Ökologie Definition / ökologisch

Definition
Die Ökologie kann als ein Teilgebiet der Biologie definiert werden. Sie befasst sich mit den Wechselbeziehungen zwischen der belebten und unbelebten Umwelt, also zwischen den Lebewesen und dem Klima, Boden, Wasser und der Luft. Ökologie ist eine Systemwissenschaft, in der die Erkenntnisse aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Bereichen zusammenfließen. Hierbei fließt der Anpassung an die entsprechenden Gegebenheiten eines Standortes eine wichtige Bedeutung zu
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Einzelne Elemente der Ökologie heißen Ökofaktoren, belebte und unbelebte Gemeinschaften hingegen bilden ein Ökosystem.

Aufgrund der großen Variabilität des Begriffes gibt es jedoch zahlreiche weitere Definitionen. Der erste Definitionsversuch wurde von Ernst Haeckel vorgenommen und stammt aus dem Jahre 1866:

„Unter Oecologie verstehen wir die gesammte Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Aussenwelt, wohin wir im weiteren Sinne alle „Existenz-Bedingungen“ rechnen können. Diese sind theils organischer, theils anorganischer Natur; sowohl diese als jene sind, wie wir vorher gezeigt haben, von der grössten Bedeutung für die Form der Organismen, weil sie dieselbe zwingen, sich ihnen anzupassen.“

– Ernst Haeckel 1866 (Haeckel. Generelle Morphologie der Organismen. Allgemeine Grundzüge der organischen Formen-Wissenschaft, mechanisch begründet durch die von Charles Darwin reformirte Descendenz-Theorie, 1866)
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Die klassische Dreiteilung
Die Ökologie lässt sich auf drei wesentliche Fachbereiche reduzieren. Man unterscheidet zwischen der Synökologie der Autökologie, und der Demökologie. Die Schwierigkeit besteht darin die hohe Komplexibilität biologischer Systeme zu berücksichtigen. Hierbei stehen nicht die Individuellen Charakterristika der Lebewesen bzw. der Umwelt im Vordergrund sondern vielmehr generalisierte Systeme.

Synökologie
Dieses Teilgebiet der Ökologie bezieht sich darauf, Gesetzmäßigkeiten zu ermitteln, die sich aus dem Zusammenleben von Individuen mehrerer Arten in einem Lebensraum ergeben. Grundsätzlich wird somit das Ökosystem in seiner Gesamtheit betrachtet. Dies stellt auch den zentralen Unterschied zur Autökologie dar.
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Autökologie
Die Autökologie kann als Teilgebiet der Ökologie verstanden werden, das sich im Gegensatz zur Synökologie mit den Beziehungen einzelner Arten zu den verschiedenen Umweltfaktoren befasst. Im Fokus der Autökologie stehen Fragen nach dem Einfluss der Außenbedingungen auf Leistungsfähigkeit, Verhalten und Lebensfunktionen oder die Frage nach der historischen und rezenten Verbreitung von Arten und deren Ursachen. Die Autökologie gilt als die älteste Fachrichtung der Ökologie und basierte zu Beginn nur auf Freilandbeobachtungen. Mit dem zeitlichen Verlauf entwickelte sie sich zu einer experimentierenden Wissenschaftsrichtung, bei der vor allem Versuche unter kontrollierten Laborbedingungen zum Einsatz kommen. Besondere Bedeutung kommt der Autökologie im Bereich der angewandten Fragestellungen zu. So ist ohne dieses Teilgebiet der Ökologie die erfolgreiche Bekämpfung von Krankheitserregern ohne detaillierte Kenntnis ihrer Lebensweise und ökologischen Ansprüche nur schwer möglich.
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Demökologie
Der Begriff Demökologie kann als Populationsökologie übersetzt werden. Untersuchungsgebiet der Populationsökologie sind die Wechselwirkungen der Population einer Art mit anderen Populationen derselben oder einer anderen Art. Auch untersucht sie die Wechselwirkung einer Population mit ihrer Umwelt. Die Demökologie erfasst die Struktur und Dynamik von Populationen, ihre altersmäßige Zusammensetzung, ihr Wachstum und ihre Entwicklung unter dem Einfluss der biotischen und abiotischen Faktoren des Ökosystems.
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Ökologische Nachhaltigkeit
Die ökologische Nachhaltigkeit beschreibt den langfristigen und rücksichtsvollen Umgang mit (endlichen) natürlichen Ressourcen. Von großer Wichtigkeit sind hier das Überleben und der Gleichgewichtszustand von Ökosystemen. Bei einer Vernachlässigung der ökologischen Nachhaltigkeit würden bestimmte Ressourcen unwiderruflich zerstört werden. Dies würde nicht nur folgenschwere Konsequenzen für die entsprechenden Ökosysteme bedeuten, sondern auch für den Menschen. In dem Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit stehen neben der Ökologie die Ökonomie und der soziale Faktor im Vordergrund. Aufgrund der Konkurrenzsituation und der Fragilität des natürlichen Ökosystems wurde die Säule der Ökologie besonders in der jüngeren Vergangenheit immer stärker betont. Hierbei darf nicht vergessen werden das ohne ein funktionierendes Ökosystem das wirtschaftliche Handeln des Menschen stark eingegrenzt ist.

Ökologisches Wörterbuch

  • Abiotische Faktoren: Abiotische Umweltfaktoren sind Faktoren aus der nicht lebenden Natur. Sie können physikalischer oder chemischer Natur sein. Gemeint sind hier zum Beispiel die Temperatur, das Licht, die Gewässer oder chemische Stoffe.
  • Art: Eine Art ist eine Gruppe von Individuen, die von ihrem Verhalten und ihrer Physiognomie ihren 'Vorfahren' gleicht und sich dadurch von anderen Individuengruppen abgrenzt. Die Fortpflanzungsfähigkeit bildet den Kern des Artenbegriffes.
  • Biotische Faktoren: Unter biotischen Umweltfaktoren versteht man alle Einwirkungen auf einen Organismus, die von anderen Lebewesen ausgehen. Diese Einflüsse können sowohl von Lebewesen der eigenen Art (intraspezifisch) als auch von Lebewesen anderer Arten (interspezifisch) auftreten. In diesem Zusammenhang gibt es verschiedene Interaktionsmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Arten wie die Räuber-Beute-Beziehung, den Parasitismus und Symbiose ein.
  • Population: Eine Population ist eine Gruppe von Individuen der gleichen Art, die aufgrund ihrer Entstehungsprozesse miteinander verbunden sind, eine Fortpflanzungsgemeinschaft bilden und zur gleichen Zeit in einem einheitlichen Areal zu finden sind.
  • Ökologische Nische: Der Begriff "ökologische Nische" bezeichnet die Gesamtheit der Umweltfaktoren, die eine einheitliche Gruppe von Pflanzen oder Tieren (also Arten oder Rassen) für ihr Überleben benötigt. Der Begriff meint keinen geografischen Raum, sondern ein Gefüge von Beziehungen. Da jede Art andere Anforderungen an ihren Lebensraum hat, zum Beispiel in Bezug auf Nahrung, Aktivitätszeiten oder Bruträume aber auch in ihrer Wirkung auf die Umwelt, können verschiedene Tier- oder Pflanzenarten den gleichen Lebensraum nutzen, ohne sich gegenseitig in ihren Bedürfnissen zu behindern. Manchmal sagt man auch, dass die ökologische Nische der "Beruf" einer Art ist, da sie in der Nische ihren Platz im jeweiligen Ökosystem gefunden hat.
  • Ökosystem: Pflanzen und Tiere leben in einem bestimmten Lebensraum, beispielsweise in einem Ozean, einem Wassertümpel oder auch in einem Laubwald. Ein solcher Lebensraum ist ein Ökosystem. Darin leben verschiedene Arten von Lebewesen, die gegenseitig voneinander abhängig sind. Die Bewohner eines Ökosystems können je nach ihrer Funktion in die jeweilige Klasse der Produzenten (Erzeuger), Konsumenten (Verbraucher) oder Destruenten (Zersetzer) gegliedert werden. Um den Begriff 'Ökosystem' besser eingrenzen zu können, wird zwischen offenen, dynamischen und komplexen Systemen unterschieden.
Dokumente
Definition Ökologie
Ernst Haeckel – Vater der Ökologie

Interne Links
Externe Links
Gesellschaft für Ökologie
Ökologische Niesche
Ökologische Landwirtschaft

Schlagworte

Artenschutz, Biosphärenreservat, Ökologie, Ökologischer Fußabdruck, Ökosystem, Umwelt

Letzte Aktualisierung

26.08.2015 13:20

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