IPCC AR4 AG III: Verminderung des Klimawandels, 2007

Die Arbeitsgruppe III hat den aktuellen Stand der Forschung zu technischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten des Klimaschutzes zusammengefasst. Dabei geht es im wesentlichen um das technische und wirtschaftliche Potential zu Emissionsminderungen der Treibhausgase, um so mögliche politische Handlungsoptionen zum Klimaschutz und den Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu erarbeiten. Festhalten lässt sich, dass sich seit dem 3. Sachstandsbericht 2001 die wissenschaftlichen Methoden zur Abschätzung von Treibhausgas-Minderungspotenzialen wesentlich verbessert haben, insbesondere in regionaler und sektoraler Hinsicht.

Konkret heißt es in diesem Bericht u.a., dass die Treibhausgasemissionen zwischen 1970 und 2004 um 70 Prozent gestiegen sind. Das Treibhausgas Kohlendioxid ist in der Zwischenzeit um ca. 80 Prozent gestiegen. Den höchsten Anteil an diesem Anstieg hatten die Energieversorgung und der Verkehr. Beim gegenwärtigen Emissionstrend wird bis 2030 – je nach Annahme über Wirtschafts- und Technologieentwicklung – mit einem weiteren Anstieg um 25 bis 90 Prozent gerechnet. Für Kohlendioxid wird sogar ein Anstig um 45 bis 110 Prozent prognostiziert.
Es existieren jedoch wirtschaftliche Maßnahmen, die den Ausstoß an Treibhausgasen verringern könnten. Oft ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen nötig, um den Ausstoß an Treibhausgasen zu vermindern. Ein Hauptbereich ist dabei die effiziente Energieerzeugung, -verteilung und -nutzung durch Kraft-Wärme-Kopplung, erneuerbare Energiequellen, Ersatz von Kohle durch Gas, effizientere Fahrzeuge, Beleuchtung und Stromnutzung, bessere Wärmedämmung und Wärmerückgewinnung. Auch Maßnahmen wie die Verlagerung von Verkehr von der Straße auf die Schiene, verbesserte Nutzung von Stickstoffdünger und bessere Methoden zum Reisanbau in der Landwirtschaft und (Wieder-)Aufforstung und Nutzung von Forstprodukten als Ersatz für fossile Brennstoffe gehören dazu.

Laut Bericht müssten bis zum Jahr 2050 die Emissionen an Treibhausgasen um 50 bis 80 Prozent gesenkt werden, wenn der Temperaturanstieg bei 2 bis 2,4 °C begrenzt werden soll. Neben Energieeffizienz spielen dann vor allem kohlenstofffreie Energiequellen und die Abscheidung von Kohlendioxid aus den Abgasen von Kraftwerken eine bedeutende Rolle.

Klimaschutz als ein wesentlicher Bestandteil nachhaltiger Entwicklung: Mit geringeren Emissionen von Luftschadstoffen und effizienter Energienutzung verbessert der Klimaschutz die menschliche Gesundheit und erhöht die Sicherheit der Energieversorgung. Der Bericht warnt aber auch vor Zielkonflikten zwischen Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung. So darf beispielsweise der Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung auf Kosten der Ernährungssicherheit gehen. Hier sind verbindliche Regeln nötig, um solche Probleme zu vermeiden.

Eine Kurzzusammenfassung, erstellt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), den 4. Sachstandsbericht (AR4) des IPCC in deutscher Sprache finden Sie hier.


Dokumente
Contribution of Working Group III to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change, 2007 4. Sachstandsbericht (AR4) des IPCC (2007) über Klimaänderungen: Teil III - Verminderung des Klimawandels Kurzzusammenfassung
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Schlagworte

IPCC, Klimawandel

Letzte Aktualisierung

03.11.2015 11:07

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