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Sonstiges

EU Forschungsrahmenprogramm, 2007


Finanzierung von Forschung und Entwicklung

Die Europäische Kommission hat am 30.11.2011 ihre Vorschläge für das Rahmenprogramm 2014-2020 "Horizon 2020" veröffentlicht!

Das 7. FRP besteht aus sieben sog. Speziellen Programmen.

  1. Das Spezifische Programm Zusammenarbeit (Cooperation) unterstützt Forschungsprojekte, in denen neues Wissen für die europäischen Länder geschaffen wird, wobei die gesellschaftliche Verwertbarkeit der Resultate im Vordergrund steht. Es enthält zehn Themenbereiche:
  • Gesundheit
  • Lebensmittel, Landwirtschaft und Fischerei, Biotechnologie
  • Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)
  • Nanowissenschaften, Nanotechnologien, Werkstoffe und neue Produktionstechnologien
  • Energie
  • Umwelt (einschließlich Klimaänderung)
  • Verkehr (einschließlich Luftfahrt)
  • Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften (Neuer Bereich im 7.FRP)
  • Weltraum
  • Sicherheit (Neuer Bereich im 7.FRP)
  1. Das Spezifische Programm Ideen (Ideas) unterstützt Einzelwissenschaftler in der Grundlagenforschung. Die Vergabe der Fördermittel wird durch den europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) organisiert.
  2. Das Spezifische Programm Menschen (People) fördert die Mobilität von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern im Rahmen der Marie-Curie-Maßnahmen.
  3. Das Spezifische Programm Forschungskapazitäten (Capacities) unterstützt Vorhaben, die dem Ausbau des europäischen Forschungsraums dienen.
  4. Das Spezifische Programm Gemeinsame Forschungsstelle (nicht-nukleare Aktivitäten)
  5. Das Spezifische Programm EURATOM
  6. Das Spezifische Programm Gemeinsame Forschungsstelle (nukleare Aktivitäten)
Das 7. FRP unterstützt nur Projekte, die dem Ethikcode und der geltenden Rechtssprechung entsprechen, dazu gibt es entsprechende Leitfäden insbesondere bzgl. Embryonenforschung, Genetischem Material, Datenschutz, u.a.:
hier ein Artikel : The EU gets tough on ethics

Umwelt und Nachhaltigkeit im 7.FRP: Der Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung soll laut Programmbeschreibung übergeordnetes Ziel aller Projekte sein.

Innerhalb der Umstrukturierung vom 6. FRP zum 7. FRP wurde der Themenbereich Nachhaltige Entwicklung, Globale Veränderungen und Ökosysteme in den Bereich Umwelt (einschließlich Klimaänderung) überführt.
"6. Umwelt (einschließlich Klimaänderungen)
Ziel: Nachhaltiges Management der Umwelt und ihrer Ressourcen durch die Erweiterung der Kenntnisse über die Wechselwirkungen zwischen Klima, Biosphäre, Ökosystemen und menschlichen Tätigkeiten, durch die Entwicklung neuer Technologien, Werkzeuge und Dienstleistungen, um globale Umweltprobleme mit einem integrierten Ansatz lösen zu können. Schwerpunkte: Vorhersage von Veränderungen beim Klima sowie bei Öko-, Erd- und Meeressystemen; Werkzeuge und Technologien zur Überwachung, Verhütung und Abschwächung von Umweltbelastungen und -risiken sowie zur Anpassung daran, auch im Hinblick auf die Gesundheit, sowie für die Nachhaltigkeit der natürlichen und vom Menschen geschaffenen Umwelt."

"Das Netzwerk der Nationalen Kontaktstellen Umwelt informiert deutsche Interessenten über Förderthemen und Förderinstrumente und berät sie bei der Antragstellung in Thema 6 'Umwelt (einschl. Klimaänderung) im Spezifischen Programm "Zusammenarbeit" des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms."

Das 7. Rahmenprogramm für die Finanzierung von Forschung und Entwicklung verzeichnet mit 50 Mrd. € eine Budgetsteigerung von 41% gegenüber dem Vorläufer, war vor massiven Kürzungen in der Planungsphase 2005 aber noch auf 72 Mrd. € (Quelle: Annahme durch die Kommission, S. 61) ausgelegt:
Budgets der sieben Rahmenforschungsprogramme seit 1984
Kritik und Stellungnahmen:
Bei der Initiierung des Forschungsrahmenprogramm wurde die Zwischenevaluation des Programms durch Experten festgelegt. Diese Bewertung liegt seit dem 12. November 2010 vor und umfasst 10 Empfehlungen für die restliche Laufzeit des 7. FRP (2007-2013) und das Nachfolgeprogramm ab 2014:

1. "Stärkerer Beitrag der RP zur Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums und der Ziele der Innovationsunion durch Integration der Forschungsbasis und Defragmentierung der Forschungslandschaft sowie eine bessere Arbeitsteilung zwischen EU- und nationalen Programmen. Konzentration der Mittel insbesondere auf Themen mit notwendiger kritischer Masse und internationaler Dimension (große gesellschaftliche Herausforderungen) und/oder Innovationspotential.
2. Ausbau der Forschungsinfrastrukturen
3. Budget soll (mindestens) auf geplanter Höhe bleiben, sowohl für die verbleibende Laufzeit des 7. FRP als auch für das Nachfolgeprogramm
4. Wohldurchdachte Innovationsstrategie
5. Quantensprung bei Maßnahmen zur Vereinfachung (Simplification), im 7. FRP durch die Umsetzung der bereits vorgeschlagenen Maßnahmen, im Nachfolgeprogramm durch die geänderte Haushaltsordnung
6. Besserer Mix der Förderansätze zwischen bottom-up und top-down
7. Moratorium für neue Instrumente
8. Stärkere Beteiligung von Frauen
9. Bessere Voraussetzungen für die Beteiligung von Mitgliedstaaten, die im Programm bisher unterrepräsentiert sind
10. Überprüfung der Strategie für internationale Kooperation"

Das ganze Dokument finden Sie hier: |Interim Evaluation of the Seventh Framework Programme. Report of the Expert Group. Zu dieser Evaluation gibt es auch eine Stellungnahme der EU-Kommission.

Eine gemeinsame Stellungnahme mehrerer Umweltverbände: "Wie sehen die Pflanzen der Zukunft aus? NABU kritisiert Ausrichtung von EU-Forschungsprogramm zu Agrar und Ernährung. 2,5 Milliarden Euro allein für Interessen der Industrielobby": Die Verbände kritisieren, dass über Forschungsplattformen wie z.B. "Plants for the Future" eine einseitige Ausrichtung auf molekularbiologische Technologien betrieben werde. Gefördert würden Produktentwicklungen für internationale Großunternehmen und nicht Lösungen für Landwirte, Verbraucher und die Umwelt vor Ort. Kleine und mittelständische Unternehmen, Verbraucher-, Umwelt- und Naturschutzorganisationen, ökologische Landwirte und kritische Wissenschaftler blieben außen vor.
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Europäische Union, Forschungsprogramm

Letzte Aktualisierung

05.01.2012 13:06