Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt - Ein Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte
So lautet der Titel der Studie des
Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie
mit den Herausgebern
Brot für die Welt
,
Evangelischer Entwicklungsdienst (eed)
und
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
. Zwölf Jahre nachdem die erste Studie
"Zukunftsfähiges Deutschland - ein Beitrag zu einer global nachhaltigen Entwicklung" des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie mit den Herausgebern
MISEREOR
und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) herausgegeben wurde, erschien im November 2008 im Fischer Taschenbuch Verlag die zweite Studie.
"Die Studie
- konkretisiert, was Nachhaltigkeit in einem Industrieland mit internationaler Verantwortung bedeutet;
- diskutiert, wie Deutschland die Herausforderungen der Globalisierung kreativ bewältigen kann, wie Politik und Gesellschaft zukunftsfähig werden können;
- benennt Wege und Instrumente, die notwendig sind, um die Wende zu einer nachhaltigen Entwicklung zu erreichen;
- skizziert die Vision einer weltweiten und Generationen übergreifenden Gerechtigkeit und
- macht Mut, in dieser Perspektive zu handeln."
(Quelle:
Homepage Zukunftsfähiges Deutschland
)
Aufbau der Studie
Zunächst werden die Ausgangslagen dargestellt. Dort sind die aktuellen globalen Probleme und Krisen dargestellt und erklärt. Weiterhin wird im Kapitel "Bilanzen" gezeigt, was sich in den letzten Jahren bewegt hat. Dazu wird auch direkt Bezug auf
die erste Studie aus dem Jahr 1996 genommen und analysiert, welche der damaligen Ziele erreicht oder verfehlt wurden. Im nachfolgenden Kapitel geht es darum Leitbilder aufzuzeigen, die für nachhaltige Entwicklungen nötig sind. Die zwei darauffolgenden Kapitel "Kurswechsel in Deutschland und Europa" und "Übereinkünfte global" zeigen Gestaltungsperspektiven für Politik und Wirtschaft einmal in der deutschen und europäischen Gesellschaft auf; zum anderen werden internationale Verbindungen in den Blick genommen. Weiter geht es mit dem Kapitel "Engagement vor Ort", welches einen zentralen Anhaltspunkt in der Studie einnimmt. Es werden dort Handlungsfelder auf lokaler Ebene erörtert und gezeigt, dass eine Wende zur Nachhaltigkeit ohne zivilgesellschaftliches Engagement nicht stattfinden kann. Zum Schluss dieser Studie wagen die Autoren einen Ausblick. Darin werden eine solar-solidarische Gesellschaft und öko-faire Weltwirtschaftsbeziehungen, die in einem neuen Gesellschaftsvertrag münden sollen, gefordert.
Beim Lesen der Studie trifft man auf verschiedene "Zeitfenster 2022". In diesen Rückblicken aus der Perspektive des Jahres 2022 wird deutlich wieviel möglich wäre, wenn jetzt die richtigen Weichen gestellt werden. Zum Beispiel wird aus dem Jahr 2022 das
"Erfolgskonzept Kraft-Wärme-Konzept (KWK)"
rückblickend betrachtet oder geschaut wie die Zahl der privaten PKW aufgrund eines
MobiCar-Booms (deutschlandweites, überall verfügbares Carsharing)
um rund ein Viertel reduziert werden konnte. Diese Entwicklungen werden verknüpft mit den politischen Entscheidungen, die in der aus dem Jahr 2022 betrachteten Vergangenheit getroffen wurden.
Inhaltsverzeichnis...
Vorwort der Herausgeber
1 Einleitung
A Ausgangslagen
2 Klimachaos, Peak Oil und die Krise der Biodiversität
2.1 Homo industrialis als Klimamacher
2.2 Die Endlichkeit von Erdöl und Erdgas
2.3 Fossile Krise und Biodiversität
2.4 Politik am Scheideweg
3 Eine Welt mit Nachholbedarf
3.1 Aufholjagd in den Abgrund
3.2 Abstieg der armen Welt
3.3 Globalisierung von Reichtum und Armut
3.4 Ressourcenkonflikte
3.5 Ökologie ist Gerechtigkeit ist Sicherheit
4 Wachstum oder Wohlstand
4.1 Eine Gesellschaft des Mehr
4.2 Über wachsen und Schrumpfen
4.3 Vom Wirtschaftswachstum zum unwirtschaftlichen Wachstum?
4.4 Der Zwang zum Weniger
4.5 Hält denn Wachtum, was es verspricht?
4.6 Entwicklung statt Wachstum
B Bilanzen
5 Deutschland
5.1 Überlastung der Tragfähigkeit
5.2 Ungleichheit im Umweltraum
5.3 Deutschland nach zwölf Jahren
5.4 Handlungsfelder
5.5 Zwischenbilanz: Kurskorrekturen ohne Kurswechsel
6 Deutschland im Weltwirtschaftsraum
6.1 Deutschlands Waren in der Welt
6.2 Deutschlands Investitionen in der Welt
6.3 Geben wir dem Süden Wohlstand ab?
6.4 Wird die Globalisierung dauern?
6.5 Export: Umweltzerstörung oder Umweltrettung?
6.6 Zwischenfazit: Umverteilung nach oben, Umweltbelastung nach draußen
C Leitbilder
7 Gastrecht für alle
7.1 Warum sich kümmern?
7.2 Armut als Streitfrage
7.3 Menschenrechte für Weltbürger
7.4 Regieren im kosmopolitischen Geist
8 Ökologischer Wohlstand
8.1 Dematerialisierung
8.2 Naturverträglichkeit
8.3 Selbstbegrenzung
9 Gesellschaft der Teilhabe
9.1 Teilhabe als Menschenrecht
9.2 Blockaden
9.3 Von blockierten Fähigkeiten zu gerechter Teilhabe
9.4 Politikansätze
10 Die ganze Wirtschaft
10.1 Nachhaltige Wettbewerbsordnung
10.2 Aufwertung der Natur
10.3 Aufwertung der Lebensweltwirtschaft
10.4 Lebensdienliche Marktwirtschaft
D Kurswechsel in Deutschland und Europa
11 Basis wechseln: Auf Solarwirtschaft umsteigen
11.1 Was die Sonne bereithält
11.2 Vorteile
11.3 Zentral, dezentral - oder beides?
11.4 Ein Weg - ber kein Selbstläufer
12 Überflüssig machen: Von den Chancen der Ressourceneffizienz
12.1 Drei Richtungsanzeigen
12.2 Das Schwere - die Entwicklung des Verbrauchs
12.3 Das Leichte - die Eisparpotenziale
12.4 Das Leichte - Vorteile durch Kostenentlastung
12.5 Das Schwere - die Umsetzung
13 Märkte gestalten: Der Primat der Politik
13.1 Politik ist mehr als Staat
13.2 Leitplanken für den Wettbewerb
13.3 Finanzpolitik für Kostenwahrheit
13.4 Weichen stellen für Zukunftsmärkte
13.5 Entschleunigung der Finanzmärkte
14 Kreisläufe schließen: Die Renaissance der Regionen
14.1 Regionale Realitäten
14.2 Neue Perspektiven für Stadt und Land
14.3 Rohstoffquellen entdecken
14.4 Ökologisches Bauen und Wohnen
14.5 Ökolandbau und regionale Wertschöpfung
14.6 Regionalpolitik
15 Arbeit fair teilen
15.1 Niedergang der Normalarbeit
15.2 Erwerbsarbeit fair teilen
15.3 Vorzüge der kuzen Vollzeit
15.4 Noch einmal: Die ganze Arbeit
15.5 Für eine Tätigkeitspolitik
E Übereinkünfte global
16 Gemeingüte wertschätzen: Umwelt - Angelpunkt der Weltinnenpolitik
16.1 Außenpolitik in einer endlichen Welt
16.2 Klimapolitk: Wege aus der Verhandlungsfalle
16.3 Biologische Vielfalt: Bewahrung der Gewerbe des Lebens
16.4 Institutionen einer Erdpolitik
17 MehrWert schöpfen: Verantwortung entlang globaler Produktketten
17.1 Hohe Kosten tiefer Preise
17.2 Was ist öko-faire-Wertschöpfung?
17.3 Fairtrade - ein Modell?
17.4 Unternehmerische Eigenverantwortung
17.5 Ordnungsrahmen für verantwortliche Unternehmensführung
17.6 Konsumenten haben Einfluss
18 Regeln ändern: Fairness im Welthandel
18.1 Die Welthandelsorganisation neu erfinden
18.2 Bilaterale Abkommen partnerschaftlich aushandeln
18.3 Außenhandelspoltik revidieren
18.4 Die Handelspoltik demokratisieren
F Engagement vor Ort
19 Einfluss nehmen: Bürger gestalten Kommunen
19.1 Strategien für lokale Handlungsfelder
19.2 Kommunen fördern Bürgerbeteiligung
19.3 Mit-Streiten: Nachhaltigkeit einfordern
19.4 Mit-Verhindern: Zerstörerische Projekte bekämpfen
19.5 Mit-Optimieren: Sachkunde einbringen
19.6 Mit-Realisieren: Nachhaltigkeit selbst unternehmen
20 Achtsam leben: Das Private ist politisch
20.1 Strategisch konsumieren
20.2 Im Haus
20.3 Auf vier oder zwei Rädern
20.4 Wohlstand neu entdecken
21 Ausblick
Anhang
Internetauftritt
Im Rahmen der Studie wird der interessierten Öffentlichkeit ein
Internetauftritt
geboten, der Information zum Projekt "Zukunftsfähiges Deutschland" enthält und die Studie vorstellt. Darüber hinaus wollen die Herausgeber der Studie einen Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte leisten. Daher findet man viele Informationsmöglichkeiten und Bildungsmaterialien zum Thema. Weiterhin werden viele Veranstaltungen von verschiedensten Trägern in Deutschland angeboten. Daher gibt es eine
Terminübersicht
, in der Veranstaltungen eingetragen werden. Dieses breite Angebot trägt dem Untertitel der Studie Rechnung.
Dokumente
Einblicke Zukunftsfähiges Deutschland (Kurzfassung)
Warum Zukunftsfähiges Deutschland?
(in Englisch)
(in Spanisch)
Interne Links
Externe Links
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
aktuelle Studien und Projekte
Homepage Zukunftsfähiges Deutschland
Evangelischer Entwicklungsdienst
Brot für die Welt
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Die Studie bei der Bundeszentrale für politische Bildung
Schlagworte
InstituteLetzte Aktualisierung
27.11.2012 12:04