Nachhaltiges Waschen und Reinigen

Einleitung

Für die Hygiene und Sauberkeit in Privathaushalten und öffentlichen Einrichtungen, sind Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittel unverzichtbar. Sie tragen dazu bei, die Gegenstände in einem guten Zustand zu erhalten oder diesen wiederherzustellen. Sie gewährleisten zudem auch noch allgemeines Wohlbefinden und sind daher essentiell für die Gesundheit und Lebensqualität. Gleichzeitig bilden sie eine Basis für die soziale Entwicklung, was zu einer der drei Säulen der nachhaltigen Entwicklung gehört.

Auch die Reinigungsbranche engagiert sich für die Einhaltung des Prinzips der nachhaltigen Entwicklung. Daher arbeiten die Hersteller an der Verbesserung der Effizienz und Nachhaltigkeit ihrer industriellen und logistischen Aktivitäten. Die Verwendung umweltfreundlicherer Inhaltsstoffe ist folglich ein primäres Ziel. Außerdem wurden zahlreiche Initiativen entwickelt, mit denen Verbraucher über die nachhaltige Verwendung ihrer Produkte informiert werden sollen.

Doch den Großteil des ökologischen Fussabdrucks dieser Produkte, also die gesamte Umweltbelastung, die von einem Produkt ausgeht, von seiner Entwicklung und Herstellung über den Gebrauch bis zur Entsorgung, fallen beim Verbrauch durch den Verbraucher an. Denn dabei sind besonders Energie und Wasser erforderlich, die der Verbraucher verantwortungsvoll verwenden sollte, damit nicht wertvolle Ressourcen verschwendet werden.

Die Initiative "Charter Nachhaltiges Waschen und Reinigen"

Im Jahr 2004 wurde die A.I.S.E.-Initiative Nachhaltiges Waschen und Reinigen in allen EU-Ländern sowie Norwegen, Island und der Schweiz eingeführt. Die Initiative beinhaltet sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen Gebrauch sämtliche Produktkategorien von Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln. Aufgrund der Übernahme von an Nachhaltigkeitskriterien orientierten Managementmethoden auf jeder Stufe des Produktlebenszyklus schafft sie außerdem eine neue Basis.

Ihr Ziel ist über die gesetzlichen Anforderungen hinaus zu gewährleisten, dass Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus so sicher und umweltverträglich wie möglich hergestellt werden. Des Weiteren soll sichergestellt werden, dass die Produkte für den beabsichtigten Gebrauch sicher sind und den Verbrauchern alle relevanten Sicherheits- und Anwendungsinformationen zur Verfügung gestellt werden. Damit wird eine Förderung von allen Produktions- und Verbrauchsstrukturen erzielt, die stärker an Nachhaltigkeitskriterien orientiert sind.

Um an der Initiative teilnehmen zu können, müssen Unternehmen sich einer externen unabhängigen Überprüfung sowie einer jährlichen EU-weiten Kontrolle sogenannter Leistungskennzahlen (KPI) zur Messung wirtschaftlicher, sozialer und umwelttechnischer Aspekte unterziehen. Dann werden jährlich ihre Fortschritte in einem von der A.I.S.E. angefertigten Nachhaltigkeitsbericht dargelegt, der zahlreiche wichtige Leistungsindikatoren der Industrie auf EU-Ebene beinhaltet. Dazu zählen Indikatoren wie Wasserverbrauch und durchschnittlich verbrauchte Energie pro produzierter Tonne.

Ein weiteres Ziel der Initiative ist ihre Weiterentwicklung, damit ihre Nachhaltigkeitsmethoden für die gesamte Branche verbessert werden können. Dazu gehören ebenfalls regelmäßige Aktualisierungen der Initiative, sodass sie auch weiterhin das fortschrittlichste Nachhaltigkeitssicherungsprogramm zur Förderung bester Methoden in der Industrie darstellt, basierend auf Ökobilanz und Wissenschaft.

Die Steigerung von Produkteffizienz und Entwicklung nachhaltigerer Produkte in der Waschbranche
Seitdem es die Wasch- und Reinigungsmittelbranche gibt, bemüht sie sich stetige Fortschritte bei der Erhöhung der Produkteffizienz und -wirksamkeit von Waschmitteln. Gleichzeitig werden Themen wie Sicherheit und Umwelt berücksichtigt. Doch in den 1980er und 1990er Jahren sorgten innovative Entwicklungen erst dazu, dass eine Verringerung des Chemikalien- und Verpackungsanteils pro Waschgang bei gleichbleibender oder gar besserer Waschleistung erzielt werden konnte.

Für die Erforschung neuer Innovationen arbeiten Umweltforscher aus A.I.S.E.-Mitgliedsunternehmen in vielen Ländern mit Universitäten und Regierungsexperten zusammen. Eine besondere Berücksichtigung erfahren dabei die Erforschung des Umweltverhaltens, das Testen der Auswirkungen, der Risikoanalyse sowie der Ökobilanz. Durch den Einsatz dieser Instrumente wurde zu einem besseren Verständnis des Einflusses von Fertigungsvorgaben auf die Umwelt beigetragen.

Außerdem hat die Branche nach Unterzeichnung der Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung von 1992 ihre Bemühungen in Hinblick auf die Entwicklung nachhaltigerer Produkte verstärkt.

In den Jahren 1997 bis 2002 wurde für Haushaltswaschmittel der Kodex für umweltgerechte Handhabung von A.I.S.E. eingeführt. Dies hatte einen reduzierten Verbrauch an Chemikalien und Verpackungsmaterial sowie dem verstärkten Einsatz organischer Inhaltsstoffe, die besser biologisch abbaubar sind, zur Folge. Die Verbraucher wurden ebenfalls europaweit aufgefordert die durchschnittliche Waschtemperatur bei der Maschinenwäsche zu senken, wodurch die erforderliche Energiemenge deutlich sank.

Insgesamt wurden auch seit Anfang der 1990er Jahre mehrere freiwillige Initiativen im Bereich nachhaltige Entwicklung von A.I.S.E. und Cefic entwickelt. Die größte Initiative von A.I.S.E. für die in Europa vertriebenen Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittel ist jedoch die "Nachhaltiges Waschen und Reinigen"-Initiative.

Verpackung und Entsorgung
Die Verpackung spielt bei Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln eine wesentliche Rolle, da die Behältnisse, in denen die Produkte angeliefert werden, für den sauberen und sicheren Transport, die Präsentation in den Regalen und die Anwendungsfreundlichkeit des Produkts sehr wichtig sind. Außerdem stehen auf Verpackungen immer noch wichtige Verbraucherinformationen, die ebenfalls Detailinformationen zum Produkt, zur Dosierung, und zur Anwendung sowie die erforderlichen Sicherheitshinweise enthalten. Daher ist es wichtig, dass diese Verpackungsinformationen von Verbrauchern gelesen werden.

Das Ziel der Waschbranche ist daher die Verpackungsmenge zu verringern und Verpackungsrücknahmesysteme zur Optimierung der Verpackungsressourcen zu entwickeln. Denn durch Kompaktierung, eine Form der Komprimierung, werden Waschmittel in höher konzentrierter Form hergestellt. Auf diese Weise werden Größe und Gewicht des Produkts verringert, während es genauso wirksam wie herkömmliches Pulver bleibt.

Der Vorteil von Kompaktwaschmitteln ist also, dass sie weniger Energie bei der Herstellung verbrauchen und gleichzeitig weniger Rohstoffe erfordern, da sie sparsamer dosiert werden können. Folglich werden sie nur in kleineren Mengen benötigt, weshalb weniger Abfall entsteht und die Verbraucher mit kleineren Verpackungen auskommen können. Folglich wird die optimierte Verpackungsgröße durch die Produktkompaktierung gefördert, da kompaktere Produkte weniger Platz benötigen und somit auch weniger Fahrzeuge für ihren Transport erforderlich sind. Die ersten Kompaktwaschmittel kamen in den 1990er Jahren auf den Markt.

Um an der Reduktion des CO2-Fußabdrucks mitzuarbeiten, finden Sie hier ein paar nützliche Tipps für Verbraucher.

Weitere Initiativen
Zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung und Gewährleistung der Sicherheit von Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln, wurden von A.I.S.E. und Cefic einige freiwillige branchenspezifische Initiativen entwickelt.

Die Washright-Initiative wurde 1999 von A.I.S.E. entwickelt und ist eine exklusive europaweite Fernsehwerbungs- und Öffentlichkeits-Kampagne. Durch die auf den Waschmittelverpackungen abgebildeten „Washright“-Symbole sollen die Verbraucher zum nachhaltigeren Waschen angeregt werden.

HERA (Human and Environmental Risk Assessment: Risikobewertung für Mensch und Umwelt) ist eine Gemeinschaftsinitiative von A.I.S.E. und Cefic. Sie wurde 1999 ins Leben gerufen und bietet den Herstellern von Wasch- und Reinigungsmitteln für den Privathaushalt einen gemeinsamen Risikobewertungsrahmen. Ausgewertete Sicherheitsinformationen für die in den Produkten verwendeten Inhaltsstoffe werden transparent zur Verfügung gestellt. Ziel dieser Vorgehensweise ist die Förderung eines risikobasierten Ansatzes für Chemikalienvorschriften in der Europäischen Union, der als Vorbild für die Anwendung dieses Verfahrens in anderen Branchen und/oder geografischen Gebieten herangezogen werden kann. Durch den Vorsprung von fünf Jahren vor REACH leistet HERA für die nun im Rahmen der REACH-Verordnung für chemische Stoffe begonnenen Aktivitäten einen wertvollen Beitrag.

ERASM (Environmental Risk Assessment and Management) wurde 1991 als Reaktion der betreffenden Industriezweige auf die laufenden Risikobewertungsaktivitäten in Europa entwickelt.
Die gemeinsame Plattform wurde von den Verbänden der Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittelindustrie (A.I.S.E.) und der Tensidhersteller (CESIO) initiiert. Es koordiniert gemeinsame Aktivitäten der Industrie mit dem Ziel, die Grundlagen der Risikobewertung von Tensiden aus Wasch- und Reinigungsmitteln in den Umweltkompartimenten zu verbessern und zu erweitern.
Die ERASM-Aktivitäten beinhalten zahlreiche Projekte, die von Experten der Industrie und gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit anderen Interessengruppen verwaltet werden.

Responsible Care (Verantwortliches Handeln) ist eine weltweite freiwillige Initiative der chemischen Industrie, in deren Rahmen sich Unternehmen über ihre nationalen Verbände gemeinsam für die kontinuierliche Verbesserung ihrer Leistungen für Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz einsetzen und in einem regen Austausch mit Interessengruppen über ihre Produkte und Verfahren stehen.
Die Prinzipien von Responsible Care unterstützen unsere Industrie dabei, sicher, profitabel und mit der gebotenen Vorsicht mit Blick auf die zukünftigen Generationen zu agieren. Auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2002 wurde die Initiative vom UNEP als wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung gelobt.

Als die REACH-Diskussion in die kritische Phase der genauen Ausformulierung der eigentlichen Verordnung eintrat, war die A.I.S.E. die treibende Kraft bei der Gründung der DUCC-Gruppe. DUCC ist eine Plattform der Industrie, zu deren Mitgliedern europäische Verbände wie A.I.S.E. (Reinigungsmittel), COLIPA (Kosmetik), FEICA (Klebstoffe), CEPE (Farben), FEA (Aerosole) zählen. Ziel dieses Zusammenschlusses ist es, den nachgeschalteten Anwendern von Chemikalien für die Diskussionen der Chemikalien-Vorschriften ein Sprachrohr zu bieten. Ein Vorhaben, das sich derzeit in der Umsetzung befindet.

Das erste A.I.S.E.- Wäsche-Nachhaltigkeitsprojekt startete 2006. Die freiwillige mit der Initiative „Richtig Waschen“ verbundene Initiative knüpft direkt an den A.I.S.E.-Kodex für die umweltgerechte Handhabung (Code of Good Environmental Practice) an und konzentriert sich hauptsächlich auf die Länder Mittel- und Osteuropas. Die teilnehmenden Waschmittelhersteller verpflichten sich, nur Waschpulver zu vertreiben, die im Vergleich zu den klassischen normalen Pulvern um mindestens 33 % kompaktiert wurden. Ziel des Projekts ist es, weiterhin Fortschritte in puncto Nachhaltigkeit zu erzielen, indem Verbraucher über die richtige Dosierung von kompakten Wachmitteln informiert werden.

Ziel des A.I.S.E.-Projekts Energie und Wasser sparen ist die optimale Nutzung von Maschinengeschirrspülmitteln. Unternehmen, die sich im Rahmen dieser Initiative engagieren, empfehlen die Wahl eines 50°C-, 55°C- oder eines automatischen Programms. Erreicht werden soll dies über ein Logo „Energie und Wasser sparen“ auf der Verpackung und über direkte Empfehlungen an den Verbraucher mithilfe von Werbekampagnen.

Das Programm Produktverantwortung Raumdüfte ist eine neue, im Oktober 2007 gestartete A.I.S.E.-Initiative. Ziel ist es, bewährte Praktiken in der Industrie in Form einer verantwortungsbewussten Produktion, Werbung und Verwendung von Lufterfrischern in Europa zu fördern, um Verbraucher optimal zu informieren und ihnen so eine sichere Anwendung der Produkte zu ermöglichen.


Dokumente

Broschüre

Interne Links

Externe Links

sustaistainable-cleaning.com
Clean Right Initiative
Siegel-Initiative "clean-right.eu"
Technische Innovationen "clean-right.eu"
Verpackung und Entsorgung "clean-right.eu"

Schlagworte

Lebensstil, Ökologischer Fußabdruck, Verbraucher, Waschen

Letzte Aktualisierung

09.12.2015 11:31

Diesen Artikel: