Global 2000: Bericht an den Präsidenten der USA, 1980

Einleitung
Nach drei Jahren intensiver Arbeit legte der Rat für Umweltqualität (Council on Environment Quality) im Juli 1980 dem damaligen Präsidenten der USA, dem Demokraten Jimmy Carter, den von der amerikanischen Regierung in Auftrag gegebenen Bericht "Global 2000" vor. Dieser Bericht sollte, so der Auftrag, "die voraussichtlichen Veränderungen der Bevölkerung, der natürlichen Ressourcen und der Umwelt auf der Erde bis zum Ende dieses Jahrhunderts" untersuche_1508n. Der Bericht beschreibt und analysiert eine Reihe von Zukunftsproblemen, aufgegliedert nach Weltregionen, die zu erwarten und teilweise schon eingetreten sind. Schwerpunkte sind Bevölkerung, Bruttosozialprodukt, Klima, Wasser, Nahrungsmittel, Landwirtschaft, Wälder und Forstwesen, Energie und andere mehr.

"Global 2000" endet mit der Perspektive:
"Die Schlussfolgerungen, zu denen wir gelangt sind, sind beunruhigend. Sie deuten für die Zeit bis zum Jahr 2000 auf ein Potential globaler Probleme von alarmierendem Ausmaß (...) Weltweite Veränderung der Politik ist erforderlich, bevor sich diese Probleme weiter verschlimmern und die Möglichkeiten für wirkungsvolles Handeln immer stärker eingeschränkt werden (...) Angesichts der Dringlichkeit, Reichweite und Komplexität der vor uns liegenden Herausforderungen bleiben die auf der ganzen Welt in Gang gekommenen Anstrengungen allerdings weit hinter dem zurück, was erforderlich ist. Es muss eine neue Ära der globalen Zusammenarbeit und der gegenseitigen Verpflichtungen beginnen, wie sie in der Geschichte ohne Beispiel ist."

Präsident Carter beauftragte umgehend den Rat für Umweltqualität und sein Staatsministerium (State Department) damit, ein Handlungsprogramm zu entwickeln, das den in "Global 2000" aufgezeigten Problemen, die letztlich alle auf den sich bedingenden und verstärkenden Grundproblemen Bevölkerungswachstum, Ressourcenverknappung und Umweltzerstörung beruhten, effektiv entgegentreten sollte. Binnen eines halben Jahres lag dieses Programm vor: Der Bericht "Global Future: Time to Act" erstreckt sich auf nahezu alle in "Global 2000" angesprochenen Problembereiche. Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:

  • Forschungsförderung (in fast allen angesprochenen Bereichen)
  • Finanzierung von Handlungsprogrammen (in mehr als der Hälfte der betrachteten Konfliktbereiche)
  • Gründung nationaler und internationaler Beraterkommissionen
  • Einberufung nationaler und internationaler Konferenzen
  • Stützung und Steuerung privatwirtschaftlicher Initiativen, die den im Bericht definierten amerikanischen Interessen (u.a. Sicherung der Führungsposition der USA unter den westlichen Industrienationen) entsprechen
  • Verabschiedung internationaler Resolutionen, Zielprogramme und Richtlinien.
Unter dem neuen konservativen US-Präsidenten Ronald Reagan wurde das Handlungsprogramm nicht weiter verfolgt, der Rat für Umweltqualität völlig umbesetzt und die meisten wissenschaftlichen Mitarbeiter später entlassen.

Weitere Quelle: Bechmann A., Michelsen G.: Global Future. Es ist Zeit zu handeln. Öko-Institut Freiburg, 1981


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Öko-Institut e.V. Institut für angewandte Ökologie, Freiburg

Schlagworte

Berichte, Globalisierung

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14.10.2015 11:41

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