Anlagemöglichkeiten für institutionelle Anleger

Die Anlagemöglichkeiten (investment opportunities) sind sinnvoller Weise nach Zielgruppen zu differenzieren. Erklärungen zu verschiedenen Anlagekonzepten finden Sie hier. Informationen zu Anlagemöglichkeiten für Privatanleger finden Sie hier.

Für institutionelle Anleger wie Stiftungen, kirchliche Einrichtungen, Pensionsfonds und –kassen oder Vermögensverwalter gibt es eine größere Bandbreite an nachhaltigen Anlagemöglichkeiten. Sie können einerseits in dieselben Publikumsfonds, geschlossene Fonds, Zertifikate und ETFs investieren, wie Privatanleger. Hierbei gibt es allerdings häufig eine „institutionelle Tranche“, bei der infolge viel höherer angelegter Summen die Verwaltungsgebühren relativ niedriger sind als bei den „privaten“ Tranchen.

Größere Investoren können jedoch auch in nachhaltige, maßgeschneiderte Spezialfonds anlegen: Für diese Fonds, die ausschließlich für sie selbst oder eine ausgewählte, begrenzte Gruppe von Investoren aufgelegt werden, können sie ganz nach ihren eigenen Vorstellungen ökologische, ethische, soziale und Governance-Kriterien zu Anlagekriterien machen.

Der internationale Begriff dafür: ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance). Um die Einhaltung der Kriterien zu gewährleisten, kooperieren die Vermögensverwalter vielfach mit spezialisierten Rating- und Research-Agenturen. Vereinzelt werden Spezialfonds auch für das breite Publikum geöffnet.

Institutionelle, die das Thema Nachhaltigkeit nicht als Beimischung begreifen, sondern sämtliche Anlagen unter Beachtung öko-sozialer Vorgaben verwalten lassen wollen, können komplette Vermögensverwaltungsmandate erteilen. Hierbei werden alle Bestandteile des Portfolios und sämtliche Vermögensklassen (Asset Klassen) ganz oder teilweise nachhaltig verwaltet.

Üblich ist, dass beispielsweise Stiftungen, kirchliche Anleger oder Privatbanken ihr Portfolio durch einen externen Dienstleister anhand bestimmter ESG-Kriterien durchleuchten („screenen“) lassen, um zu erkennen, inwieweit das Portfolio nachhaltig respektive verantwortlich ausgerichtet ist und welche heikle Anlagen enthalten sind. Anschließend erfolgt nach und nach eine systematische Umstellung. Rasche Verkäufe heikler Anlagen sind oft nicht möglich oder finanziell nicht ratsam.

Großanleger, die ihr konventionelles Portfolio nicht auf ein nachhaltiges Konzept umstellen wollen, aber trotzdem verantwortlich investieren wollen, können die Wahrnehmung ihrer Stimmrechte auf Hauptversammlungen an ihren eigenen oder auch an einen externen Vermögensverwalter delegieren. Sie können zudem ihren oder einen externen Vermögensverwalter / Dienstleister beauftragen, ihr Portfolio nach bestimmten heiklen Themen zu durchleuchten und anschließend mit kritischen Unternehmen, in die sie investiert sind, in indirekten Dialog (Engagement) zu treten.

Darüber hinaus beginnen Großanleger, ESG-Aspekte in ihre Titelanalyse, Titelauswahl und das Portfoliomanagement zu integrieren (ESG-Mainstreaming). Dies passiert nach sehr individuellen Vorstellungen und Möglichkeiten, Kernindikatoren in bisherige Analysemodelle zu integrieren. Für immer mehr Anlageklassen ist eine solche Integration möglich. Im Rahmen der UN Prinzipien für Verantwortliches Investieren (UN PRI) entwickeln Arbeitsgruppen von Institutionellen Lösungen, um die PRI-Anlageprinzipen in die Praxis umzusetzen.

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Schlagworte

Anlagekonzepte, Anleger

Letzte Aktualisierung

03.11.2015 10:57

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