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Klimawandel und Klimaschutz
Menschliche Aktivitäten haben zu einer deutlichen Erhöhung der Konzentration an Treibhausgasen und Aerosolen, insbesondere Schwefeldioxid, in der Erdatmosphäre seit der vorindustriellen Zeit geführt.
- Mehr Informationen auf unserer Seite Treibhausgase
- Eine Übersicht finden Sie auf unserer Seite zu IPCC AR3: Klimaänderung 2001.
Wie wichtig schnelle und umfassende Maßnahmen zum Klimaschutz sind, belegt eine aktuelle Studie, die der britische Schatzkanzler Gordon Brown bei Sir Nicholas Stern, einem der renommiertesten britischen Ökonomen und ehemaligen Chef-Volkswirt der Weltbank (2000-2003), in Auftrag gegeben hat und die Ende Oktober 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Eine zentrale Aussage lautet: Wenn die Regierungen den Ausstoß des Klimagases CO2 nicht stoppten, drohe die Weltwirtschaft wegen des "größten Marktversagens, das die Erde je gesehen hat", in eine Rezession wie zuletzt Ende der 20er Jahre abzugleiten. Stern kommt zum Schluss, dass 1 % des jährlichen Bruttosozialproduktes reichen könnten, um die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf einem verträglichen Level (500 bis 550 ppm (parts per million, ml/m³) zu stabilisieren und damit katastrophale Entwicklungen des globalen Klimawandels abzuwenden, während die durch Nichtstun entstehenden Klimaschäden 5 bis 20 mal teurer kämen. Doch der Bericht macht auch Mut: "It is still possible to avoid the worst impacts of climate change; but it requires strong and urgent collective action. Delay would be costly and dangerous."
- Mehr dazu hier: STERN REVIEW: The Economics of Climate Change. Executive Summary

Der lange Weg bis Kyoto
Das Kyoto-Protokoll von 1997 ist sicherlich ein Meilenstein in der Geschichte des Klimaschutzes. Dabei hat sich die internationale Staatengemeinschaft - von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen- schon seit Ende der 70er Jahre mit dem Klimawandel, seinen Ursachen, Konsequenzen und erforderlichen Gegenmaßnahmen befasst.1979 - Klimaschutzkonferenz, Genf
Auf der ersten internationalen Klimaschutzkonferenz 1979 (12.-23.2.1979) in Genf diskutierten zahlreiche Experten verschiedener UN-Unterorganisationen über den möglichen Zusammenhang von Klima-Anomalien seit 1972 und der Klimabeeinflussung durch die menschliche Gesellschaft. In der Abschluss-Deklaration wurde darauf hingewiesen, dass die Zunahme des Kohlendioxid-Gehaltes in der Atmosphäre die höchste Aufmerksamkeit der internationalen Staatengemeinschaft verdiene, weil eventuell auch gravierende langfristige Veränderungen des globalen Klimas verursacht werden könnten. Als eine Konsequenz der Genfer Klimakonferenz wurde das Weltklimaprogramm (WCP, World Climate Programme)- Quelle: Proceedings of the World Conference on the Changing Atmosphere: Implications for Global Security. WMO, Nr. 710, 1989
1985 - Wiener Konferenz zum Schutz der stratosphärischen Ozonschicht
Auf der Konferenz zum Schutz der stratosphärischen Ozonschicht in Wien (18.-22.3.1985) unterzeichnen 21 Teilnehmerstaaten die Wiener Konvention zum Schutz der Ozonschicht. Beschlossen wurden allgemeine Verpflichtungen der Unterzeichnerstaaten (u.a. geeignete Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen), Verpflichtungen zur Forschung und systematischen Beobachtung, zur Informationsübermittlung, zur Einrichtung eines Sekretariats, zur Einsetzung einer Konferenz der Vertragsparteien. Mehr dazu im Lexikon auf unserer Seite Wiener Konvention zum Schutz der Ozonschicht/.1987 - Internationale Konferenz zum Schutz der Ozonschicht, Montreal
Die erste Konferenz der Vertragsparteien zur Wiener Konvention war die Internationale Konferenz zum Schutz der Ozonschicht am 14.-16.9.1987 in Montreal. Hier unterzeichneten 48 Staaten das Montrealer Protokoll1988 - 1. Weltklimakonferenz, Toronto
Neun Jahre nach der Genfer Klimakonferenz folgte die 1. Weltklimakonferenz über Veränderungen der Atmosphäre in Toronto (27.-30.6.1988). Rund 300 Natur- und Wirtschaftswissenschaftler, Sozialpolitiker und Umweltschützer aus 48 Staaten diskutierten über die Ursache und Bekämpfung der rapiden Erwärmung der Erde. Im Schlusskommuniqué wurde eindringlich darauf hingewiesen, dass die Gefahren für die Erdatmosphäre bereits so gravierend seien, dass sofortiges Handeln unerlässlich sei. Quelle: Proceedings of the World Conference on the Changing Atmosphere: Implications for Global Security. WMO, Nr. 710, 19891988 - Gründung IPCC
Um alle Informationen über Klimaveränderungen zu erfassen und zu bündeln, insbesondere eine globale Erwärmung des Weltklimas durch menschliches Handeln zu erfassen, riefen die Welt-Meteorologie-Organisation WMO1990 - 2. Weltklimakonferenz in Genf
Das IPCC legte 1990 auf der 2. Weltklimakonferenz in Genf (29.10.-7.11.1990) seinen ersten „Assessment Report“ vor, in dem ein sicherer Anstieg der Treibhausgase als Folge menschlicher Aktivitäten vorausgesagt wurde. Als Reaktion auf den auf dieser Konferenz sichtbaren weltweiten Konsens in Bezug auf die Wirkungen der globalen CO2-Emissionen beschloss die UN-Vollversammlung im Dezember 1990, einen zwischenstaatlichen Verhandlungsprozess zur Vorbereitung eines Rahmenübereinkommens über Klimaänderungen einzurichten (Resolution 45/212). Das eigens dafür eingerichtete „Intergovernmental Negotiating Committee on Climate Change“ (INC) sollte dazu den Text „angemessener Vereinbarungen“ zum Problemfeld „Klimaänderungen“ auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (Erdgipfel, Rio 1992) vorbereiten.1992 - Klima-Rahmenkonvention (KRK)
Die Klima-Rahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change / UNFCCC)1995 - 1. Vertragsstaatenkonferenz zur Klima-Rahmenkonvention (COP1), Bonn
Die erste Konferenz der Vertragsstaaten (Conference of Parties, COP1), vielfach auch als Nachfolgekonferenz zu Rio angesprochen, fand vom 28.3.-7.4.1995 in Berlin statt. Auf dieser Konferenz ging es darum, die Verpflichtungen der Konvention fortzuentwickeln und zu verschärfen. Im Mittelpunkt des Interesses der Konferenz stand insbesondere die Frage, ob die Verpflichtungen, die die Industrieländer eingegangen waren, noch angemessen waren. Mehr dazu auf der Seite 1. Klimaschutzkonferenz 1995, Berlin1997 - 3. Vertragsstaatenkonferenz zur Klima-Rahmenkonvention (COP3), Kyoto
Einen Meilenstein in der Umsetzung der Klimaschutz-Konvention stellt die 3. Vertragsstaaten-Konferenz in Kyoto dar. Das am 11.12.1997 unterzeichnete enthält erstmals rechtsverbindliche Begrenzungs- und Verringerungsverpflichtungen für die Industrieländer.- Mehr dazu auf unserer Seite zum Kyoto-Protokoll.
- Klimarahmenkonvention, Kyoto Protokoll und Forschung zu globalen Umweltveränderungen

- Erfahrungen nach dem ersten Jahr des europäischen Emissionshandels. Auswirkungen auf die weitere Reduktion der Treibhausgasemissionen - INFO-BRIEF - 2006

- STERN REVIEW: The Economics of Climate Change - Langfassung

- STERN REVIEW: The Economics of Climate Change - Kurzfassung

- IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change
- IPCC AR4: Klimaänderungen 2007
- IPCC AR3: Klimaänderungen 2001
- Klimaschutz-Konvention
- Klimawandel - Indikatoren
- Kyoto-Protokoll
- 1. Klimakonferenz Berlin, 1995
- Treibhausgase
- Klimabündnis
- Emissionshandel für Privathaushalte







