Investorenvereinigungen

Brains-to-VenturesÜber „Brains to Ventures“ investiert ein weitreichendes Netzwerk von engagierten unternehmerischen Privatinvestoren aus verschiedensten Branchen in Wachstumsunternehmen mit vielversprechenden, skalierbaren Geschäftsmodellen. Die im Jahr 2000 gegründete Investorengruppe mit inzwischen rund 100 Mitgliedern hält rund 50 Beteiligungen (Jan. 2014). Sie investiert jährlich insgesamt bis zu 20 Millionen Euro in mittelständische und junge Unternehmen quer durch alle Branchen, zu 80 Prozent in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Pro Firma sind dies durchschnittlich mehr als zwei Millionen Euro für einen Anteil von 25 bis 49 Prozent. „Sie ist die bedeutendste und aktivste Vereinigung unternehmerischer Privatinvestoren im deutschsprachigen Raum“, sagte Prof. Malte Brettel von der TH Aachen 2011 dem Handelsblatt. Die Gruppe verfüge über die meisten Mittel, investiere in großem Maßstab – oft mehr als Venture-Capitalists – und sei herausragend, weil sich erfahrene Unternehmer mit ihrem Wissen einbrächten. Sie fördert auf diese Weise Unternehmen verschiedener Branchen. Im Clean-Tech-Fokus stehen Biomasse, Geothermie und das Querschnittsthema Energieeffizienz.

Das Modell von b-to-v ist ungewöhnlich und sehr selektiv, wie das Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments 2010 recherchierte: Nicht jeder Investor kann mitmachen, meist nur private Unternehmer. Der „Club“ nimmt „Neue“ fast nur auf Empfehlung aus eigenen Reihen auf und nur dann, sofern alle anderen Mitglieder zustimmen. Zudem müssen die Neuen bereit sein, nicht nur Geld zur Erzielung attraktiver Rendite zu liefern, sondern auch ihr unternehmerisches Wissen, Netzwerke und persönliches Engagement. Denn die Gruppe investiert nur dort, wo Mitglieder weitreichende Expertise mit Branche, Technik oder Geschäftsmodell haben. Einer übernimmt als „Lead Investor“ die Verantwortung: Er begleitet das Unternehmen fachlich während der Laufzeit von drei bis fünf Jahren, bei Clean-Tech auch länger, und investiert einen beträchtlichen Teil seines Privatvermögens, so dass ihn ein Misserfolg schmerzen würde. Zudem verwaltet er treuhänderisch das eingeflossene Kapital der Co-Investoren, sei es von Mitgliedern oder von Institutionellen außerhalb des Kreises.

Dividenden gibt es in der Regel nicht, Gewinne werden reinvestiert, abgerechnet wird nach dem Verkauf des Investments. Die Mitglieder kommen aus vielen Branchen. Damit alle an allen Investments teilhaben können, besteht seit 2006 ein Fonds, der das Recht hat, je ein Drittel jeder Investitionssumme einzubringen. Das Investment-Komitee schaut sich die Deals sehr genau an und beteiligt sich nur, wenn eine gute Rendite sicher erscheint. Das Komitee prüft auch andere Nachhaltigkeitsaspekte, wie die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten sowie Umweltstandards und Fairness. Firmen stellen jährlich bis zu 1500 Anfragen an b-to-v, einige schicken fertige Business-Pläne. Pro Jahr resultieren daraus 15 bis 20 abgeschlossene Beteiligungen.
CRIC - Corporate Responsibility Interface CenterDas „Corporate Responsibility Interface Center (CRIC)“ ist ein Verein von mehr als hundert ethisch orientierten Investoren. Es ist nach eigenen Angaben die größte Investorengemeinschaft zur Förderung des ethischen Investments im deutschsprachigen Raum. CRIC-Mitglieder orientieren sich an den Nachhaltigkeitskriterien des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens, der mit über 800 Bewertungskriterien als das weltweit umfassendste Kriteriensystem für ethische Investments gilt.
Als Schnittstelle zwischen Investoren und Vertretern aus Wirtschaft und Politik bietet das Netzwerk seinen Mitgliedern aktive Gestaltungsmöglichkeiten, indem es in direkten und konstruktiven Dialog zu Unternehmen tritt. Mit seien Aktivitäten will es kulturellen, ökologischen und sozialen Aspekten in Unternehmen mehr Gewicht verleihen. Das funktioniert so: Als Plattform institutioneller und privater Investoren bündelt CRIC die Anliegen seiner Mitglieder und verleiht ihnen im Dialog mit Unternehmen entsprechendes Gewicht. Die Auswahl der Unternehmen und der Themen koordiniert eine eigens eingerichtete Projektgruppe. Die operative Umsetzung des Engagements erfolgt durch die Geschäftsführung von CRIC. Sie zeigt den Unternehmen Missstände und Verbesserungspotenziale auf und machen konkrete Lösungsvorschläge. Das Ergebnis dieses Prozesses wird an die Mitglieder der Vereinigung und die interessierte Öffentlichkeit kommuniziert.
Zudem vertritt die Vereinigung die Anlageinteressen ihrer Mitglieder gegenüber Politik und den Finanzmärkten. Sie organisiert Veranstaltungen zur Weiterbildung seiner Mitglieder und eröffnet Möglichkeiten zur nationalen und internationalen Vernetzung zwecks Wissens- und Erfahrungsaustausch.
Dachverband kritischer Aktionärinnen und AktionäreAm 23. Februar 1986 gründeten vier Frauen und elf Männer aus verschiedenen konzernkritischen Gruppen in Solingen den Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. Das Bündnis entstand zu einer Zeit immer stärker wachsenden Kritik an Managern, Vorständen und Unternehmensführungen in Großkonzernen. Auf Hauptversammlungen soll es den kritischen Aktionären zufolge nach nicht mehr nur um Dividende und Rendite gehen, sondern auch um die unternehmerische Verantwortung für die ökologischen und sozialen Folgen des Kerngeschäfts der Unternehmen.

Vertreter des Dachverbandes thematisieren diese auf Hauptversammlungen und bringen im Fällen erheblicher Umweltschädigungen oder Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen auch Gegenanträge ein. Damit wollen sie Bewusstsein schaffen und Anteilseigner auffordern, Vorstand und / oder Aufsichtsräte nicht zu entlasten. Der Dachverband spricht sich klar gegen Rüstung, Atomkraft und Chemieunfälle aus. Mittlerweile gibt es in fast allen großen deutschen Konzernen eigene Bündnisse der Kritischen Aktionäre. Sie deckten nach eigenen Angaben unter anderem die Verwicklung von Unternehmen in Bürgerkriege durch Militärexporte (einst Daimler im Sudan) auf, die Nutzung von hochgiftigen Gasen in Kraftwerken (Bayer/Taiwan) oder der Vernichtung der Existenzgrundlage von 8000 Fischern und ihren Familien aufgrund eines Kraftwerkbaus (ThyssenKrupp/Brasilien). Ziel des Bündnisses ist es, dass künftig solche problematischen Geschäftstätigkeiten unterbleiben beziehungsweise etwaige Folgen auf Mensch und Umwelt verhindert werden.



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Letzte Aktualisierung

18.11.2015 10:36

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