Sudan Engagement Group (SEG)

Unter dem Dach der UN PRI hatte sich einst die Sudan Engagement Group (SEG) gebildet, eine Gruppe von 22 Großinvestoren mit geschätzt 2,1 Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen. Sie führte von 2008 bis 2012 aktive Dialoge mit im Sudan tätigen Unternehmen, um sie zu verantwortlicherem Verhalten zu bewegen. Zudem hat sie gemeinsam mit den PRI und dem UN Global Compact Leitsätze für ein verantwortliches Geschäft in Konflikt- und Hochrisikoregionen formuliert. Anfang 2014 fanden sich auf der Webseite der UN PRI jedoch keine Informationen mehr zu dieser Investorengruppe.

Erforderlich sei, hieß es damals, eine faire Verteilung der Einnahmen der Ölförderung zu vereinbaren, den Status der umkämpften Region Abyei zu klären und Bürger- und Eigentumsrechte von Minderheiten in beiden Ländern zu etablieren. „Aktieneigner können maßgeblich sein, indem sie unser Investitionskapital nutzen, um eine positive Kraft für Menschenrechte, gesellschaftliche Entwicklung und wirtschaftliches Wachstum im Sudan zu sein“, betonte Doug Pearce, damaliger Finanzchef der British Columbia Investment Management.
Seit 2008 hatten Investoren der UN-Prinzipien für Verantwortliches Investieren (PRI) aktiv mit im Sudan tätigen Firmen gesprochen.

Der Sudan ist seit dem Jahr 2011 zweigeteilt: Der mehrheitlich christliche Südsudan, die jüngste Nation der Welt, ist losgelöst vom islamisch-fundamentalistisch regierten Norden. Im Süden ein erbitterter Machtkampf. Wer die Macht hat, hat Zugriff auf die Öleinnahmen.
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Die Investoren hätten bis zur Gründung des Südsudan im Juli 2011 Dialoge mit Unternehmen geführt, so die PRI: „Angesichts der politischen Instabilität und geringer Beteiligungen hat die Gruppe entschieden, das Projekt zu beenden.“ Den Schlusspunkt setzte sie mit einer Fallstudie über die gelernten Lektionen und Herausforderungen. Sie ging ein in die PRI/UNGC-Leitsätze für verantwortliche Geschäfte in Konflikt- und Hochrisikoregionen: „Responsible Business Advancing Peace“ „Die Analyse ergab kein Zeichen irgendeines Versuchs des Unternehmens, von den Regierungen Sudans und Südsudans die Einhaltung der Menschenrechte zu fordern.“ Zu seinen Beziehungen zur neuen südsudanesischen Führung legte es kaum Informationen offen. Die PRI erklärt auf Anfrage: Die Gruppe „wollte die Risiken besser verstehen und die Schritte, die für in diesem Land tätige Unternehmen nötig sind, um eine Verschärfung der Instabilität und ein schlechteres Geschäftsumfeld zu vermeiden.“ Ziel s
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Weitere Entwicklung
Mitte September verlangte der Sudan auf dem ‚Mining and Food Security Forum’ in der Hauptstadt Khartoum 14 Milliarden Dollar an Investitionen, insbesondere von den arabischen Ländern, um die Infrastruktur zu verbessern sowie die landwirtschaftliche Entwicklung und die Bergbauproduktion zu fördern. Das berichtete die brasilianische Nachrichtenagentur ANBA - Unternehmen beider Länder kooperieren. Die geforderte Summe würde in den Norden des geteilten Landes fließen. Zum christlichen Süden hieß es Ende September in einer Reportage des Deutschlandfunks: „Der Südsudan wirkt bettelarm, trotz der sechs Milliarden US-Dollar, die das Land jedes Jahr durch den Verkauf von Erdöl verdient. Nur eine neue politische Elite hat von der Unabhängigkeit profitiert.“ Korruption ist bis heute ein Kernproblem, wie die Investorengruppe hilflos feststellt. Die sudanesischen Staaten, so Tadros, müssten sich – wie ganz Afrika – auf ihre Kulturgeschichte besinnen und nicht das falsche Afrikabild der Europäer bestärken, es gebe dort nur Stammeskriege unter korrupten Regierungen.

Dokumente
Leitsätze für ein verantwortliches Geschäft in Konflikt- und Hochrisikoregionen

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„Responsible Business Advancing Peace“
Sudan Engagement Group (SEG)
Leitsätze für ein verantwortliches Geschäft in Konflikt- und Hochrisikoregionen

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Börse, Börsenindex

Letzte Aktualisierung

29.04.2015 09:46

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