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Hartmut Bossel: Globale Wende, 1998



" Es gibt keinen einzigartigen Zustand der Nachhaltigkeit.

Die Absicherung physischer Nachhaltigkeit ist eindeutig nicht allein ausreichend, um einen nachhaltigen Pfad zu definieren. Eine Fortsetzung gegenwärtiger Trends, wo eine kleine Minderheit im Luxus teils auf Kosten einer unterprivilegierten Minderheit lebt, wäre gesellschaftlich und ethisch auf Dauer nicht nachhaltig. Und eine gerechte, materiell nachhaltige Gesellschaft, die ihre Umgebung mit dem maximal möglichen nachhaltigen Tempo ausbeutet, wäre psychologisch, kulturell und ethisch nicht nachhaltig.

Nachhaltigkeit hat deshalb physische, materielle, ökologische, ökonomische, soziale, kulturelle, psychologische und ethische Dimensionen. Die menschliche Gesellschaft kann nur nachhaltig sein, wenn sie in allen diesen Bereichen nachhaltig ist.

(...)

Nachhaltigkeit ist ein globales und fortdauerndes Projekt, das große und kleine tägliche Beiträge von fast jedem erfordert. Dies mag jetzt wie ein unmögliches Unterfangen erscheinen. Aber da wir keine andere Wahl haben, ist es einfach die natürlichste Sache der Welt. In einigen Jahrzehnten werden unsere Enkelkinder sich fragen, warum dies alles im Anfang so schwierig zu sein schien.“

Zu H. Bossels "Globale Wende".