Mecklenburg-Vorpommern: Nachhaltige Entwicklung im Umweltbereich, 2005 (Archiv)

Der Inhalt des von Ihnen gesuchten Artikels wurde überarbeitet, um größtmögliche Aktualität zu gewährleisten. Den aktuellen Artikel finden Sie hier.

Unter der Überschrift "Schritte für eine nachhaltige Entwicklung im Umweltbereich" stellte das Umweltministerium im Jahr 2005 ihre Leitlinien dar. Im Folgenden finden Sie Zitate aus der ursprünglichen Textversion, die nicht mehr auffindbar ist. Die Publikation enthält Kapitel zu den folgenden Themen:

  • Reformperspektive Nachhaltige Entwicklung
  • Die Umsetzung des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung
  • Schutz des Naturhaushaltes und der landschaftlichen Vielfalt
  • Umweltmonitoring in Mecklenburg-Vorpommern
  • Entwicklung eines landesspezifischen Systems von Umwelt- und Nachhaltigkeitsindikatoren
  • Meeresumweltschutz und internationale Zusammenarbeit im Ostseeraum
  • Klimaschutzpolitik
Im Folgenden finden Sie einige Auszüge aus den Kapiteln:

Reformperspektive Nachhaltige Entwicklung

mit "Grundzügen der Situation in Mecklenburg-Vorpommern": "Land, Gemeinden und Kreise sowie die anderen Träger der öffentlichen Verwaltung schützten und pflegen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten die natürlichen Grundlagen jetzigen und künftigen Lebens. Sie wirken auf den sparsamen Umgang mit Naturgütern hin. Verfassung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Art. 12, Abs. 1

Die Vorgaben der Umweltministerkonferenzen, insbesondere das Jenaer 10-Punkte-Programm wurden von dem Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Umwelt bzw. später durch das Umweltministerium aufgegriffen und auf die individuellen Gegebenheiten Mecklenburg-Vorpommerns übertragen. Verschiedene Analysen der Situation in Mecklenburg-Vorpommern führen zu ähnlichen Ergebnissen hinsichtlich der Einschätzungen des ökologischen, sozialen und ökonomischen Sektors, die sich folgendermaßen zusammenfassen lassen:

  • die Situation der Umwelt hat sich in den Jahren nach 1990 in vielen Bereichen deutlich verbessert. Dabei haben Techniken des nachsorgenden Umweltschutzes einen erheblichen Anteil. Diese Aussagen lassen sich u.a. durch die Darstellungen in den Umweltberichten des Ministeriums eindrucksvoll nachvollziehen.
  • die sozioökonomische Situation des Landes wird hauptsächlich beeinträchtigt durch die sehr hohe Arbeitslosigkeit und die zum Teil hierdurch bedingte Bevölkerungsabwanderung insbesondere junger und hochqualifizierter Menschen. Dadurch wird die in weiten Teilen des Landes ohnehin schon sehr geringe Bevölkerungsdichte weiter verringert. Die Siedlungsstruktur des Landes ist geprägt durch die im Vergleich zu anderen Bundesländern geringe Zahl an größeren Städten und dem damit verbundenen hohen Prozentsatz an Menschen, die in kleinen Gemeinden leben.
Der ökologische Sektor stellt in Mecklenburg-Vorpommern somit den momentan [Stand 2005] stabilsten Sektor der in dem Zieldreieck der nachhaltigen Entwicklung aufgeführten Trias Ökonomie, Ökologie, Soziales dar. Darüber hinaus bildet der Umweltschutz eine unabdingbare Voraussetzung für viele Branchen, denen in Mecklenburg-Vorpommern zukünftig eine bedeutende Rolle zuerkannt wird. Hierzu gehört u.a. die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, der ökologische Landbau, der Tourismus und die Umwelttechnologie. In kaum einem anderen Land ist daher eine erfolgreiche Ökonomie und die damit verbundenen positiven sozialen Auswirkungen mit einer intakten Ökologie so eng verbunden wie in Mecklenburg-Vorpommern. In diesem Umfeld bildet die Ökologie die geeignete Basis zur Weiterentwicklung der Bemühungen in Richtung Nachhaltigkeit. Die große Gestaltungsaufgabe der Zukunft wird darin bestehen, die sozialen und ökonomischen Defizite zu beheben, ohne die nahezu intakte Ökologie zu beeinträchtigen."

Die Umsetzung des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung:

"Umweltbildung/Bildung für Nachhaltigkeit richtet sich gleichermaßen an beide Geschlechter. Eine herauszuhebene Zielgruppe ist dabei die Jugend, die am längsten mit den heute getroffenen Entscheidungen leben muss. Wichtig dabei ist, dass eine entsprechende Bildung nicht ausschließlich in Klassenzimmern und Hörsälen vermittelt werden kann. Vielmehr sind auch anschauliche Beispiele und realitätsnahe Vorbilder notwendig. Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang den Lokale-Agenda-21-Initiativen zu, die als lokale Lernräume der nachhaltigen Entwicklung dienen können. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der Notwendigkeit, dass sich Umweltbildung/Bildung für Nachhaltigkeit an den regionalen Gegebenheiten vor Ort orientieren muss. Darüber hinaus sind die in den Kapiteln III bis VI aufgeführten Handlungsfelder der nachhaltigen Entwicklung geeignet, die Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung zu dokumentieren. So verstanden stellt die Umweltbildung/ Bildung für Nachhaltigkeit einen wesentlichen Eckpunkt einer zeitgemäßen Allgemeinbildung an der Wende zum 21. Jahrhundert dar."

Entwicklung eines landesspezifischen Systems von Umwelt- und Nachhaltigkeitsindikatoren

Entwicklung und Abstimmung von Zielwerten und Wertekorridoren für Umwelt- und Nachhaltigkeitsindikatoren:
Erst die Festlegung von Zielgrößen für Indikatoren macht aus den zunächst nur zustandsbeschreibenden Werten der Indikatoren die "Zeigerinstrumente", mit denen eine gewünschte Entwicklung gesteuert und Fremdeinwirkungen überprüft werden können.
Die – vorläufige – Festlegung auf Zielwerte und Zeitrahmen bzw. Wertekorridore, die den landesspezifischen Gegebenheiten entsprechen, ist der schwierigste Teil der Erzeugung der Indikatoren. Da für diesen Bereich nach dem bisherigen Stand der Untersuchungen noch die wenigsten Erfahrungen vorliegen, wird man in einem iterativen Prozess zunächst vorläufige Vorschläge machen, die im Laufe der Zeit entsprechend den Erfahrungen und Beobachtungen modifiziert werden und auch wechselnden politischen und gesellschaftlichen Schwerpunkten angepasst werden können.
Die Festlegung auf Zielwerte und Zeitrahmen bzw. Wertekorridore kann erst nach der Auswahl der Indikatoren für das Land erfolgen.
Ein Verfahren, in dem nach dem Durchführen von Wichtungen und Aggregierungen von Parametern der Indikatoren durch einen rechnerischen Bewertungsprozess ein Umweltzustand angegeben wird, erfordert gesellschaftlich akzeptierte Umweltziele oder naturwissenschaftlich abgeleitete "Critical Loads" (FhG 1997, S.24), die für Mecklenburg-Vorpommern nicht vorliegen und deren Erstellung zunächst auch nicht geplant ist.

Interne Links

Externe Links

Letzte Aktualisierung

13.03.2014 14:25

Diesen Artikel: