Schweden: Nachhaltigkeitsbericht

Das schwedische Komitee für Umweltziele (Committee on Environmental Objectives) hat seinen Bericht „Die zukünftige Umwelt - unsere gemeinsame Verantwortung“ (The future environment – our common responsibility) im Juni 2000 der Regierung übergeben.

Zum Thema „Saubere Luft“ hatte das Parlament (Riksdag) bereits als Oberziel formuliert:

„Die Luft muss so sauber sein, dass sie kein Risiko für die Gesundheit, Tiere, Pflanzen oder das kulturelle Erbe darstellt.“

Das Komitee schlägt vor, die weiteren Aussagen des Parlaments hierzu zu konkretisieren und insbesondere folgende Grenzwerte für Luftschadstoffe festzusetzen:

SchadstoffKonzentration, die nicht überschritten werden sollte (in Mikrogramm/m³) (1 Mikrogramm = ein Tausendstel Gramm)Mittlere Messhäufigkeit
Benzol1Jahr
Benzo(a)pyren0,0001Jahr
Ethylen1Jahr
Formaldehyd10Stunde
Feinstpartikel (kleiner 10 Mikrometer) (PM10)30 // 1524 Stunden // Jahr
Ruß10Jahr
Schwefeldioxid5Jahr
Stickoxide100 // 20Stunde // Jahr
Ozon80 // 50Stunde // Sommermonate (April - Oktober)

Bzgl. der vom Menschen verursachten Versauerung schlägt das Komitee folgende mittelfristige Ziele vor:
  • Begrenzung der von Versauerung betroffenen Oberflächengewässer bis zum Jahr 2010 auf 5 % aller Seen und 15 % der übrigen Oberflächengewässer;
  • Stop des Trends der vom Menschen verursachter Versauerung und Beginn von Sanierungsmaßnahmen vor dem Jahr 2010;
  • Senkung der Emission von Schwefeldioxid in die Luft bis zum Jahr 2010 um mindestens 25 % (bezogen auf 1995) auf 72.000 Tonnen;
  • Senkung der Emission von Stickoxiden in die Luft bis zum Jahr 2010 um mindestens 55 % (bezogen auf 1995) auf 155.000 Tonnen.
Als Maßnahmen zur Durchsetzung dieser Ziele schlägt das Komitee vor:
  • Abstimmen des Energiebesteuerungssystems auf die nationalen Umweltziele.
  • Einführung des Rechts für Lokalbehörden zur Erhebung von Straßengebühren.
  • Klärung der Frage, ob die Abgabe auf Stickoxide, die sich als wirksam erwiesen hat, nicht auf andere Sektoren ausgedehnt werden sollte.
  • Kraftfahrzeug- und Treibstoffsteuern sollten daraufhin geprüft werden, wie sie die Verbraucher zu emissionsärmeren Fahrzeugen und Kraftstoffen bewegen können.
  • Schweden sollte auf EU-Ebene sich für eine Gesetzesänderung stark machen, die erlaubt, ökologisch effektive Systeme der Besteuerung pro Kilometer für Dieselkraftstoffe (Schwerlastverkehr) einzuführen.
Weitere Vorschläge betreffen die Überdüngung von Gewässern (Eutrophierung), toxische Stoffe, Strahlung, Schutz der Ozonschicht, Grundwasser, Städtische Umwelt und andere Themen.

Zum Erreichen der detailliert aufgegliederten Ziele empfiehlt das Komitee drei Strategien:
  • die Strategie der Effizienzsteigerung (efficiency enhancement strategy): Steigerung bei der Effizienz der Nutzung von Energie und von Transportvorgängen.
  • die Ökozyklus-Strategie (ecocycle strategy): Sie legt den Schwerpunkt auf die die Schaffung von Niedrig-Energie- und Niedrig-Material-Ökozyklen und die Senkung der Freisetzung von Schad- und Nährstoffen.
  • die Ressourcenmanagement-Strategie (resource management strategy): Sie zielt darauf, gute Managementpraktiken im Umgang mit Boden, Wasser und der städtischen Umwelt herzustellen; hier geht es um sorgsame Nutzung und umweltverträgliche Siedlungsplanung und Bebauung.
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Berichte, Schweden

Letzte Aktualisierung

29.09.2015 08:32

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