Tipps für Verbraucher

Um nachhaltig und verantwortungsvoll mit den Ressourcen der Mutter Erde umzugehen, wurden bereits von der EU eine Energie- und Klima-Roadmap bis zum Jahr 2050 entwickelt. So dient die Energie-Roadmap dazu, verschiedene Wege zu sektorspezifischen Zielen aufzuzeigen, unter dem Schwerpunkt, inwiefern Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit durch die Transformation zu einer CO2-emissionsreduzierten Wirtschaft (low-carbon economy) verbessert werden können. Die Ziele der EU-Energiepolitik lauten in dem Zusammenhang Nachhaltigkeit, Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Die Klima-Roadmap 2050 stammt aus dem Jahre 2008 und hat zum Ziel die notwendige Treibhausgasreduktion der Industrienationen von 80-95% bis zum Jahre 2050 zu realisieren. Dazu zählen ebenfalls der Ökologische-Fussabdruck und der Wasser-Fussabdruck, die den jeweiligen Ressourcenverbrauch des Landes symbolisch darstellen. Doch was kann der Verbraucher konkret an seinem Verhalten ändern. Im folgenden Artikel werden Tipps für Verbraucher im Alltag für diese drei Kategorien vorgeschlagen:
  • Energie sparen
  • Wasser sparen
  • Sprit sparen

Energie sparen

Auf die Effizienzklasse achten: Bei dem Kauf von Haushaltsgeräten sollte man auf die Effizienzklassen achten. Dabei entspricht die Effizienzklasse "A" heute schon nicht mehr den neuesten Energiespar-Standards. Insofern sollte der energiesparende Verbraucher beim Kauf auf die Labels "A+", "A++" und "A+++" achten. Eine Anschaffung der Haushaltsgeräte in dieser Energieklasse lohnt sich, da Kühlgeräte rund ein Drittel des Stroms im Haushalt verbrauchen.

Die richtige Raumtemperatur beachten: Die Hausregel beim Sparen von Heizkosten lautet: Mit jedem Grad weniger sparen Sie sechs Prozent Heizkosten. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass Sie die Raumtemperatur auf 18 bis 20 Grad beschränken.

Heizung nicht an und aus machen: Sollten Sie nachts oder tagsüber nicht zu Hause sein, stellen Sie die Heizung nicht ganz ab, sondern drosseln Sie sie lediglich. Besonders Häuser mit Ziegelmauern speichern Wärme und brauchen, wenn sie erstmal abgekühlt sind, einiges an Heizenergie, bis es im Raum wieder warm wird.

Richtiges Lüften: Als Faustregel gilt: Besser die Fenster für ein paar Minuten ganz öffnen als stundenlang gekippt lassen. Beim Stoßlüften tauscht sich die Luft inklusive der darin enthaltenen Feuchtigkeit schneller aus. Wird ständig durch einen Spalt gelüftet, kühlen Möbel und Zimmer unnötig aus. Sie heizen buchstäblich zum Fenster hinaus.

Stromanbieter wechseln: Günstige Tarife für Stromanbieter kann man gut im Internet ausfindig machen. Im Februar 2013 hat z.B. die Stiftung Warentest Vergleichsportale im Internet getestet, deren Urteil meist mit "befriedigend" bewertet wurde. Faire Angebote zu Tarifbedingungen erhält man zum Beispiel im Energieverbraucherportal. Bei dem Vertragsabschluss sollte jedoch auf die verschiedenen Vertragsbestandteile geachtet werden, wie die monatliche Abschlagszahlungen, kurze Anschlusslaufzeit nach Ablauf des Erstvertrags, Preisgarantie und die Kündigungsfrist.

Heizanlage kontrollieren: Um Strom sparen zu können, sollte man nicht nur sein eigenes Verhalten verändern, sondern möglicherweise auch das seiner Heizanlage. "Klassiker"-Tipp: Durch die Entlüften der Heizung kann der Betriebsdruck wieder ausgeglichen werden.

Stand-by: An Elektronikgeräten wie Fernseher, Drucker, Monitor oder Hifi-Anlage verbraucht die Stand-by-Anzeigen besonders viel Strom. Deshalb gilt es alle Geräte komplett abzuschalten, beispielsweise mit einer Mehrfach-Steckerleiste mit Netzschalter. Möchte man den Stand-by-Komfort beibehalten, so gibt es die Möglichkeit ein Zuschaltgerät dazwischenzuschalten und so das Hauptgerät über die Fernbedienung richtig abzudrehen. Man sollte ebenfalls beim Kauf auf den Verbrauch im Stand-by-Modus achten, da ein Fernseher im Stand-by-Betrieb zwischen zwei und acht Euro jährlich verbraucht.
GerätStand-by Verlust in Kilowattstunden pro JahrZusätzliche Kosten im Jahr in Euro (aufgerundet)
Videorekorder125,923
Fernseher83,215
Radiowecker12,62


Energiesparlampe: Energiesparlampen haben den Vorteil, dass sie nur ein Fünftel Energie verbrauchen im Vergleich zu normalen Glühlampen. Ein Nachteil ist der Kostenfaktor, da Energiesparlampen noch immer teurer als herkömmlich Glühlampen sind. Halogenlampen brauchen zwar weniger Energie als Glühlampen, allerdings sind sie in der Regel teurer als Glühlampen und man braucht auch mehr Halogenlampen, um einen Raum auszuleuchten. Dieser Aspekt lässt den Energiespareffekt geringer werden.

"Auf Ökostrom umsteigen": Klimafreundlicher Strom ist in vielen Fällen billiger als der von herkömmlichen Anbietern. Vier in Deutschland zertifizierte Ökostromanbieter beliefern das gesamte Bundesgebiet: Lichtblick Strom, Naturstrom, Wemio und Greenpeace Energy.

Wer sich neue Möbel aus Holz anschaffen will, sollte auf deren Herkunft achten. Einige Holzarten wie Mahagoni oder Teak kommen aus bedrohten Urwäldern oder aus Plantagen auf ehemaligen Urwaldgebieten und sollten gemieden werden. Holz und Holzprodukte mit dem Österreichischen Umweltzeichen stammen überwiegend aus nachhaltiger Forstwirtschaft und enthalten keine umwelt- und gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffe.

Wasser sparen

Bad: Unter der Dusche: Durch die Installation eines Sparduschkopfes wird dem Wasserstrahl Luft beigemischt, sodass pro Minute weniger Wasser herausströmt. Während herkömmliche Duschköpfe bis zu 25 Liter pro Minute durchlassen, verbraucht ein Sparduschkopf 9 bis 12 Liter. Falls Sie gerne wissen möchten, wie hoch der Durchfluss ihres aktuellen Duschkopfes ist, sollten Sie ihn einfach auslitern. Dies bedeutet, dass man die Zeit messen sollte, die die Brause braucht, um ein Gefäß mit 1 Liter Wasser zu füllen. Danach wird die Menge auf eine Minute hochrechnen. Außerdem kann auch die Installation von Durchflussbegrenzern helfen, die man einfach zwischen die Duscharmatur und den Duschschlauch montieren kann.

WC: Bei dem WC sollte man darauf achten, dass der Spülkasten dicht ist. Eine neue Erfindung ist der 4,5-Liter-WC mit dem der Wasserverbrauch um bis zu 60 Prozent reduziert werden kann.
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Küche: Wasserhähne: Ein tropfender Wasserhahn kann bis zu 45 Liter Wasser am Tag verbrauchen, weshalb man einen undichten Wasserhahn so schnell wie möglich reparieren sollte. Geschirrspüler: Eine Geschirrspülmaschine verbraucht weniger Wasser als ein Abwasch von Hand. Denn eine moderne Maschine kommt für 12 Gedecke mit 12 - 14 Litern aus, wohingegen der Abwasch von Hand ca. 50 Liter erfordert. Wenn eine neue Geschirrspülmaschine angeschafft wird, sollte neben Preis und Qualität auch auf den Strom- und Wasserverbrauch geachtet werden.

Waschmaschine: Bei den Waschmaschinen gilt dasselbe wie bei den Geschirrspülmaschinen: Die Maschinen werden immer sparsamer produziert. Während ein altes Gerät noch 135 Liter Wasser benötigte, braucht eine neue Waschmaschine nur noch 34-49 Liter (bei 5kg Füllmenge). Ein Kombigerät mit Trockner ist jedoch weniger empfehlenswert, da ein solches Gerät zum Trocknen der Wäsche zusätzlich 25-85 Liter Wasser für den Kondensationstrockner verbraucht. Beim Waschvorgang sollte die Trommel ganz gefüllt sein, das heißt, wenn nur noch eine Faust darin Platz hat. Das Sparprogramm sollte im Falle von halbgefüllten Maschinen verwendet werden.

Handwäsche: Fügt man dem Spülwasser etwas Essig hinzu, wird für das Ausspülen der Handwäsche weniger Wasser benötigt, da die Seife schneller heraus geht und die Farben länger leuchten.

Allzweckreiniger:Bei der Verwendung von Allzweckreinigern, sollte man auf die richtige Dosierung des Allzweckreinigers achten. Verwenden Sie kaltes Leitungswasser, um Ihre Böden, Fenster und andere Oberflächen zu reinigen und dabei die Umwelt zu schützen. Für Verpackungsmaterial werden Rohstoffe und Energie benötigt. Führen Sie daher Verpackungsabfall der Wiederverwertung zu. Dadurch helfen Sie, die Umwelt zu schützen, und sorgen für eine optimale Nutzung von Rohstoffen und Energie.

Regenwassernutzung: Eine Regenwassernutzungsanlage kann dabei helfen ca. 50 % des Trinkwassers im Haushalt einzusparen. Die Regenwasseranlage sammelt das Regenwasser auf dem Dach und leitet es in einen Tank und von dort wird über separate Leitungen die Waschmaschine versorgt. Genutzt werden kann Regenwasser z.B. für die Wäsche, WC oder das Gießen von Pflanzen.

Autowaschen: Waschanlage: Möchte man sein Auto säubern, sollte man eine Autowäsche in der Waschanlage bevorzugen. Am besten sucht man sich eine aus, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet wurde, da in diesen Anlagen das Wasser zum großen Teil wiederverwendet wird und nur ein kleiner Teil ausgetauscht werden muss. Im Vergleich zu einer Wäsche mit Schlauch, die jedes Mal ca. 150 Liter Wasser beansprucht, reichen in einer ausgezeichneten Waschanlage pro Auto 10 - 50 Liter Wasser aus. Älter Waschanlagen ohne Wasserrecycling verbrauchen jedoch auch 120 Liter oder sogar 170 Liter Trinkwasser pro Auto. Handwäsche: Ein Waschen in der Waschanlage wird auch dadurch gerechtfertigt, dass das Waschen des Autos per Hand auf öffentlichen Flächen und Straßen sowie auch auf unbefestigten Flächen oder Plätzen verboten ist. Das mit Putzmittel, Öl, Treibstoff und anderen Stoffen verunreinigte Wasser gelangt nämlich in den öffentlichen Regenwasserkanal.

Wasservebrauch eines Deutschen pro Tag: 122 Liter
40 LiterToilette
37 LiterBaden/Duschen
17 LiterWäsche waschen
7 LiterKörperpflege
7 LiterGeschirr spülen
6 Literputzen
5 LiterGarten sprengen
3 LiterTrinken/Kochen


Sprit sparen

Frühzeitig schalten: Anstatt den Gang bis in den hohen Drehzahlbereich ausfahren zu lassen, sollte man beim Anfahren rechtzeitig, das heißt etwa bei 2.000 Umdrehungen hochschalten, sodass die Motordrehzahl und damit auch der Verbrauch niedrig bleibt.

Kalter Motor, hoher Verbrauch: In der Startphase verbraucht ein Auto 30 Liter pro 100 Kilometer. Deshalb sollte man, besonders im Winter Kurzstrecken vermeiden. Falls es sich nicht vermeiden lässt, sollte man versuchen mehrere Kurzstreckenfahrten zusammen zu legen. Dies ist für den Motor besser und schont den Geldbeutel!

Zusätzliche Energieverbraucher im Auge behalten: Im Dauereinsatz machen zusätzliche Energieverbraucher, wie z.B. die Standheizung, Klimaanlage, die Highend Stereoanlage deutlich auf der Spritrechnung bemerkbar. Denn je nach Fahrzeug schlägt beispielsweise die Klimaanlage mit 0,7 bis zu vier Liter Mehrverbrauch pro 100 Kilometer zu Buche.

Rechtzeitig Motor aus: Laut ADAC lohnt es sich schon bei Wartezeiten unter einer Minute den Zündschlüssel zu drehen, z.B. im Stau, vor einem Bahnübergang oder einer roten Ampel. TÜV-Experten raten sogar, den Motor schon bei Wartezeiten ab 15 Sekunden abzustellen, da eine Stunde Leerlauf immerhin schon rund einen Liter Treibstoff mehr kostet. Sonderfall: Ist der Motor noch kalt, sollte man ihn besser laufen lassen.

Abstellkammer Auto wird teuer: Neigt man dazu sein Auto als Abstellkammer für Getränkekästen, Campingzubehör, alte Reifen zu nutzen, schlägt sich das ebenfalls auf den Spritverbrauch nieder. Der ADAC hat herausgefunden: pro 100 Kilogramm Last verbraucht das Auto zwischen 0,2 und 0,6 Liter mehr Kraftstoff.

Fahren Sie vorausschauend!: Vorausschauendes Fahren zahlt sich ebenfalls beim Spritverbauch positiv aus, da man bei möglichst gleichbleibender Geschwindigkeit viel Kraftstoff sparen kann. Deshalb sollte man beim Beschleunigen das Gaspedal nie ganz durchtreten. Es ist besser den Fuß vom Gas zu nehmen und den Gang so lang wie möglich drin zu lassen. Auf diese Weise kann man die Bremskraft des Motors optimal ausnutzen.

Oben ohne ist billiger: Je mehr Dinge man auf das Autodach "aufbaut", desto höheren Luftwiderstand hat das Fahrzeug. Dadurch steigert sich der Spritverbrauch ebenfalls um bis zu 50 Prozent. Deshalb sollte man den Träger nur bei Bedarf montieren und ebenfalls nach Gebrauch wieder entfernen. Dabei gilt ebenfalls: Je schneller man mit Dachlast unterwegs ist, desto teurer wird es. Aus diesem Grund und natürlich auch aus Sicherheitsgründen, sollte man nicht schneller als 130 km/h fahren.

Reifendruck kontrollieren: Beim Autofahren lohnt es sich auf den optimalen Reifendruck zu achten: Zu viel verringert die Bodenhaftung, zu wenig vergrößert die Spritrechnung. Als Faustregel gilt: 0,2 bar zu wenig kostet bis zu zehn Prozent mehr Sprit. Insgesamt sollte man am besten die Angaben des Reifenherstellers beachten.

Fenster auf!: Anstelle der Nutzung der Klimaanlage sollte man lieber die Fenster z.B. vor und auch während des Fahrens öffnen. Und auch hellere Autos werden nicht so schnell heiß wie dunklere.

Klimaanlage ja, aber richtig!: Stellen Sie den Heizungstemperaturregler auf "Kalt", Gebläse auf höchste Stufe und in den ersten Minuten Umluft einschalten. Wenn die Temperatur angenehm ist, Kühlung selektiv nutzen oder Heizungsluft zumischen. Gebläse langsam zurückfahren und die Umluft ausschalten.

Interne Links

Externe Links

Klimawandel-Energiesparen-br.de
Energiesparen-br.de
Heiz-Check
Kühl-Check
20. Weltwassertag- focus.de
Kohlendioxid-Rechner

Schlagworte

Carsharing, Energie, Gesundheit, Natur, Ressourcen, Verbraucher

Letzte Aktualisierung

08.09.2015 21:17

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