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Millenniumsziele (2000)Auf dem Millenniumgipfel im Jahr 2000 d haben die Vereinten Nationen in New York vor dem Hintergrund weiter zunehmender Verelendung in zahlreichen Entwicklungsländern, der anhaltenden Benachteiligung von Frauen in vielen Staaten und der zunehmenden Umweltzerstörung acht sogenannte Millenniumsiele (MDGs, Millennium Development Goals) beschlossen. Diese Ziele sollen bis zum Jahr 2015 d erreicht werden. Die Millenniumsziele 20001. Bekämpfung von extremer Armut und Hunger2. Primarschulbildung für alle 3. Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frau 4. Senkung der Kindersterblichkeit 5. Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern 6. Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten 7. Ökologische Nachhaltigkeit 8. Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung Aktueller Stand zur Umsetzung, bisherige Entwicklungen und zukünftige HerausforderungenEine Momentaufnahme des Fortschritts im Jahr 2009 zeigte der Bericht der Vereinten Nationen "The Millennium Development Goals Report 2009 d ". Dieser Fortschrittsreport erklärt, dass die weltweite Wirtschaftskrise den Kampf gegen Hunger und Armut verlangsamen wird. Zwar lassen sich im Bericht einige Erfolge aufzeigen, jedoch schreiten die meisten Ziele bis 2015 zu langsam voran. Erfolge bei der Bekämpfung von Hunger in den frühen neunziger Jahren, wo der Anteil Hungernder von 20 Prozent (1990 – 1992) auf 16 Prozent (2004 – 2006) fiel, haben sich hauptsächlich aufgrund steigender Nahrungsmittelpreise im Jahr 2008 umgekehrt. Zwar sanken in der zweiten Jahreshälfte 2008 die Preise für Lebensmittel, doch für die meisten Menschen sind viele Nahrungsmittel nicht günstiger geworden. Dem Bericht zufolge sind große Schritte zur Überwindung von extremer Armut nicht zu erwarten. Momentan gibt es noch keine Daten, die die gesamten Auswirkungen der Weltwirtschafts- und Nahrungsmittelkrise aufzeigen. Geschätzt wird, dass 2009 weitere 55 bis 90 Millionen Menschen extreme Armut erleiden.Zu den wichtigsten Erfolgen vor der Wirtschaftskrise zählt unter anderem die Steigerung der Einschulungsrate bei Grundschulen in Entwicklungsländern im Jahr 2007 auf 88%, im Vergleich zu 83% im Jahr 2000. Im südlichen Afrika und Südasien ist die Einschulungsrate zwischen 2000 und 2007 um 15% gestiegen. Auch die Sterberate von Kindern unter fünf Jahren ist weltweit von 12,6 Millionen auf etwa 9 Millionen im Jahr 2007 kontinuierlich zurückgegangen. Der Millennium-Entwicklungsbericht weist auch auf zukünftige Herausforderungen hin und ruft Regierungen und andere politische und wirtschaftliche Akteure (z.B. NGOs) dazu auf, mehr im Bereich Geschlechtergerechtigkeit und Bildung von Frauen zu tun. Bei der Erhaltung von Artenvielfalt und beim Naturschutz muss laut Bericht ebenfalls mehr getan werden. Klimafreundliche Technologien, Managementsysteme für natürliche Rohstoffe und Zugänge zu sauberem Trinkwasser sollen zukünftig ebenfalls intensiver ausgebaut werden. Der MDG MonitorDer MDG Monitor d wurde unter anderem vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) erstellt und gibt einen Überblick über die Trends der einzelnen Millenniumziele. Die folgende Faktenübersicht verdeutlicht Entwicklungen zur Umsetzung der Millenniumziele:
Kommentare zur Erreichung der MilleniumzieleIm April 2008 gab die Weltbank zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) den Global Monitoring Report 2008 d heraus. Der Bericht warnt davor, dass in vielen Ländern die Millenniumziele bis 2015 nicht erreicht werden können. Insbesondere betont der Bericht die Verbindung zwischen Umwelt und Entwicklung und ruft zum dringenden Handeln gegen den Klimawandel auf. Dazu gehört, dass Entwicklungsländer die Vorstellung unterstützen müssen, dass Wirtschaftswachstum, Entwicklung und ökologische Nachhaltigkeit miteinander zusammenhängen. So lautet es im Global Monitoring Report 2008 wie folgt:
Der Rat für nachhaltige Entwicklung veröffentlichte im September 2008 auf seiner Homepage unter der Kategorie News Nachhaltigkeit eine Stellungnahme zur Erreichung der Millenniumziele mit dem Titel "Millenniumsziele: Handelshemmnisse blockieren Entwicklung d "(12.9.2008). Zur Erreichung der Ziele bis 2015 sieht der Rat für nachhaltige Entwicklung weiteren Handlungsbedarf bei der Finanzierung für Entwicklungshilfe und beim Schuldenerlass für Entwicklungsländer. Darüber hinaus wird auf die Gefährdung der Millenniumentwicklungsziele durch steigende Nahrungsmittel- und Ölpreise hingewiesen. Konkret äußert sich der Rat für nachhaltige Entwicklung zur Umsetzung der Ziele folgendermaßen:
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung stellt in seinem Positionspapier "Deutschlands Beitrag zu den Millenniumentwicklungszielen" d nach der MDG-Halbzeitbilanz 2008 folgendes fest (März 2009):
Deutschlands PositionDirk Niebel (FDP-Bundesentwicklungsminister) verkündete am 18.11.2009 in einem Interview mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) d , dass der EU-Stufenplan zur Erhöhung der Entwicklungshilfe vorerst von deutscher Seite nicht unterstützt wird. In diesem Stufenplan verpflichtete sich Deutschland bis 2010 0,51% seines Bruttoinlandproduktes für Entwicklungshilfe auszugeben. Zum Thema Investititionen in den Klimaschutz äußerte sich Niebel im Interview folgendermaßen:
Niebels Vorgängerin, Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD-Bundesentwicklungsministerin), hielt am 29.1.2009 vor dem Deutschen Bundestag eine Regierungserklärung d über den Stand der Millenniumentwicklungsziele und äußerte sich dabei über die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Entwicklungsländer. In dieser Regierungserklärung stellt Wieczorek-Zeul klar, dass Deutschland den EU-Stufenplan zur Finanzierung von Entwicklungshilfe weiter unterstützt:
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[ Zuletzt geändert: 11.01.2010 21:29:59 ]
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