Environment Social Governance (ESG)

ESG ist die englische Abkürzung für „Environment Social Governance“, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Der Begriff ist international in Unternehmen als auch in der Finanzwelt etabliert, um auszudrücken, ob und wie bei Entscheidungen von Unternehmen und der unternehmerischen Praxis sowie bei Firmenanalysen von Finanzdienstleistern ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte sowie die Art der Unternehmensführung beachtet beziehungsweise bewertet werden. Viele Rating- und Research-Agenturen für Nachhaltigkeit arbeiten mit dem ESG-Ansatz. Zahlreiche Investoren, etwa die Mitglieder der UN-Initiative für verantwortliches Investment (UN PRI), integrieren wichtige
ESG-Kriterien in ihre Analysen von Wertpapieren. ESG ist jedoch nicht immer gleichzusetzen mit nachhaltigen Geldanlagen, weil bei ESG oft nur zentrale, für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen und Anlagen wichtige Kriterien gemeint sind, nicht aber Hunderte von Aspekten, die viele strenge nachhaltige Konzepte verwenden.

"Die Integration von ESG-Kriterien ist ein Managementansatz, der die langfristige Performance für die Anspruchsberechtigten maximiert" - dieser Aussage stimmten im Jahr 2010 bereits 84 Prozent von 251 befragten europäischen Investoren aus neun Ländern zu, die damals insgesamt 7,5 Billionen Euro Vermögen verwalteten. Es gebe keinen Widerspruch zwischen ESG-Integration und treuhänderischer Verantwortung, hieß es in der Studie „ESG Perception and Integration Practices“ der französischen Research-Agentur Novethic vom Dezember 2010.

Die Novethic-Nachfolge-Studie vom Dezember 2013 ergab, dass die Institutionellen Investoren besser als früher das Konzept verantwortliches Investierens umsetzen. Befragt wurden 165 langfristig orientierte Investoren (Pensionsfonds, Versicherer, Pensionskassen u.a.) in 12 Ländern, die mehr als 5000 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen repräsentieren. Von ihnen kombinieren 60 Prozent mehrere nachhaltige Anlagestrategien - Auswahl von Emittenten auf Basis von ESG-Kriterien, Ausschluss von Titel aus Risikogründen u.a.-, um auf die Emittenten von Aktien oder Anleihen einen stärkeren Druck auszuüben. Das Management von Risiken werde immer mehr zur entscheidenden Motivation, ESG-Aspekte zu beachten, so die Studie. Heute sage bereits ein Drittel der Befragten, ESG habe eine potenzielle „materielle“ Bedeutung für sie.
„Paradoxerweise zeigt die Umfrage aber auch, dass die konkrete Beachtung dieser Aspekte nicht voran kommt“, kritisiert Novethic. Mehrere Strategien des verantwortlichen Investieren seien rückläufig und 12 Prozent der Antwortenden signalisierten klar, dass nicht geplant sei, sie zu nutzen. Politiken verblieben oft auf abstrakter Ebene: Beispielsweise haben erst zehn Prozent der europäischen Großinvestoren Anlagepolitiken für heikle Branchen wie Bergbau, Atomkraft oder Palmöl entwickelt. Außerdem seien die Institutionellen weit davon entfernt, über sämtliche Anlageklassen hinweg verantwortlich zu investieren.

Die große Heterogenität der Ansichten, Motive und Praktiken der Institutionellen in verschiedenen Ländern bleibt ein großes Hindernis für die Verbreitung eines koordinierten und effektiven verantwortlichen Investierens, das die Unternehmen bewegen könnte mehr für eine nachhaltige Entwicklung zu tun“, resümiert Novethic.

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Schlagworte

Environment Social Governance (ESG), Firmenwerte, Kapitalanlage, Management, Nachhaltige Anlagekonzepte, Nachhaltiges Wirtschaften

Letzte Aktualisierung

18.11.2015 10:31

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