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Vision: Die globale Faktor 4-Strategie für Klimaschutz und Atomausstieg


  1. Wie viel Energie wir herstellen und verbrauchen, unterliegt weder einem Naturgesetz noch dem Marktzwang. Die Energiezukunft ist grundsätzlich gestaltbar.
  2. Wir stehen am Scheideweg: Lassen wir den Energieverbrauch weiter unmäßig ansteigen, droht die (Selbst-)Zerstörung unserer Mit- und Umwelt sowie die Barbarisierung der Weltgesellschaft.
  3. Dabei könnten wir den Wohlstand mehren und gleichzeitig weniger Öl, Gas, Kohle oder Uran verbrauchen. Der prognostizierte Trendzuwachs lässt sich wegsparen - der verbleibende Energiebedarf kann überwiegend durch erneuerbare Energien gedeckt werden.
  4. Wir können noch wählen, aber wir müssen es jetzt tun. (...)
  5. Auch in den armen Ländern muss steigender Lebensstandard nicht mit proportionalem Energiezuwachs verbunden sein - eine Entkopplung ist möglich. (...)
  6. Wir in den reichen Ländern leben auf Kosten der Armen und künftiger Generationen. Wir sind hauptverantwortlich für die Ursachen und schadenersatzpflichtig für die katastrophalen Folgen des Klimaproblems.
  7. Eine Energiewende hat Vorteile für uns: aktive Klimaschutzpolitik ist vorsorgende Industriepolitik und senkt unsere Energiekosten.
  8. Die Verbraucher zählen nicht Kilowattstunden, sondern den Energienutzen, z. B. warme Wohnungen oder kaltes Bier. Solche Energiedienstleistungen können zukünftig mit weit weniger Energie und Kosten bereitgestellt werden.
  9. Zwischen Kundenorientierung und Umweltschutz gibt es daher keinen Widerspruch. Eine 11-Watt-Energiesparlampe kann eine 60-Watt-Glühbirne ersetzen und unseren Geldbeutel um 140 DM und die Umwelt um eine halbe Tonne CO2 entlasten.
  10. Wurde bisher mit Energieverkauf häufig auf Kosten der Umwelt Geld verdient - das Prinzip MEGA-Watt -, sind Investitionen in effizientere Nutzung heute eine profitable Alternative - das Prinzip NEGA-Watt.
  11. Bei veränderten "ökologischen Leitplanken" könnten Energieversorger auch als Effizienzverkäufer erfolgreich sein und Energierechnungen senken, statt Billigenergie zu verramschen. Wettbewerb um billige, aber riskante Kilowattstunden kommt uns alle viel zu teuer.
  12. Die Effizienzrevolution gibt es nicht auf Knopfdruck, sondern in kleinen Portionen - jeden Tag ein bisschen mehr. Netzwerke und müssen geknüpft und Anreizstrukturen verändert werden. Damit gewinnen wir Zeit auf der Suche nach neuen Wohlstandsmodellen - um naturverträglicher zu arbeiten und zu leben.


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