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Ein Säulen Modell & Pyramiden Modelle


Die Verfechter des ökologisch orientierten Pyramiden-Modells gehen von der Tatsache aus, dass die natürliche Umwelt die Basis allen Lebens und Wirtschaftens ist. Die Umwelt sollte ihrer Ansicht nach die Basis der Pyramide bilden, ihre Bewahrung höchste Priorität haben. Bei diesem Ansatz spricht man alternativ auch von dem "Ein-Säulen-Modell", das der ökologischen Dimension Priorität einräumt und somit im Gegensatz steht zum Drei-Säulen-Modell. Menschliche Grundbedürfnisse sowie soziale und gesellschaftliche Aspekte des menschlichen Daseins wären demnach die nächste Pyramidenstufe. Die Wirtschaft wird als Teil der Gesellschaft verstanden. Die Frage, was an der Spitze der Pyramide stehen sollte, hängt von der jeweiligen Sichtweise ab.

Das Konzept der dauerhaft umweltgerechten Entwicklung, hervorgegangen aus ökologischen Krisen, stellt die grundlegende Frage nach der ethischen Rechtfertigungsfähigkeit der modernen Zivilisationssysteme. Andere Autoren sprechen auch von dem Retinitätsprinzip: Die grundlegende ethische Aufgabe wird als Rückbindung der menschlichen Zivilisation an das sie tragende Netzwerk der Natur (Retinität, von lateinisch rete = Netz) umschrieben.

Kritiker dieses Ansatzes weisen darauf hin, dass es für eine nachhaltige Entwicklung wichtig ist, dass sich alle großen gesellschaftlichen Gruppen dafür einsetzen. Nur wenn die gesamte Gesellschaft die ökologischen Probleme erkenne und bereit sei, sie einvernehmlich zu lösen, gelinge eine ökologisch nachhaltige Entwicklung. Sollten ökologische Fortschritte zu sozialen oder ökonomischen Verwerfungen führen, seien sie jedoch nicht realisierbar. Inzwischen hat sich darum auch ein anderes Verständnis von Retinität entwickelt, nämlich die Vernetzung von ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten der Nachhaltigkeitsidee (Vernetzung von Öko-, Zivilisations- und Gesellschaftssystem), die ethische Entscheidungsmaßstäbe beinhaltet.

Die ökologisch verstandene Pyramide hat jedoch nichts mit dem CSR-Pyramidenmodell von Archie B. Carroll (1979, 1991) zu tun. Dieses sieht die ökonomische Verantwortung eines Unternehmens als grundlegend an, um die anderen Verantwortungsebenen zu erfüllen. Sie stellt deshalb die unterste Ebene und Basis der CSR-Pyramide dar. Darüber liegen die juristische und die ethische Verantwortung und an der Spitze die philanthropische Verantwortung.

Die Sichtweise, dass Unternehmen nur dann verantwortlich handeln können, wenn sie ökonomischen Erfolg haben, wurde lange von Wirtschaftsvertretern verfochten, aber von Wissenschaftlern, anderen gesellschaftlichen Gruppen und auch von Unternehmen kritisiert. Sie ist inzwischen überholt, zumal Konsens darüber besteht, dass CSR nicht das bloße Erfüllen von Gesetzen ist, sondern weit über gesetzliche Anforderungen hinaus. Carrolls Pyramide wurde darum von andern Wissenschaftlern (u.a. Kang und Wood) auf den Kopf gestellt – ethische Werte sind damit eine Basis für die Gewinnerzielung.

Interne Links
Weiterführende Links zur Retinität und zum Ein-Säulen-Modell / ökologischem Pyramidenmodell
Artikel "Zukunftsfähiges Deutschland"
SRU: "Information zum Umweltgutachten 1994"
ITAS: "Nachhaltigkeit und Wissenschaft"
ITAS: Einleitungsartikel zur Nachhaltigkeit

Weiterführende Links zur Diskussion über Carrolls Pyramidenmodell
Artikel: "The pyramid of corporate social responsibility"
Dokument: "Revisiting Carroll`s CSR Pyramid
Dokument

 

 

Schlagworte

Archie B. Carroll, Caroll, Definitionen, Ein-Säulen-Modell, Modell, Nachhaltigkeitsmodell, Pyramiden-Modelle, Säulen

Letzte Aktualisierung

12.10.2011 09:40