|
Anfänge
Rio Von Rio nach Johannesburg Weltgipfel Johannesburg 2002 |
Grenzen des Wachstums - Club of Rome 19721972 erschien die Studie "Limits to Growth", auf Deutsch "Die Grenzen des Wachstums", die als eine der Ur-Studien zur nachhaltigen Entwicklung gilt. Sie entstand auf Initiative von und mit Unterstützung des Club of Rome und wurde von der Stiftung Volkswagenwerk d gefördert. Erstellt wurde sie von einem Team von 17 Wissenschaftlern am MIT Massachusetts Institute of Technology d . Die vier Hauptautoren sind (waren) Dr. Donella H. Meadows (gestorben 2001), ihr Mann Dr. Dennis L. Meadows, Dr. Erich K. O. Zahn und Peter Milling. Hier können Sie mehr erfahren:
"Die Grenzen des Wachstums" basierte auf dem Modell der "Dynamik komplexer Systeme" ("Systems Dynamics") einer homogenen Welt, im Buch als "Weltmodell" bezeichnet. Es berücksichtigte die Wechselwirkungen zwischen Bevölkerungsdichte, Nahrungsmittelressourcen, Energie, Material und Kapital, Umweltzerstörung, Landnutzung und so weiter. Es war bewusst ein ganz stark vereinfachtes Modell. In diesem Modell wurden eine Reihe von Szenarien entwickelt, mittels Computersimulation und basierend auf der Entwicklung verschiedener hypothetischer "stabilisierender" politischer Maßnahmen. So gab es
Die Ergebnisse waren immer ähnlich: ein katastrophaler Abfall in der Weltbevölkerung und dem Lebensstandard innerhalb von 50 bis 100 Jahren, wenn die gegenwärtigen Trends anhielten. Der Club of Rome hat in der veröffentlichten Buch-Version eine kritische Würdigung dieser Studie vorgenommen. Die wesentlichen Aussagen sind im folgenden zitiert: "(...) Stärker als je zuvor tendiert die Menschheit gegenwärtig zu beschleunigtem Wachstum der Bevölkerung, rascherer Nutzung von Boden, Steigerung von Produktion, Verbrauch und Erzeugung von Schadstoffen. Man nimmt dabei kurzerhand an, dass der natürliche Lebensraum dies zulasse oder dass Wissenschaft und Technik alle etwaigen Hindernisse überwinden könnten. Wir wollten wissen, bis zu welchem Grad diese Haltung mit den Gegebenheiten auf unserem begrenzten Planeten und den grundlegenden Notwendigkeiten unserer menschlichen Gemeinschaft vereinbar ist. (...) Wir wollten dazu beitragen, die herrschenden Kräfte und die zwischen ihnen wirkenden Beziehungen klar herauszuarbeiten, die auf lange Sicht unser Weltsystem beeinflussen. (...) Wir wollten vor weltweiten Krisenzuständen warnen, die entstehen können, wenn diese Tendenzen anhalten, und Wege zu Veränderungen auf politischem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiet aufzeigen, die derartige Krisen verhindern können. (...) Wir sind überzeugt, dass eine klare Vorstellung über die quantitativen Grenzen unseres Lebensraums und die tragischen Konsequenzen unseres Überschießens seiner Belastbarkeit dafür wesentlich ist, neue Denkgewohnheiten zu entwickeln, die zu einer grundsätzlichen Änderung menschlichen Verhaltens und damit auch der Gesamtstruktur der gegenwärtigen Gesellschaft führen. (...) Unserer Ansicht nach hat der Bevölkerungsdruck auf der Erde bereits eine solche Größe erreicht und ist gleichzeitig so ungleichmäßig verteilt, dass allein das schon die Menschheit veranlassen muss, einen Gleichgewichtszustand anzustreben. (...) Wir vertreten die Ansicht, dass ein weltweiter Gleichgewichtszustand nur erreicht werden kann, wenn sich die Verhältnisse in den sogenannten Entwicklungsländern grundsätzlich verbessern, absolut und relativ gesehen zu den hochentwickelten Industrienationen. Das aber kann nur durch weltweite Maßnahmen erreicht werden. (...) Wir stellen fest, dass das Problem der Entwicklung auf weltweiter Ebene so eng mit anderen globalen Aufgaben verknüpft ist, dass eine übergreifende Strategie zur Lösung aller bedeutenden Probleme erarbeitet werden muss, besonders auch der, die sich aus der Einwirkung des Menschen auf seine Umwelt ergibt. (...) Wir vertreten in der Tat die Ansicht, dass soziale Innovationen nicht mehr länger hinter der technischen zurückbleiben darf, dass die Zeit für eine radikale Reform institutioneller und politischer Prozesse auf allen Ebenen, einschließlich der höchsten, der Ebene der Weltpolitik, reif ist. (...) Zweifellos wird das Einschlagen neuer Wege für die Menschheit eine langfristige gemeinsame Planung und aufeinander abgestimmte, internationale Maßnahmen in einem bisher unbekannten Ausmaß erforderlich machen. (...) Die Hauptverantwortung liegt dabei bei den industriell entwickelten Nationen, nicht weil diese ein besseres Verständnis für die Erfordernisse eines wahrhaft humanen Lebens haben, sondern weil sie das Wachstumssyndrom erzeugt haben und noch immer an der Spitze des Fortschritts stehen, auf dem das Wachstum beruht. Wenn tiefere Einsichten in die Bedingungen und Vorgänge innerhalb des Weltsystems entwickelt werden, so müssen diese Nationen erkennen, dass in einer Welt, die dringend der Stabilität bedarf, ihr hoher Entwicklungsstand nur dann gerechtfertigt ist und toleriert wird, wenn er nicht als Sprungbrett für eine noch raschere Entwicklung, sondern als Ausgangslage für eine gleichmäßigere Verteilung von Wohlstand und Einkommen auf der ganzen Erde benutzt wird. (...) Wir sind schließlich überzeugt, dass jeder vernünftige Versuch, einen dauerhaften Gleichgewichtszustand durch geplante Maßnahmen herbeizuführen, letztlich nur bei grundsätzlicher Änderung der Wert- und Zielvorstellungen des Einzelnen, der Völker und auf der Weltebene von Erfolg gekrönt sein wird. (...) Der Bericht (... ) zeigt, dass es möglich sein wird, eine große, aber zahlenmäßig beschränkte Weltbevölkerung mit einem guten materiellen Lebensstandard zu versorgen, der eine fast unbegrenzte individuelle und soziale Weiterentwicklung gestatten wird." d [ Zuletzt geändert: 11.07.2008 06:22:57 ]
|



