Schweisfurth-Stiftung (Archiv)


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Karl Ludwig Schweisfurth, der Begründer der Stiftung, war Eigentümer von "Herta" und damit einer der größten industriellen Wurstfabrikanten Europas. Aufgrund persönlichen Bewusstseinwandels und der Überzeugung, dass kein Segen auf der Massentierhaltung liegt, verkaufte er 1985 seine Firma und baute einen Landwirtschaftsbetrieb auf, der nach ökologischen Kriterien produzierte und verarbeitete. Im gleichen Jahr gründete er auch die Schweisfurth-Stiftung.

Die Schweisfurth-Stiftung fördert Wege zu ganzheitlichem und erfülltem Leben, in dem Arbeit und Technik in besseren Einklang mit der Natur gebracht werden sollen. Hierzu gehören auch Gesundheit, verstanden als Harmonie von Körper, Geist und Seele. Die in der Satzung genannten Stiftungszwecke werden verwirklicht durch die Förderung der Wissenschaft sowie unter anderem der Erforschung und Entwicklung von


  • naturgemäßen und umweltfreundlichen Methoden des Landbaus und der natur- und artgemäßen Haltung von Tieren
  • umweltfreundlicher Versorgung mit Energie
  • umweltfreundlicher Entsorgung
  • dem Menschen und der Natur gemäßen Bauweisen
  • Mensch und Natur gemäßer Arbeit.
Die Schweisfurth-Stiftung zur Nachhaltigkeit:"Unter Nachhaltigkeit verstehen wir die Nutzung von menschlichen, natürlichen und handwerklich erstellten Ressourcen auf Wegen, die die Anforderungen jetziger Generationen befriedigt ohne zukünftigen Generationen die Möglichkeit der Selbstbestimmung ihrer Ressourcennutzung zu nehmen. Nachhaltigkeit richtet sich nach langfristigen, globalen und ressourcen-orientierten Konzepten. Nachhaltiges Denken und Handeln müssen Ressourcen-orientiert sein, da niemand weiß, was nachfolgende Generationen planen und welchen Wirtschaftssystemen sie folgen werden; also muss der Optionsraum für zukünftige Generationen weitestgehend offen bleiben durch möglichst geringen Verbrauch von Ressourcen heute. Nachhaltiges, agrarkulturelles Tun ist ferner langfristig orientiert, da die Interessen zukünftiger Generationen auf dem Spiel stehen. Gleichzeitig ist es auch global, da nachhaltige Nutzung von Ressourcen in einem Bereich, Land oder Region nicht möglich ist, wenn sie in anderen Bereichen, Ländern oder Regionen nicht praktiziert wird. Nachhaltigkeit – diese Forderung der Industrie- und Konsumgesellschaft – gehört also von jeher zu einer ökologischen Agrar-Kultur. Eine solche Landbewirtschaftung ist an folgenden Kriterien erkennbar:
in ökologischer Hinsicht:

  • Reinhaltung des Wassers und der Luft 
  • verantwortungsbewußter Umgang mit Ressourcen 
  • Verwendung umweltfreundlicher Energieformen
in gesundheitlicher Hinsicht:

  • Erzeugung natürlicher Produkte für die Herstellung von Lebens-Mitteln mit hoher Qualität 
  • Erhalt und Verbesserung des ländlichen Bereichs als Lebensraum und Erholungslandschaft
in marktstrategischer Hinsicht:

  • Verbrauchernahe Vermarktung bei regionaler Orientierung und Kooperation
in sozialer Hinsicht:

  • soziale Absicherung der Mitarbeiter
  • Integration von Benachteiligten
  • Erhalt und Verbesserung des ländlichen Raums als Kulturraum
in pädagogischer Hinsicht:

  • Initiativen zur Umwelterziehung
  • Nutzen der verschiedenen Bildungspotentiale des Lebens und Wirtschaftens auf dem Land
in ethischer Hinsicht:

  • Ehrfurcht vor dem Leben und der Natur
  • Sicherung der Lebensgrundlagen künftiger Generationen
Zielsetzung

Ziel dieses Leitbildes ist es, bei der Herausbildung einer neuen Agrar-Kultur Orientierung für das Feld der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln zu geben.

So wünschenswert ein möglichst umfassender ökologischer Umbau auch sein mag, es gilt, die Realität im Auge zu behalten. Die Vorschläge für eine verbraucherorientierte Neuausrichtung der Agrarpolitik unterscheiden 3 Segmente der Agrarwirtschaft:

Segment 1:
gewerbliche Landwirtschaft

Segment 2:
multifunktionale Landwirtschaft

Segment 3:
ökologische Landwirtschaft, als Teil der multifunktionalen Landwirtschaft

 
Es wird davon ausgegangen, dass die gewerbliche Landwirtschaft perspektivisch auf 15 Prozent sinken und die ökologische Landwirtschaft auf 20 Prozent ansteigen wird. Zwischen diesen beiden Polen verbleiben 65 Prozent multifunktionale Landwirtschaft.
 


Multifunktionalität

Multifunktionalität bedeutet für unser Leitbild, dass bestimmte ökonomische Aktivitäten der Land- und Lebensmittelwirtschaft gleichzeitig zu mehreren gesellschaftlichen Funktionen einen Beitrag leisten. Multifunktioonalität ist ein Aktivitäts-orientierter Begriff, der sich auf spezifische Eigenschaften des Herstellungsprozesses von Lebensmitteln und seiner vielfachen Wirkungen bezieht.
 


Ausblick

Um diese Größen innerhalb der kommenden Jahre erreichen zu können, gilt es, einen Wandlungsprozess der Betriebe zu fördern. Dieser besteht darin, dass möglichst viele gewerbliche, d.h. einen „fabrikmäßigen“ Umgang mit der Natur praktizierende Betriebe sich in multifunktionale oder ökologische Betriebe verwandeln, beziehungsweise bislang multifunktional wirtschaftende Betriebe zu ökologisch wirtschaftenden Betrieben werden."

Die Homepage der Schweisfurth-Stiftung erreichen Sie hier.

Letzte Aktualisierung

14.07.2015 19:08

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