IPCC: Bericht 2013

Einleitung

Im September 2013 erschien der erste Teil des neuesten IPCC-Bericht nach der Vollversammlung des UNO-Klimarates in Stockholm. Dieser ist das Ergebnis mehrjähriger Arbeit von zahlreichen Wissenschaftlern. Weitere Blöcke sollen bis Oktober 2014 veröffentlicht werden. An der Ausarbeitung des Berichtes waren 259 Autoren beteiligt, 60 Prozent davon waren bei der Verfassung des vorangegangenen Berichtes nicht aktiv. Zum Erstellen des Berichtes wurden insgesamt 9200 wissenschaftliche Veröffentlichungen bearbeitet.In diesem Bericht wird regelmäßig der aktuelle Wissensstand über die globale Erwärmung bzw. die Auswirkungen menschlichen Handelns auf das Klima zusammengetragen. Bei dem aktuellen Bericht handelt es sich um den fünften Sachstandsbericht der IPCC. Die Berichte erscheinen meist im Abstand von fünf bis sechs Jahren. Die Vorgängerberichte erschienen in den Jahren 1990, 1995, 2001 und 2007. IPCC steht dabei für "Intergovernmental Panel on Climate Change" und bedeutet im deutschen soviel wie "Weltklimarat". Zusätzlich zu den IPCC-Berichten sind zudem auch Sonderberichte zu unterschiedlichen Themen veröffentlicht worden.

Das zusammengetragene Wissen über die globale Temperatur zeigt wie sich das Klima verändert hat und in Zukunft verändern wird.
Allerdings muss beachtet werden, dass es sich bei den Prognosen nur um mögliche Zustandsveränderungen handelt, deren Eintreten nicht vollendeter Sicherheit bestätigt werden kann. Die wichtigsten Zahlen wurden durch den Vizepräsidenten des IPCC, Thomas Stocker zusammengefasst. So habe es seit 800.000 Jahren nicht mehr vergleichsweise viel CO2 und Methan in der Erdatmosphäre gegeben, wie heute. Insgesamt 93 Prozent der Energie, die von den Treibhausgasen auf der Erde festgehalten wird, nehmen die Ozeane auf. (Quelle: IPCC2014.de; GutWetter Verlag UG Berlin). Der Globalen Erwärmung soll vor allem durch den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien entgegengewirkt werden, um so den CO2-Austoß zu mindern. Wie die Chancen der Erneuerbaren Energien betrachtet wurden ist bereits im IPCC Bericht von 2007 dargelegt worden.

Im folgenden sind die wichtigsten Aussagen des IPCC-Berichtes 2013 zusammengefasst:

1. Globale Erwärmung
Der aktuelle IPCC-Bericht belegt die These, dass das menschliche Handeln die größte Einwirkung auf das Klima ist. Zwar gibt es natürliche Schwankungen des Klimas, jedoch haben die natürlichen äußeren Antriebe seit 1950 nicht mehr zu dessen Erwärmung bzw. Veränderung beigetragen. Laut IPCC liegt der Anteil dieser Faktoren bei gerade einmal 0,1 Grad. Zurückblickend auf die letzten 30 Jahre handelte waren dies die wärmsten Jahrzehnte seit mindestens 1400 Jahren. Diese genauere Zeitspanne lies sich aufgrund besserer Proxidaten ermitteln. Im Bericht von 2007 konnte dies nur über die letzten 1300 Jahre gesagt werden. Für die Erwärmung bis 2100 wird unter gleichbleibenden Bedingungen ein Temperaturanstieg um 4 Grad prognostiziert - ein ähnlicher Wert wie im vorherigen Bericht. Ein Vergleich mit den Klimadaten aus 2001 und von 2007 bestätigt dies.
Obwohl sich die Globale Temperatur seit dem letzten Bericht nicht mehr groß Erwärmt hat, geben Wissenschaftler jedoch keine Entwarnung. In einem Interview des klimaretter.info mit Hartmut Graßl, einem renommierten Klimawissenschaftler, heißt es: "Es gibt eine "Erwärmungspause" an der Erdoberfläche, aber das ändert an der Gesamttendenz nichts. Wer sich die Temperaturkurve der Erde genauer ansieht, wird immer wieder Jahrzehnte finden, die gegenüber dem vorhergehenden eine leichte Abnahme oder Stagnation zeigen – entweder, weil es einen großen Vulkanausbruch gab, oder weil die Meere aufgrund veränderter Meeresströmungen mehr Wärme aufnehmen. Letzteres scheint derzeit der Fall zu sein." (Quelle: www.ipcc14.de)

Problematisch bleibt aber: Ein großer Teil der Erwärmung wird irreversibel sein. Selbst bei einem absoluten Nullpunkt der Emissionen bleiben die Temperaturen noch Jahrhunderte konstant auf dem bis dahin erreichten Niveau. Die Veränderung des Klimas hat weitreichende Folgen, dessen Umfang gegenwärtig noch gar nicht ausreichend gemessen werden kann. Bekannt ist aber nun das die Weltweiten Ökosysteme empfindlicher auf die Globale Erwärmung als noch in den vorangegangenen IPCC Berichten angenommen.

2. Der Anstieg des Meeresspiegels
Laut IPCC-Bericht verläuft der Anstieg des Meeresspiegels schneller als in den letzten beiden Jahrtausenden. Prognosen zeigen sogar eine zunehmende Geschwindigkeit des Anschwellens unabhängig vom Emissionsszenario und Klimaschutz. Gegenüber dem vierten IPCC-Bericht ist dies die größte Änderung. Dieser erheblich rascher verlaufende Anstieg des Meeresspiegels würde eine Erhöhung von 28-98 cm bis zum Jahre 2100 bedeuten. Dieser Wert liegt damit um über 50% der vorangegangenen Prognosen, welche bei 18-59 cm lagen. Findet eine Senkung der Emissionen nicht schnellstmöglich statt, rechnen die Wissenschaftler mit einem Anstieg um 1 bis über 3 Metern bis zum Jahre 2300. (Quelle: www.scilogs.de)

Zum steigenden Meeresspiegel kommt es aufgrund der CO2-Emissionen die eine Erwärmung des Klimas hervorrufen welches zum Abschmelzen der Eismassen führt. Problematisch sind dabei vielmehr die abschmelzenden Eismassen des Festlandes als die des Meereises, da sich das Meereis bereits im Gewässer befindet. Konsequenzen aus dem Anstieg sind höhere und häufigere Sturmfluten und das Abtauchen von Landflächen und dem damit einhergehenden Verlust von Lebensraum.

Wie schon in den vorangegangenen Berichten finden sich keine Extremszenarien in der aktuellen Fassung. Manche Forscher kritisieren dies und glauben, dass der Rat zu vorsichtig urteile. Das möglicherweise größte Risiko zeige sich bei starker Erwärmung erst auf lange Sicht: Der Anstieg der Meere würde auch ferner Zukunft weitergehen. Der tatsächliche Anstieg des Meeresspiegels im 21. Jahrhundert und die Aussage das "Global Warming" hauptsächlich auf den Menschen zurückzuführen ist, sind die zentralen Aussagen die den IPCC-Bericht 2013 von seinen Vorgängern unterscheidet. Problematisch wirkt sich das Ansteigen des Meeresspiegels besonders für (kleinere) Inseln und Küstenregionen aus, wie dies bereits im IPCC-Bericht von 2007 festgestellt wurde.

3. Meeres- und Festlandeis
Zu den größten Landeismassen zählt der grönländische Eispanzer. Anders als zuletzt angenommen ist dieser jedoch weniger stabil. Bei eine, Abschmelzen des grönländischen Eisschildes könnte sich der Meereswasserspiegel um bis zu 7 Meter erhöhen.
Dem IPCC-Bericht zufolge könnte ein Totalverlust des grönländischen Eisschildes schon bei einer Erwärmung von 1 - 4 Grad erfolgen. Im vorigen Bericht Lagen die Temperaturwerte für diesen Fall noch zwischen 1,9 – 4,6 Grad. Die war nicht zuletzt der Grund dafür das sich die internationale Klimapolitik auf Begrenzung der Erwärmung auf unter 2 Grad geeinigt hatte.
Bei einem Beibehalten der gegenwärtigen Emissionen könnte dies bedeuten, das der arktische Ozean schon vor Erreichen der Mitte des Jahrhunderts im Sommer eisfrei ist. Noch im letzten Bericht war dies erst gegen Ende des Jahrhunderts prophezeit worden.

"1,4 Milliarden Menschen in Asien hängen am Tropf des Himalajas: Sie nutzen das Fluss- und Grundwasser, das aus dem Gebirge strömt. Ähnliche Abhängigkeit besteht in den Anden in Südamerika. Bis Ende des Jahrhunderts drohten 15 bis 55 Prozent der Gletschermasse in außerpolaren Regionen zu schwinden, warnt der Uno-Report. Trinkwasserreservoire ganzer Regionen sind in Gefahr.
Die 160.000 Eiskappen der Erde wurden bislang allerdings nur stichprobenartig untersucht. Bei lediglich 120 Gletschern wird eine jährliche Bilanz errechnet, nur bei 37 reichen die Aufzeichnungen weiter als 30 Jahre zurück. Messungen der Erdanziehungskraft aber haben großflächig Eisverluste bestätigt, selbst in der Antarktis." (Quelle: www.Spiegel.de)

4. Niederschläge
Je stärker die Treibhausgase zur Erwärmung des Klimas beitragen, desto häufiger treten Hitzewellen auf, extremer Frost hingegen würde seltener vorkommen. Bezogen auf die Frage nach zunehmenden Niederschlägen prognostiziert, der IPCC Report das durch die globale Erwärmung trockene Gebiete noch trockener und feuchte Gebiete noch feuchter werden. Hierdurch werden die Lebensbedingungen der betroffenen stark beeinflusst. Die Landwirtschaft wird in ohnehin schon trockenen Regionen wie Afrika kaum noch zu betreiben sein, wodurch der Hunger in diesen Gebieten stärker um sich greift. Anders ist es aber zum Beispiel in Europa und Amerika. So wird vermutet das Starkniederschläge in Nordamerika und Europa bereits zugenommen haben. Darüber hinaus könnten künftig die extremen Niederschlagsereignisse über den meisten Landgebieten der mittleren Breiten und feuchten Tropen intensiver und häufiger werden. Ein Beispiel ist der indische Monsun, der sich in den Folgejahren entweder verstärken wird oder ganz ausfällt. Beide Szenerien hätten Katastrophale Auswirkungen auf den südasiatischen Raum und dessen Bewohner, da die Landwirtschaft stark von dem Monsun abhängig ist.

5. Auswirkung der Erwärmung auf die Ozeane
Der IPCC rechnet bei zunehmenden Emissionen mit einer Abschwächung der atlantischen Ozeanzirkulation. Hinzu kommt das sich durch den Ausstoß von CO2 nicht nur das Klima ändert, sondern auch die CO2-Konzentration im Meerwasser zunimmt und dadurch die Weltmeere versauern. Im Wasser entsteht durch das CO2 zunehmend mehr Kohlensäure, wodurch Algen, Muscheln und Korallen nur schwer ihre Kalkskelette aufbauen können. Der IPCC-Bericht warnt davor, dass der pH-Wert bereits gesunken sei. Mit dem Verschwinden dieser Arten würde zudem eine wichtige Lebensgrundlage für eine Vielzahl anderer größerer Meeresbewohner verloren gehen. Es besteht also die Möglichkeit des Biodiversitätsverlustes im Ozean. Darüber Hinaus wirkt sich eine Verunreinigung des Meerwassers auch auf unser Trinkwasser aus. Es besteht die Möglichkeit das die Unreinheiten des Meerwassers über den Wasserkreislauf in das Grundwasser gelangen und im schlimmsten Falle den Menschen erreichen.

Um weitere Details über den IPCC Report und die Veränderung des Klimas zu erfahren besuchen Sie die eigens dafür eingerichtete Internetseite: www.ipcc14.de


Dokumente

Final Draft Underlying Scientific-Technical Assessment

Interne Links

Externe Links

Homepage IPCC
Weltklimabericht 2014
Zusammenfassung des IPCC Berichtes

Schlagworte

IPCC, Klima, Klimawandel

Letzte Aktualisierung

29.09.2015 09:46

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