WHO: Europakonferenzen Umwelt und Gesundheit, 1989-2010

WHO-Konferenzen der europäischen Umwelt- und Gesundheitsminister

5. WHO-Europakonferenz Umwelt und Gesundheit "Schutz der Gesundheit der Kinder in einer sich verändernden Umwelt", 2010
Auf der Hompage der WHO zur 5. Europakonferenz in Parma heißt es zu den Zielen der Konferenz:

"Durch bewährte Interventionen im Bereich Umwelt und Gesundheit könnte die Gesamtzahl der Todesfälle in der Europäischen Region der WHO um fast 20% gesenkt werden. Seit der Vierten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit im Jahr 2004 haben die Mitgliedstaaten der Region Fortschritte bei der Verwirklichung von vier Zielen erreicht:
  • Schutz der Gesundheit durch sicheres Trinkwasser und ausreichende sanitäre Einrichtungen;
  • Mehr Sicherheit vor Verletzungen und bessere Gesundheit durch angemessenes Bewegungsverhalten;
  • Verbesserung der respiratorischen Gesundheit durch Reinhaltung von Innen- und Außenluft;
  • Schutz der Gesundheit vor Belastung durch Chemikalien und Durchsetzung weitreichender Sicherheitsnormen.
Die Fünfte Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit stellt diese Entwicklungen in den Kontext eines sich abzeichnenden umfassenderen Szenarios, in dem auch sozioökonomische und geschlechtsbedingte Ungleichheiten, extreme Wetterereignisse und die finanziellen Engpässe in jüngster Zeit eine wesentliche Rolle spielen. Sie wird damit in den kommenden Jahren den Kurs der Region in Bezug auf die neu auftretenden Herausforderungen bestimmen."

4. WHO-Europakonferenz Umwelt und Gesundheit "Die Zukunft unseren Kindern", 2004
Die vierte Europakonferenz fand in Budapest statt. In dem dort beschlossenen "Aktionsplan zur Verbesserung von Umwelt und Gesundheit der Kinder in der Europäischen Region" (PDF) werden folgende Ziele genannt:
"Wirksames Handeln zum Schutz der Gesundheit der Kinder muss (...) folgende Aspekte betonen:
  • Vorsorge, d.h. Konzepte, Programme und Pläne, die den Zustand der natürlichen Umwelt (Luft, Wasser, Boden, Lärmsituation) verbessern sollen, insbesondere durch die Einbeziehung der Bedürfnisse von Kindern in die Wohnungs- und Verkehrspolitik, in Infrastrukturmaßnahmen und Planung;
  • Chancengerechtigkeit, d.h. Vorrang für den Schutz der am stärksten gefährdeten Kinder, insbesondere der vernachlässigten, verlassenen, behinderten, in Einrichtungen untergebrachten oder ausgebeuteten Kinder oder der Kinder, die unter den Folgen von bewaffneten Konflikten und Vertreibung leiden, indem der Zugang zu gesundheitlichen Vorsorgeleistungen und Sozialdiensten erleichtert wird;
  • Armutsbekämpfung, d.h. Konzepte, die gegen die vielschichtigen Aspekte von Armut unter Kindern angehen;
  • Gesundheitsförderung, d.h. Maßnahmen, die auf Vermeidung und Verminderung einer Belastung durch umweltbedingte Gesundheitsgefahren abzielen, indem sie gesunde Lebensweisen, nachhaltige Verbrauchsmuster und gesunde und zu einem gesunden Leben befähigende Wohnumfelder propagieren."
3. WHO-Europakonferenz Umwelt und Gesundheit, 1999
1999 wurden bei der 3. Europakonferenz "Umwelt und Gesundheit" in London die bei der Erarbeitung und Umsetzung der NEHAPs gemachten Erfahrungen ausgewertet ("Nationale Aktionspläne Umwelt und Gesundheit: NEHAPs") und die sich abzeichnenden Defizite analysiert. Zur Unterstützung der Aktivitäten in den einzelnen Ländern wurde von der WHO ein "Steering Committee" ins Leben gerufen, in dem Vertreter der Regierungen von Bulgarien, Estland, Deutschland, Ungarn, Lettland, Malta, Russische Föderation, Schweden, Schweiz und Großbritannien mitwirken. Diese Staaten sollen ihre Erfahrungen auf nationaler Ebene auswerten. Eine internationale Auswertung und wissenschaftliche Begleitung soll durch das Institute of Public Policy and Social Research an der Michigan State University erfolgen.
Im Juni 1999 haben BMG und BMU gemeinsam das Aktionsprogramm "Umwelt und Gesundheit" (APUG) vorgelegt. Mehr dazu hier.

2. WHO-Europakonferenz Umwelt und Gesundheit, 1994
Zur 2. Europa-Konferenz "Umwelt und Gesundheit" 1994 in Helsinki legte die Weltgesundheitsorganisation einen "Aktionsplan Umwelt und Gesundheit für Europa (EHAPE)" vor. Die Umwelt- und Gesundheitsminister der teilnehmenden Staaten einigten sich in der Helsinki-Deklaration darauf, diesen Plan auf nationaler Ebene durch "Nationale Aktionspläne Umwelt und Gesundheit (NEHAPs)" umzusetzen.

1. WHO-Europakonferenz Umwelt und Gesundheit, 1989
Die Erkenntnis, dass im Bereich umweltbezogener Gesundheit ("environmental health") Verbesserungen nur im Zusammenwirken der Verantwortlichen aus den Sektoren Gesundheit und Umweltschutz möglich sind, führte zur 1. Konferenz der Mitgliedsstaaten in der europäischen Region der WHO "Umwelt und Gesundheit" 1989 in Frankfurt/Main. Hier verabschiedeten die Umwelt- und Gesundheitsminister aus 29 Staaten die "Europäische Charta Umwelt und Gesundheit". Die Charta stellte fest, dass die menschliche Gesundheit Vorrang vor wirtschaftlichem Wachstum habe.
1993 verabschiedete die WHO das Programm "Globale Strategie für Gesundheit und Umwelt" (Global Strategy for Health and Environment). Dieses Programm sollte als Arbeitsrahmen für die Erfüllung der in der Agenda 21 vereinbarten Ziele dienen.

Dokumente
Artikel "Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit"
"Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit in Europa", Maßnahmenkatalog der Zweiten Europakonferenz Umwelt und Gesundheit, 1994
"Aktionsplan zur Verbesserung von Umwelt und Gesundheit der Kinder in der Europäischen Region"
Dokumentation des APUG

Interne Links
Externe Links
Geschichte der Konferenzen "Gesundheit und Umwelt" auf der Homepage des APUG
Hompage der WHO zur 5. Europakonferenz

Schlagworte

Gesundheit, WHO

Letzte Aktualisierung

15.06.2015 10:44

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