Wachstum im Wandel

Die Wachstumsdebatte in Österreich wird durch die Initiative „Wachstum im Wandel“ auf breiter Basis ausgetragen. Die Initiative wurde 2008 vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (kurz Lebensministerium) ins Leben gerufen und lädt Institutionen, Organisationen und Menschen dazu ein, sich mit Fragen zu Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität zu beschäftigen. Partner der Initiative sind österreichische Ministerien, das Bundeskanzleramt, Landesregierungen, Österreichische Sozialpartnerschaften, die Österreichische Nationalbank und weitere Organisationen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

2008 startete ein Stakeholder Dialog mit Diskussionsrunden und Workshops, der 2009 in die Publikation des Buches „Welches Wachstum ist nachhaltig? Ein Argumentarium“ mündete. Das erste Highlight der Initiative war die gleichnamige Konferenz „Wachstum im Wandel“ im Jänner 2010. Die Themen dieser Konferenz waren thematisch breit aufgestellt, um verschiedene Stakeholder anzusprechen: Geld und Finanzsystem, Wachstum und Ressourcenverbrauch, Soziale Gerechtigkeit und Armut, Nachhaltige Produktion und Konsum, Regionale Aspekte, Makroökonomische Fragen, Lebensqualität und Messung von Wohlstand, Arbeit, Governance sowie Nachhaltiges Management.

Angelehnt an diese zehn Konferenzthemen wurde von 2010 bis 2012 in Policy-Science Stakeholder-Dialogen die Wachstumsfrage vertiefend diskutiert. Die Dialoge gingen der Frage nach, wie das Wirtschaftssystem angesichts des globalen Wandels (Ressourcenknappheit, Klimawandel, Armut und Verteilungsprobleme, etc.) langfristig stabilisiert werden kann. Die Ergebnisse dieser Dialoge können in acht Policy Papers nachgelesen werden. Des Weiteren wurden zwischen 2010 und 2012 Zukunftsdossiers zu den Themen „Wirtschaften jenseits von Wachstum“, „Zur Zukunft der Arbeit“ und „Alternative Wirtschafts- und Gesellschaftskonzepte“ sowie das Inspirationspapier „Vom Wachstumsparadigma zur Beziehungskultur“ veröffentlicht.

Im Oktober 2012 folgte die 2. internationale Konferenz zum Thema „was soll wachsen“? Sie beschäftigte sich mit der Frage was in Zukunft wachsen soll, was endlich ist, wie Wirtschaft, Leben und Arbeit in Zukunft gestaltet sind und wie der Wandel dorthin verlaufen kann. Die „Wachstum im Wandel“ Initiative liefert somit einen wesentlichen Beitrag, die Wachstumsdebatte in Österreich auf die Agenda zu setzen. Die Frage, welches Wachstum sozial und ökologisch kompatibel ist, ist gesellschaftsfähiger geworden. Im Herrbst 2010 fand auch in Finnland eine „Growth in Transition“-Konferenz statt und für 2014 ist geplant den Prozess mit Veranstaltungen in Brüssel und anderswo zu europäisieren.


Dokumente
"Wachstum im Wandel" Dossier
Growth in Transition Finland

Externe Links
BMLFUW (2013): Wachstum im Wandel.
BMLFUW (2010): Internationale Konferenz Wachstum im Wandel. Diskussionspapier.
BMLFUW (2012): 2. Internationale Konferenz „Wachstum im Wandel“.
BMLFUW (2013): Policy Papers.
BMLFUW (2010a): Zukunftsdossier. Wirtschaften jenseits von Wachstum. Befunde und Ausblicke.
BMLFUW (2010b): Zukunftsdossier. Zur Zukunft der Arbeit. Befunde und Ausblicke.
BMLFUW (2012a): Zukunftsdossier. Alternative Wirtschafts- und Gesellschaftskonzepte.
BMLFUW (2012b): Vom Wachstumsparadigma zur Beziehungskultur. Inspirationspapier Wachstum im Wandel.

Literaturangaben
  • Trattnig, R. (2012): The growth debate, revisited. In: Hinterberger, F., Pirgmaier, E., Freytag, E., Schuster, M. (Hrsg.): growth in transition. Earthscan, New York.
  • Trattnigg, R. (2009): Wachstum nachhaltig gestalten. Schauplätze, Akteure, Perspektiven. In Hinterberger F., Hutterer, H., Omann, I., Pirgmaier, E., Giljum, S.; Stocker, A., Teufel, A. (Hrsg.): Welches Wachstum ist nachhaltig? Ein Argumentarium, Mandelbaum Verlag, Wien.

Schlagworte

Wachstum, Wachstumsdebatte

Letzte Aktualisierung

12.11.2015 10:05

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