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FTSE4GOOD


Bei dem britischen FTSE4GOOD handelt es sich um einen weltweit führenden Index.

Der FTSE4GOOD ist eine Indexfamilie zu Nachhaltigkeit und Corporate Governance des Londoner Anbieters FTSE. Sie nehmen Unternehmen auf, die sich besonders im Bereich der Corporate Social Responsibility (CSR) engagieren. Diese seit 2001 bestehenden Indizes, die nach dem Best-in-Class-Prinzip arbeiten, werden vielfach als Benchmark von Investoren herangezogen.

Diese Indizes sollen unterschiedliche Investoreninteressen erfüllen. Sie nehmen nach dem Best-in-Class- Prinzip aus 2 400 untersuchten Large-Cap- und Mid-Cap-Unternehmen solche auf, die sich besonders für ihre unternehmerische Verantwortung engagieren. Es gibt vier „handelbare“ und fünf Benchmarkindizes. Letztere enthalten sämtliche Unternehmen der breiten Marktindizes, welche die FTSE4Good-Kriterien erfüllen. Dagegen notieren die handelbaren Indizes die davon größten 50 oder 100 Unternehmen.

Es gibt zahlreiche Ausschlusskriterien und Positivkriterien. Wesentliche Ausschlusskriterien sind die Herstellung von Tabakwaren; das Angebot von wichtigen Bauteilen oder Dienstleistungen für den Bau von Atomwaffen-Systemen; die Herstellung von Waffen-Systemen sowie das Eigentum oder der Betrieb von Atomkraftwerken, Uran-Minen oder Uran-Verarbeitungsanlagen. In den vergangenen Jahren hat der Index aber zusätzliche Hürden für andere Branchen und Geschäftsfelder aufgestellt. Außerdem betreibt ein FTSE-Team aktiven Dialog mit Unternehmen. „Infolgedessen haben bis heute 20 Unternehmen ihre Politiken, Managementsysteme und die Berichterstattung zu Arbeitsstandards in der Beschaffungskette verbessert, acht sind aus dem Index entfernt worden“, hieß es 2012 London.

FTSE4Good teilt Unternehmen beispielsweise im Handlungsfeld „Umwelt“ in drei Kategorien danach ein, wie stark ihre Branche von ökologischen Herausforderungen betroffen ist – dem entsprechend müssen sie entweder alle oder einen Teil
oder so gut wie keine der jeweils genannten Indikatoren für Firmenpolitik, Management und Reporting erfüllen. Neben Kernindikatoren gibt es „wünschenswerte“ Indikatoren. Beim Handlungsfeld „Beschaffungskette“ durchlaufen sämtliche Unternehmen erst drei Filter für Produkte, Länder und Betroffenheit. Für im Filter hängen bleibende Hochrisikofirmen gelten harte Kriterien, um im Index aufgenommen werden zu können. Die Kriterien werden immer wieder verschärft. Gesonderte Kriterien und Prüfverfahren bestehen neben der Beschaffungskette etwa zu den Handlungsfeldern Klimawandel, Bestechung und für die Hersteller von Muttermilchersatzstoffen.

Die Positivkriterien der FTSE4GOOD Index Serie basieren auf den weltweit anerkannten Normen wie denen des UN Global Compact und der Menschenrechtskonvention. Unternehmen müssen auf fünf Feldern aktiv sein: auf ökologische Nachhaltigkeit hinarbeiten, die Menschenrechte achten und fördern, gute Arbeitsbedingungen in der Beschaffungskette vorweisen, Korruption verhindern und den Klimawandel bekämpfen. „Diese sind nicht gleich gewichtet, sondern nach dem Grad des jeweiligen Risikos, das sich bei jedem Unternehmen unterscheidet – je nach Branche, den Ländern, in denen es Geschäfte betreibt, nach Art seiner Zulieferer und der Konsumententypen“, erläutert eine Sprecherin. „Je höher ein Risiko, umso höher sind die Anforderungen, um in den Index zu kommen.“ Es fließen 200 bis 300 Einzeldaten in ein Rating ein.

Damit sichergestellt wird, dass die Kriterien die globalen CSR-Standards widerspiegeln, werden sie regelmäßig überprüft und überarbeitet. Dadurch sind die Unternehmen gezwungen, ständig ihre firmeninternen Vorgaben anzupassen. Research und Unternehmensbewertung lieferte bis 2013 das Research-Netzwerk Imug/Eiris. Aber seit Oktober 2013 kooperiert FTSE nicht mehr mit diesem internationalen Eiris, sondern will eine eigene Methodologie entwickeln.

Es gibt ein Expertenkomitee, das aber nicht ganz unabhängig ist: Ihm gehören Index-Vertreter sowie einige Repräsentanten von Großinvestoren und Investmentspezialisten an. Es wacht über die Einhaltung der Kriterien bei der Indexzusammenstellung, begleitet die Weiterentwicklung der Kriterien und muss Revisionen und neuen Kriterien zustimmen.

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Börse, Börsenindex, FTSE4GOOD, Index, Nachhaltigkeitsindex

Letzte Aktualisierung

06.03.2014 11:12