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Umweltschäden lassen sich berechnen und können auf Unternehmen zurückschlagen.


Der durch Menschen verursachte Verlust der Vielfalt an Arten, Genen und Biotopen kostet bereits heute pro Jahr 6,6 Billionen Dollar – das sind mehr als 11 Prozent des globalen BIP. Das ergab eine breit angelegte Studie im Auftrag der Finanzinitiative der Vereinten Nationen (UNEP FI) und der UN-Initiative für Verantwortliches Investieren (UN PRI). Allein die 3000 größten Konzerne der Welt waren 2008 verantwortlich für 2,15 Billionen Dollar an Umweltschäden. durch Verschmutzung und Vernichtung von Trinkwasser, Fischgründen und fruchtbaren Böden sowie durch CO2-Emissionen. Das seien sechs bis sieben Prozent des Gesamtumsatzes der Konzerne, hieß es. Diese 3000 Top-Unternehmen würden im Schnitt ein Drittel ihrer Gewinne verlieren, wären sie gezwungen, für diese Schäden zu zahlen. Die externalisierten Kosten der Umweltzerstörung liegen in einem hypothetischen Portfolio auf Basis des MSCI All Country World Index bei 50 Prozent der erwirtschafteten Erträge (Ebitda) der 2439 enthaltenen Unternehmen.

Die Bedeutung dessen verdeutlicht auch die so genannte TEEB-Studie: Der Marktwert der Biodiversität ist höher als der der weltweiten Industrieproduktion, so die unter Leitung des Deutsche-Bank-Ökonomen Pavan Sukhdev erstellte, im Herbst 2010 veröffentlichte Studie „The Economic of Ecosystems and Biodiversity“, kurz TEEB, zur Ökonomie der Ökosysteme und Biodiversität im Auftrag der UNEP FI. Allein Naturschutzgebiete kommen auf jährlich fünf Billionen US-Dollar an Leistung – mehr als der addierte Umsatz der drei Leitindustrien Automobil, IT und Stahl. Die monetäre Bewertung beinhaltet etwa Gewinne aus der Bewirtschaftung von Ökosystemen, indirekte Vorteile wie Grundwasserneubildung oder Schadensfolgekosten durch Zerstörungen.

Sukhdev hat in der Studie auch Vorschläge unterbreitet, wie solche Schäden zu verhindern sind. Es gilt als wahrscheinlich, dass Regierungen infolgedessen milliardenschwere Subventionen streichen, die Umwelt schädigende Industrien bisher erhalten. Subventionskürzungen oder schärfere Regulationen „können über Gewinn oder Verlust entscheiden“, warnte Sukhdev vorab. Sie werden auch Investoren treffen, wenn sie sich nicht zeitig darauf einstellen. Die von der unabhängigen Londoner Researchagentur Trucost für die UN PRI gemachten Berechnungen soll, Unternehmen ermutigen, ihre Umwelteinflüsse zu senken, bevor besorgte Regierungen sie durch Vorschriften, Steuern oder Abgaben dazu zwingen.

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Schlagworte

Firmenwerte, Umwelt, Unternehmen

Letzte Aktualisierung

23.08.2011 11:45