Saarland
Landesregierung
Am 30. August 2009 wurde der 14. saarländische Landtag gewählt. Eine sogenannte Jamaika-Koalition, bestehend aus CDU
Nachhaltigkeit im Koalitionsvertrag 2009-2014
Der Koalitionsvertrag zur 14. Legislaturperiode (2009-2014)
In der Präambel bezeichnen die Regierungsparteien den Vertrag als "Kompass [...], um unserem Land den richtigen Weg in die Zukunft zu weisen." Der Standort solle "zu einem Symbol für die Symbiose von wirtschaftlichem Wachstum und ökologischem Handeln" gemacht werden und damit "zum Vorreiter eines neuen Politikmodells der nachhaltig ökonomischen, der ökologischen und der sozialen Modernisierung" werden. "Konkurrenzfähige Produktionsprozesse der Zukunft sind durch Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz geprägt."
Auch die einzelnen Politikfelder wie Wirtschaft, Umwelt und Natur, Energie und Klimaschutz oder Soziales thematisieren wörtlich immer wieder das Prinzip einer nachhaltigen Entwicklung. So begreife die saarländische Wirtschaftspolitik "Ökonomie und Ökologie nicht als Gegensätze, sondern als einander ergänzende Bestandteile zur Realisierung einer nachhaltigen Zukunftssicherung für kommende Generationen." Man nehme "den Auftrag zur Nachhaltigkeit ernst, den Schutz der Umwelt, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Gerechtigkeit zur Grundlage unserer politischen Entscheidungen zu machen. [...] Das Leitbild der Nachhaltigkeit, mit dem Ziel, die Artenvielfalt und die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten sowie das Klima zu schonen, steht deshalb im Zentrum unserer Politik. Für einen generationengerechten Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen werden wir die geeigneten Rahmenbedingungen schaffen."
Es soll eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt werden, um die Politik "zukunftsfest" zu gestalten. Außerdem soll ein Nachhaltigkeitscheck für sämtliche Planungen der "öffentlichen Hand" verpflichtend sein. "Von zentraler Bedeutung in diesem Nachhaltigkeitscheck ist die Bewertung der Klima-, Umwelt-, Kosten- und Demographiegerechtigkeit von öffentlichen Vorhaben. Hierfür richtet die Landesregierung eine zentrale Stelle für Nachhaltigkeitsfragen ein."
Bezüglich des Klimaschutzes enthält der Koalitionsvertrag das "ambitionierte Ziel, den Treibhausgasausstoß in Zwischenschritten bis 2050 um 80% zu reduzieren." Außerdem soll am gesetzlich festgelegten Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie festgehalten werden. Im Bundesrat werde das Saarland Gesetzesinitiativen, die die Verlängerung der Nutzung der Atomkraft zum Ziel haben, ablehnen.
Nachhaltigkeit in der Regierungserklärung
In der Regierungserklärung vom 18. November 2009 bekräftigt Ministerpräsident Peter Müller gemeinsam den Koalitionspartnern FDP und Grüne, "christdemokratische, liberale und grüne Überzeugungen, Denkanstöße und Konzepte zu einem Projekt der ökonomischen, ökologischen und sozialen Modernisierung zusammenzuführen, mit dem Ziel, "ein wirtschaftlich starkes, ökologisch vorbildliches und sozial gerechtes Saarland" zu erreichen. In Anlehnung an den Koalitionsvertrag verspricht Müller, die Politik u.a. unter das Prinzip "der Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit" zu stellen. Er wolle sich stets an der Maxime orientieren, Probleme von heute so zu lösen, ohne die Chancen nachkommender Generationen zu schmälern.
Landesweite Nachhaltigkeitsstrategie
Der Koalitionsvertrag 2009-2014 sieht zwar die Errichtung einer saarländischen Nachhaltigkeitsstrategie sowie einer zentralen Stelle für Nachhaltigkeitsfragen vor, derzeit sind dazu aber noch keine Informationen zugänglich (Stand Mai 2010).
Nachhaltigkeit in der Praxis
Der Umweltpakt Saar
Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert und finanziert das saarländische Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr ein Freiwilliges Ökologisches Jahr
Die Universität des Saarlandes
Im Rahmen der Agenda 21 betreiben saarländische Städte und Gemeinden lokale Prozesse, um nachaltige Entwicklung zu fördern.
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