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Unternehmensinitiativen und ihre Bedeutung


Viele Branchen stehen vor der Mammutaufgabe gemeinsame, weltweite Systeme zur Überwachung und Einhaltung nachprüfbarer sozialer und ökologischer Standards zu etablieren. Das wird erschwert durch komplizierte Sachverhalte, lange Beschaffungsketten und Zielkonflikte. Initiativen brauchen darum Zeit. Für ihre Glaubwürdigkeit entscheidend ist, messbare Ziele, Verbesserungen und Nicht-Erreichtes zu veröffentlichen.
Nachfolgend einige Beispiel für internationale Initiativen von Unternehmen.

CSR Europe
CSR Europe wurde 1995 gegründet und ist das führende europäische Unternehmensnetzwerk, das sich mit Corporate Social Responsibility (CSR) auseinandersetzt. Insgesamt zählt das Netzwerk rund 70 multinationale Mitgliedsunternehmen und 27 Partnerorganisationen in Europa. Ziel ist es, Unternehmen eine Plattform zum Austausch und zur Kooperation zu bieten, um die Position der teilnehmenden Unternehmen und die Europas in Fragen der CSR zu stärken. Deutscher Netzwerk-Partner ist das Forum econsense.
Toolbox für verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln

Equator Principles
Die Equator Principles (Äquator-Prinzipien) sind ein internationales Rahmenwerk zur Erfassung und Verringerung von Kreditrisiken, dem sich Banken freiwillig unterziehen können. Es setzt Umwelt- und Sozialstandards für Projektfinanzierungen, die auf den Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsstandards der Weltbank sowie den nachhaltigen Leistungsstandards der International Finance Corporation (IFC) basieren. Angeregt wurde dieses Regelwerk 2003 durch Nichtregierungsorganisationen. Mit der IFC wurden zehn Prinzipien formuliert und zehn global tätige Banken unterzeichneten sie. Seitdem wurden die Richtlinien 2006 und 2007 überarbeitet. Aus dem kleinen Kreis der Equator Principles-Banken wurde in den vergangenen Jahren eine weltweite Initiative mit aktuell (Juni 2011) 72 Projektfinanzierern, Versicherungen und Exportkreditagenturen aus 27 Ländern, die die zehn Prinzipien unterzeichneten. Die Equator Principles haben in der Finanzwelt inzwischen eine große Bedeutung.
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UN Global Compact
Der Global Compact der Vereinten Nationen (UN) ist ein freiwilliges Übereinkommen zwischen den UN sowie Tausenden von Unternehmen und verschiedenen Nichtregierungsorganisationen. In dem Pakt verpflichten sich die Mitglieder zu zehn Prinzipien, darunter zur Einhaltung der Menschenrechte und bestimmter Arbeitsnormen, zum Umweltschutz und zur Korruptionsbekämpfung. Dem Netzwerk gehören aktuell (Juni 2011) mehr als 6000 meist multinational agierende Unternehmen aus mehr als 130 Staaten an. Ziel sind 20.000 Mitstreiter bis 2020. Es gilt als weltweit größte Initiative für soziale Verantwortung von Unternehmen. Der UN Global Compact bietet einen Rahmen für die Entwicklung, Impementierung und die Bekanntgabe von Nachhaltigkeitsstrategien und -praktiken. Insgesamt soll der UN Global Compact den Privatsektor darin unterstützen, die - ausgelöst durch die Globalisierung - immer komplexer werdenden Risiken und Möglichkeiten in ökologischen, sozialen und politischen Bereichen zu erkennen und durchzusetzen.
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World Business Council for Sustainable Development (WBCSD)
Dem Unternehmensnetzwerk „World Business Council for Sustainable Development“ (WBCSD) haben sich mehr als 200 international tätige Konzerne angeschlossen. Es hat unter anderem im Frühjahr 2010 eine langfristige Nachhaltigkeitsvision für die Wirtschaft vorgelegt und darin jenen Unternehmen gute Zukunftschancen attestiert, die Lösungen für den Klima- und Ressourcenschutz oder die Beseitigung sozialer Ungerechtigkeit zum Kerngeschäft machen. Diese Unternehmen, so das WBCSD, könnten das Rennen um Marktanteile in der wachsenden „grünen“ Wirtschaft für sich entscheiden. Sie müssten sich dafür aber vom isolierten „Silodenken“ verabschieden und neue Formen der Zusammenarbeit mit Politik, Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft erproben. Der WBCSD hat auch eine neue Wirtschaftsinitiative für Nachhaltigkeit mitinitiiert, die sich im Oktober 2010 vorstellte.
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Business Social Compliance Initiative (BSCI)
Die „Business Social Compliance Initiative“ (BSCI) ist eine nicht gewinnorientierte Organisation mit Sitz in Brüssel. Sie wurde 2002 auf Initiative der deutschen Außenhandelsvereinigung AVE gegründet, um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in den globalen Wertschöpfungsketten der Unternehmen zu verbessern. Die BSCI bietet Unternehmen eine Plattform zur Kommunikation und zum Austausch und legte den Grundstock für ein gemeinsames Kontrollsystem, das die Einhaltung dieser sozialen Verantwortung überwacht und mittlerweile vollständig eingeführt wurde. Die Initiative hat das Ziel eine sozial verantwortungsbewusste globale Wertschöpfungskette zu erreichen.

Weltweit haben sich seit 2003 mehr als 700 Einzelhandels-, Import- und Markenunternehmen (Stand Mai 2011) verpflichtet, die auf internationalen Konventionen basierende Sozialstandards in ihren Lieferketten zu beachten. Der rasante Mitgliederzuwachs folgte auf zahlreiche Skandale. Kunden boykottierten wegen schlechter Arbeitsbedingungen etwa Textildiscounter, Drogerieketten und Billigsupermarktbetreiber. Das zwingt sie zum Handeln.

Gleichwohl herrschen bei Zulieferern vieler Mitglieder keine menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, wie die Supermarkt-Initiative dokumentiert. „Ausländische und deutsche Einzelhandelsunternehmen wie Aldi, Deichmann oder Metro sind für die weltweite Schwächung von Sozialstandards verantwortlich“, sagt Sandra Dusch von der Kampagne für saubere Kleidung. „Die BSCI-Mitgliedschaft ist Greenwashing.“ Löhne unter dem Existenzminimum, Unterdrückung von Gewerkschaften und krank machende Überstunden seien Alltag in Fabriken und auf Plantagen.

„Die NGO-Kampagnen haben völlig Recht, dass es noch offene Probleme und Verstöße bei der weltweiten Durchsetzung von Sozialstandards gibt. Das ist aber kein Grund, den systematischen Durchbruch, der mit der BSCI erreicht wurde, für belanglos zu erklären“, kontert Professor Albert Löhr, Vorstandschef des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik (DNWE). Sie habe erstmals im Handel Standards und Auditings harmonisiert „und arbeitet so wirksam, dass selbst Unternehmen wie Lidl und Aldi unter moralischen Druck geraten, eine nachprüfbare Verbesserung der Arbeitsbedingungen in ihrer Lieferkette in Gang zu bringen“, erläutert Löhr. „Für uns ist das Glas schon halbvoll, für die Kritiker noch halbleer.“ Was die BSCI und andere derartige Initiativen bewirken, ist laut anderen Experten erst bruchstückhaft zu beurteilen, denn es mangelt an Transparenz.
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Business for Social Responsibility (BSR)
Dem US-amerikanischen CSR-Netzwerk BSR gehören mehr als 250 Unternehmen an. Über die Bereitstellung von Informationen, Instrumenten sowie Schulungs- und Beratungsangeboten will es seinen Mitgliedern helfen, CSR in die Unternehmensstrategie und alltägliche Geschäftspraktiken zu integrieren.
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Business in the Community
“Business in the community” (BITC) ist das führende CSR-Netzwerk in Großbritannien. Es ist eine unternehmensgeführte Organisation mit über 850 Mitgliedern von großen international agierenden bis zu kleinen, lokal agierenden Unternehmen, die ihre Aufgabe darin sieht, durch verantwortungsbewusstes Wirtschaften eine lebenswerte Zukunft zu erhalten. Dazu bietet sie den Mitgliedsunternehmen Beratung und Unterstützung und fordert sie auch zu weiterer Aktivität auf.
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Biodiversity in Good Company
Die Mitglieder der branchenübergreifenden Initiative sind kleine, mittelständische und große Unternehmen. Mit der Unterzeichnung eines Mitgliedsantrages und einer „Leadership Erklärung“ haben sich die Unternehmen bereit erklärt, Biodiversität in das betriebliche Managementsystem zu integrieren. Die mehr als 40 Mitgliedsunternehmen stammen überwiegend aus Brasilien, Deutschland und Japan. Die Initiative treibt mit vielerlei Maßnahmen das Thema Wirtschaft und Biodiversität voran. Dazu zählt insbesondere das „Handbuch Biodiversitätmanagement – Ein Leitfaden für die betriebliche Praxis“, welches das Center for Sustainability Management der Leuphana Universität Lüneburg mit den Mitgliedsunternehmen erstellte. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) damit beauftragt, die internationale Initiative umzusetzen. Die internationale Business and Biodiversity Initiative 'Biodiversity in Good Company' wurde im Rahmen der deutschen Präsidentschaft der 9. Vertragsstaatenkonferenz zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) 2008 gegründet. Ziel ist Unternehmen stärker an der Zielerreichung der CBD zu beteiligen.
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Voluntary Principles - Freiwillige Grundsätze zur Wahrung der Sicherheit und der Menschenrechte
Diese freiwilligen Grundsätze wurden 2000 von den Regierungen der USA, des Vereinigten Königreichs, Norwegen und der Niederlande entwickelt und haben zum Ziel, die Unternehmen bei der Aufrechterhaltung der Sicherung und der Sicherheit ihrer Tätigkeiten zur Respektierung der Menschenrechte zu unterstützen.


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Schlagworte

Corporate Social Responsibility (CSR), Equator Principles, Initiativen, UN Global Compact, Unternehmen, Unternehmenspolitik

Letzte Aktualisierung

15.02.2012 12:45