRW gestellt. So werden beispielsweise zwischen 2014 und 2020 ca. 290 Millionen Euro aus dem europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in die Umsetzung des Klimaschutzplans fließen. "Die Europäische Union unterstützt mit diesem Förderprogramm Regionen mit Entwicklungsrückstand und Strukturproblemen. Im Zeitraum von 2014 bis 2018 stehen rund 277 Millionen Euro aus der Städtebauförderung von Bund und Land zur Verfügung. Auch in die anderen Handlungsfelder werden erhebliche Summen investiert." (Quelle: Presseerklärung zum Entwurf einer Nachhaltigkeitsstrategie)


Schwerpunktthemen der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie
Entnommen und zitiert aus der Presseerklärung zum Entwurf einer Nachhaltigkeitsstrategie.

  • Klimaschutz und Energiewende
Die Treibhausgase sollen bis 2020 um mindestens 25 Prozent, bis 2050 um 80 Prozent reduziert werden. Der Anteil des Stroms, der aus Erneuerbaren Energien gewonnen wird, soll bis 2025 bei über 30 Prozent liegen. Weitere Eckpunkte sind die sparsame und effiziente Nutzung der Energieressourcen sowie die Umsetzung kommunaler Klimakonzepte.

  • Schutz natürlicher Ressourcen
Die Umwelt kann ihre Biodiversität nur erhalten, wenn Wald, Wasser, Boden und Luft ausreichend geschützt werden. Bis 2030 soll die Artenvielfalt in NRW wieder erhöht werden. Der Anteil der Arten, die auf der Roten-Liste stehen, soll auf 40 Prozent sinken. Weiterhin spielen die Wahrung und Sicherung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung sowie der nachhaltigen und ökologischen Wasserwirtschaft eine große Rolle.

  • Demografischer Wandel
Die Teilhabe und Selbstbestimmung älterer Menschen in der Mitte unserer Gesellschaft soll sichergestellt werden. Der Anteil alter Menschen, die in betreuten Wohngemeinschaften wohnen oder von ambulanten Diensten versorgt werden, soll gesteigert werden. Gefördert werden auch lokale Konzepte zur altersgerechten Quartiersentwicklung.

  • Sozialer Zusammenhalt
Mit der Leitinitiative "NRW hält zusammen für ein Leben ohne Armut und soziale Ausgrenzung" sollen Armutsrisiken bekämpft und eine gerechte Einkommensverteilung gefördert werden.

  • Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung
Ziel ist eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Metropolregionen, städtischen Regionen und im ländlichen Raum. Die Nachhaltigkeitsstrategie will zukunftsfähige, klimagerechte, soziale und lebenswerte Städte schaffen. Weitere Eckpunkte sind die Förderung von nachhaltigem Konsum und Lebensstilen, einer nachhaltigen Produktion in unseren Kulturlandschaften sowie der Gleichstellung von Frau und Mann in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt. Mit einem Bündel an Maßnahmen soll die Strategie umgesetzt werden. Darunter fallen zum Beispiel Nachhaltigkeitsprüfungen für Gesetze und Verordnungen, Nachhaltigkeitschecks für Landesprogramme sowie eine nachhaltige öffentliche Beschaffung. Mit dem Programm "nachhaltige Landesverwaltung" will das Land mit gutem Beispiel vorangehen und für einen klimaneutralen Gebäudebestand für die Landesgebäude sorgen.

(Quelle: Presseerklärung zum Entwurf einer Nachhaltigkeitsstrategie)

Den vollständigen "Entwurf einer Nachhaltigkeitstrategie für Nordrhein-Westfalen" als pdf erhalten Sie unter diesem Link.
Zahlreiche weitere Informationen erhalten Sie unter www.umwelt.nrw


Nachhaltigkeit in der Praxis
  • Entwurf zu Nachaltigkeitsstrategie für NRW am 29.09.2015
  • Die Umsetzung der Agenda 21 hat für das Land Nordrhein-Westfalen eine hohe Bedeutung. Projekte zum Thema Nachhaltigkeit umfassen z.B. eine Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“. Weitere Informationen dazu gibt es auch auf den Seiten des Landes NRW.
  • Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen zeichnet Projekte und Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit aus: Wettbewerb
  • NRW denkt nach(haltig) ist ein offizielles Projekt der UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.
  • Des Weiteren informiert die am 23.2.2010 gegründete Allianz Allianz Pro Industrie und Nachhaltigkeit über nachhaltigkeitsrelevante Themen.
  • Im Jahr 2001 wurde die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW (LAG 21 NRW) als Kompetenznetzwerk und Aktionsplattform von Kommunen, Kreisen, Institutionen, Verbänden, Kirchen und Gewerkschaften gegründet, die sich mit lokalen Nachhaltigkeitsprozessen beschäftigt und das Ziel hat, globale Nachhaltigkeitsziele für kommunales Engagement aufzubereiten und umzusetzen. 120 Mitglieder aus dem kommunalen Bereich tragen mittlerweile den Verein. Die Kompetenzen der LAG 21 NRW lassen sich in die folgenden Arbeitsfelder unterteilen: Netzwerke und Wissenstransfer; Kommunale Nachhaltigkeitsmanagementsysteme; Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Eine nähere Übersicht über die einzelnen Projekte sowie Referenzen dazu findet man hier. Ausführliche Informationen in Form von Dokumenten finden sich in der Übersicht "Dokumentationen und Broschüren".
Dokumente
Interne Links
Externe Links
www.umwelt.nrw
Landesportal Nordrhein-Westfalen
Landesregierung von Nordrhein-Westfalen
Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“
NRW denkt nach(haltig)
ich bin's! nachhaltig in NRW
Homepage "Schule der Zukunft - Bildung für Nachhaltigkeit"
Allianz Pro Industrie und Nachhaltigkeit
Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW
Interview mit Peter Jahns (Leiter EFA NRW)

Schlagworte

Nordrhein-Westfalen, Politik in Deutschland

Letzte Aktualisierung

16.12.2015 10:15

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