Umweltstandards: ISO 14001 & EMAS

Unternehmen, die einen Schwerpunkt auf das Management ihrer ökologischen Verantwortung legen und die entsprechenden Leistungen erhöhen wollen, können das europäische Umweltmanagementsystem EMAS, auch bekannt als EU-Öko-Audit , einführen oder auf das internationale Pendant ISO 14001 zurückgreifen.

Die von der Internationalen Standardisierungsorganisation (ISO) 1996 entwickelte und im Jahr 2000 aktualisierte ISO 14001 sowie das von der Europäischen Kommission entwickelte „Eco-Management and Audit Schemes“ (EMAS) sind Normen, nach der Unternehmen ihre Umweltmanagementsysteme ganz oder für einzelne Betriebsstätten zertifizieren lassen können. Sie enthalten eine Reihe von Vorgaben bezogen auf die Umweltauswirkungen des Kerngeschäfts. Unternehmen mit Aktivitäten an mehreren Standorten und in mehreren Ländern setzen sich vielfach Ziele, bis wann bestimmte Prozentsätze der Standorte oder des Umsatzes nach einer der beiden Normen zertifiziert werden sollen.

Beide Systeme sind anerkannt, eine größere Bedeutung hat aber die global verbreitete ISO 14001. Die ISO 14001 ist seit 2001 die Umweltmanagement-Basis von EMAS. Mit EMAS II wurden 2005 die Anforderungen an das Managementsystem wortgleich übernommen. Seitdem erfüllt eine EMAS-Organisation auch alle Anforderungen der ISO 14001.

Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass der mit der ISO 14001 ursprünglich angestrebte Paradigmenwechsel – von der Erfüllung gesetzlicher Auflagen hin zu einer eigenständigen Suche und Realisierung von Chancen - meist ausbleibt. Wissenschaftler kritisieren, dass ihr Fokus auf der Optimierung des Managementsystems liegt und sie in der Praxis oft bei der Produktionsoptimierung und Abfallvermeidung verharrt und oft nicht das Kerngeschäft und das Produktdesign erreicht. Weil das System zu statisch und wenig zukunftsorientiert auf Entwicklungsmöglichkeiten ausgereichtet sei, lägen strategische Erfolgspotenziale brach.

Dagegen verpflichten sich EMAS-Organisationen zu einer kontinuierlichen Verbesserung ihrer Umweltleistung über gesetzliche Anforderungen hinaus. Bei der ISO 14001 wurde die strategische Komponente in jüngster Zeit darum verstärkt. So verweigert etwa eine TÜV-Organisation eine Re-Zertifizierung, wenn nicht deutlich wird, wie in den Strategien der Geschäftsbereiche Umwelt- und Sozialaspekte verankert sind. Im Rahmen von Strategieprozessen sind auch Befragungen von Interessengruppen (-> Stakeholdern) vorgesehen sowie die Definition von Kernthemen und Indikatoren zur Erfolgsmessung, anhand derer sich die von den Geschäftsbereichen zu entwickelnden Maßnahmen auszurichten haben. Ziel dabei ist, eine Nachhaltigkeitsstrategie strategisch auszubauen und weiterzuentwickeln.

Experten empfehlen für eine dynamische Ausrichtung ganzheitliche und noch stärker strategieorientierte Vorgehensweisen, beispielsweise das „Product Lifecycle Management“ (PLM).

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Schlagworte

Eco-Management and Audit Scheme (EMAS), ISO , Managementsysteme, Nachhaltigkeitsstandards für Unternehmen, Umweltschutz, Umweltstandard

Letzte Aktualisierung

18.11.2015 10:43

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