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UN Weltbevölkerungskonferenz in Kairo, 1994
In Folge der 1. Weltkonferenz für Menschenrechte 1968 in Teheran wurden die Probleme der Weltbevölkerung in drei eigenen Weltkonferenzen weiter vertieft. Die erste Weltbevölkerungskonferenz fand vom 19.-30. August 1974 in Bukarest statt, in dem Jahr, als die Weltbevölkerung die 4 Milliarden-Grenze erreicht hatte. Am Ende dieser Konferenz stand die Annahme eines sog. Weltbevölkerungs-Aktionsplans (World Population Plan of Action). Ein Grundprinzip dieses Planes war, dass alle Paare und Individuen das Recht auf freie Entscheidung über Anzahl und Altersunterschied ihrer Kinder haben, und dass sie die Kenntnisse, Erziehung und Mittel dazu haben müssten ( "All couples and individuals have the basic right to decide freely and responsibly the number and spacing of their children and to have the information, education and means to do so.").
1979 fand eine erste Überprüfung und Abschätzung des Planes durch die dem Wirtschafts- und Sozialrat der UN (ECOSOC
Nach einer weiteren Überprüfung durch die Bevölkerungskommission 1989 fand die vierte Überprüfung im Jahr 1994 - die Weltbevölkerung war bereits auf 5 Milliarden Menschen angewachsen - auf der Weltbevölkerungskonferenz
Ergebnisse der Konferenz
Ein nachhaltiger Entwicklungsprozess setzt auch eine Stabilisierung der Weltbevölkerung voraus.
- Alle bevölkerungspolitischen Maßnahmen sollen auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruhen und die Menschenwürde wahren.
- Die Notwendigkeit der Familienplanung wurde weltweit gebilligt.
- Jeder soll Zugang zu Familienplanungsdiensten haben.
- Abtreibung als Mittel der Familienplanung wurde ausgeschlossen.
- Erziehung und Stärkung von Frauen ist der effektivste Weg, um das Bevölkerungswachstum zu senken und eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben.
- Built consensus for integrating family planning programmes into a new comprehensive approach to reproductive health.
- Services, and won international recognition that educating and empowering women is the most effective way to reduce population growth rates and promote sustainable development.
- Adopted a plan of action which sets specific resource targets for international population assistance, to enable countries to make reproductive health and family planning accessible to all by no later than 2015.
- Spurred donor countries to significantly increase funding for population-related activities, although total pledges this year are still well below the year 2000 goals set by the Conference.
- Reaffirmed the global consensus that voluntary family planning decisions are a basic human right of all couples and individuals, and that coercion in any form is unacceptable."
Am Ende der Konferenz mit knapp 11.000 registrierten Teilnehmern verabschiedeten die 179 teilnehmenden Staaten ein umfassendes "Aktionsprogramm" für die nächsten 20 Jahre, das Bevölkerungs-, Entwicklungs- und Frauenrechtspolitik verbindet. Der Aktionsplan sieht insbesondere vor, bevölkerungsrelevante Maßnahmen verstärkt in Entwicklungs-Strategien zu integrieren. Dadurch sollten die Länder in den Stand gesetzt werden, die Sterblichkeit vor allem von Müttern und Kleinkindern zu senken (u.a. im Hinblick auf unsichere Abtreibungen als führende Ursache für die Sterblichkeit von Müttern) und Familienplanung für alle bis spätestens 2015 erreichbar zu machen. Ein Schwerpunkt ist dabei die Stärkung (empowerment) von Frauen. Auch hat sich die internationale Staatengemeinschaft verpflichtet, mehr Geld für bevölkerungspolitische Maßnahmen zur Verfügung zu stellen.
Grundsätze zur nachhaltigen Entwicklung
Der Bericht, der das Aktionsprogramm enthält, umfasst in der englischen Version ca. 120 Seiten. In seiner Präambel bezieht sich das Aktionsprogramm ausdrücklich auch auf die Grundsätze der Konferenz von Rio 1992 und die Inselstaatenkonferenz 1994 in Barbados. Neben der Präambel besteht er aus den Grundsätzen (Principle) und vierzehn umfangreichen Kapiteln zu den einzelnen Oberpunkten des Aktionsprogramms. Mehrere der insgesamt fünfzehn Grundsätze beziehen sich explizit auf nachhaltige Entwicklung, so z.B.
Grundsatz 2
Die Menschen sind das zentrale Anliegen einer nachhaltigen Entwicklung. ... ("Human beings are the centre of concerns for sustainable development.")
Grundsatz 6:
Nachhaltige Entwicklung als ein Mittel zur Sicherstellung menschlichen Wohlergehens, gerecht geteilt von allen Menschen heute und in der Zukunft, erfordert, dass die Wechselbeziehungen zwischen Völkern, Ressourcen, der Umwelt und Entwicklung vollständig wahrgenommen, richtig gemanagt und in eine harmonische, dynamische Balance gebracht werden. (...) ("Sustainable development as a means to ensure human well-being, equitably shared by all people today and in the future, requires that the interrelationships between population, resource, the environment and development should be fully recognized, properly managed and brought into harmonious, dynamic balance.")
Maßnahmen
Die darauf folgenden vierzehn Maßnahmenbündel befassen sich u.a. mit
III. Wechselbeziehungen zwischen Völkern, nachhaltigem Wirtschaftswachstum und nachhaltiger Entwicklung (...)
VII. Fortpflanzungsrechte und Fortpflanzungsgesundheit (hier ein Unterkapitel über sexuell übertragene Krankheiten und Vorbeugung gegenüber dem HI-Virus)
VIII. Gesundheit, Krankheit und Sterblichkeit (hier ein Unterkapitel über HIV/AIDS)
IX. Bevölkerungsverteilung, Verstädterung und interne Wanderungen (hier ein Unterkapitel über Bevölkerungsverteilung und nachhaltige Entwicklung (...)
XI. Bevölkerung, Entwicklung und Erziehung (Unterkapitel Erziehung, Bevölkerung und nachhaltige Entwicklung) (...)
XIII. Nationale Aktionen
XIV. Internationale Kooperation
XV. Partnerschaft mit dem NGO-Sektor (Nichtstaatliche Organisationen)
XVI. Nachfolgeaktionen der Konferenz.
Sonderversammlung ICPD+5 in New York, 1999
1999 - die 6 Milliarden-Marke war inzwischen erreicht - führte die UN-Sondervollversammlung (General Assembly Special Session on the International Conference on Population and Development [ICPD+5
Interne Links
Externe Links
- UNFPA - United Nations Population Fund

- Auswertung der UN

- UN: Bericht der Weltbevölkerungskonferenz
(englisch) - ECOSOC
(Economic and Social Council) - Dokumente von UN-Konferenzen finden Sie auf der Seite des Deutschen Übersetzungsdienstes der UN

- UNFPA: Zusammenfassung des Aktionsprogramms, 03.1995 (englisch, archive.org)
- ICPD+5
- International Conference on Population and Development







