CDU 2000: Aufbruch in die lernende Gesellschaft

Der Bundesausschuss der CDU Deutschlands verabschiedete am 20. November 2000 die "Bildungspolitischen Leitsätze" unter dem Motto: "Aufbruch in die lernende Gesellschaft". Im Folgenden werden wichtige Aspekte zu nachhaltigkeitsrelevanten Themen zitiert:

Gliederung

"Nur eine lernende Gesellschaft ist eine zukunftsfähige Gesellschaft. Bildung ist Schlüssel für individuelle Lebenschancen und Motor für gesellschaftliche Entwicklung. Bildung begründet Wohlstand. Kulturelle Teilhabe, politische Mündigkeit und eine berufliche Perspektive durch Bildung für alle zu ermöglichen, ist eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe. ... "


I. Grundlagen unserer Bildungspolitik

"Die CDU Deutschlands verfügt über ein bildungspolitisches Grundsatzprogramm ("Erziehung und Bildung in unserem freiheitlichen und demokratischen Bildungssystem", Beschluss des 4. Parteitags der CDU Deutschlands, 1993). Darauf bauen die vorliegenden Leitsätze auf. Der Übergang zur Wissensgesellschaft, die Globalisierung der Wirtschaft, sozialer und ökologischer Wandel sowie tiefgreifende Veränderungen in der Arbeitswelt, nicht zuletzt durch die neuen Technologien - das sind die großen Herausforderungen, denen wir uns mit diesen Leitsätzen stellen. ... "


II. Leitbild lernende Gesellschaft

"Das Wissen der Menschheit nimmt immer rascher zu und gewinnt eine immer größere Bedeutung als Produktionsfaktor. Außerdem bietet eine neue Qualität des Wissenszugangs durch die Informations- und Kommunikationstechnologien neue Chancen. ... Lebenslanges Lernen sichert die Grundlagen der Ökologischen und Sozialen Marktwirtschaft und erhöht ihre Leistungsfähigkeit. Lebenslanges Lernen schafft mehr Wohlstand für alle. ... "


III. Kopf, Herz und Hand: Bildung für den ganzen Menschen

"Es gibt keine Bildung ohne Erziehung und keine Erziehung ohne Werte. Wir brauchen Mut zur Erziehung. ..."

IV. Schulqualität ist eine gesellschaftliche Aufgabe

V. Die lernende Gesellschaft bauen, die Weiterbildung ausbauen

"Weiterbildung ist eine Wachstumsbranche ... Die CDU ist für eine Organisation der Weiterbildung im Ordnungsrahmen der Ökologischen und Sozialen Marktwirtschaft. Deshalb wollen wir nicht vorrangig in Institutionen investieren, sondern die Bürgerinnen und Bürger so unterstützen, dass sie Lern- und Beratungsmöglichkeiten ihrer Wahl nachfragen und damit die Institutionen zu mehr Flexibilität und Innovation herausfordern. Die Bildungsinstitutionen müssen konsequent auf das Leitbild der lernenden Gesellschaft ausgerichtet werden. Sie müssen Brücken bauen zum lebenslangen Lernen. ... "

VI. Innovationen in der beruflichen Bildung machen Deutschland zukunftsfähig

VII. Forschung und Lehre brauchen mehr Freiheit und Effizienz

"Die Einheit von Forschung und Lehre war die Voraussetzung für die Erfolgsgeschichte der deutschen Hochschule seit Wilhelm von Humboldt. Die Verbindung von Qualität und Effizienz ist Bedingung für ihren Erfolg in der Zukunft. Hochschulen sind Kultureinrichtungen mit Langzeitperspektive. Sie sollen historisches Bewusstsein und Zukunftsverantwortung miteinander verbinden und in der Gesellschaft vermitteln. Kurz- und mittelfristige Zweckorientierung in Forschung und Lehre darf die nachhaltige Pflege kultureller Traditionen und die naturwissenschaftliche wie auch geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung nicht einschränken. ... Wir müssen den Frauenanteil in Wissenschaft, Forschung und Technik erhöhen und die bestehenden Hindernisse und Barrieren, die die wissenschaftliche Laufbahn von Frauen verhindern, abbauen. ... "

VIII. Nachhaltige Politik für die lernende Gesellschaft

"Das Grundprinzip nachhaltiger Politik ist die Gerechtigkeit zwischen den Generationen. Die Generation, die jetzt in Verantwortung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft steht, soll so handeln, dass den nachfolgenden Generationen mindestens dieselben Handlungsspielräume zur Verfügung stehen. Dieses Grundprinzip muss Bildung und Erziehung mit einschließen.

  • Wir schulden es den nachfolgenden Generationen, das Bildungswesen zu erhalten und zu verbessern.
  • Wir schulden es den nachfolgenden Generationen, ihnen das Recht einzugestehen, für sich und ihre Zukunft selbst Verantwortung zu übernehmen.
  • Wir schulden es den nachfolgenden Generationen, dass sie das Richtige richtig lernen können. Orientierungswissen ist nachhaltiges Wissen. Das Lernen zu lernen heißt, nachhaltig zu lernen.
Es gibt Wissensbestände und Kulturgüter, die nicht veralten. Es gibt Kompetenzen und Qualifikationen, die ein ganzes Leben lang wichtig sind. Sie müssen im Mittelpunkt des nachhaltigen Lernens in den Einrichtungen des Bildungswesens stehen. Bildungspolitik gehört in den Gesamtzusammenhang nachhaltiger Politik. Sie muss auf die Situation der öffentlichen Haushalte Rücksicht nehmen. Bildungsausgaben sind Investitionen in die Zukunft und nicht Konsumausgaben. Sie haben deshalb hohe Priorität im Gesamtzusammenhang der Politik. Die erforderliche Qualitätsentwicklung in Schule und Hochschule, in Ausbildung und Weiterbildung ist nur mit zusätzlichen öffentlichen und privaten Investitionen möglich.
Wer Ressourcen für das Bildungswesen fordert, muss sparsam und effizient damit umgehen. Bildung und Erziehung sind die Grundlage für Wohlstand und Freiheit, für Frieden und Gerechtigkeit. Veränderte globale Bedingungen und tiefgreifender Wandel der konkreten Lebenswelten verlangen immer neue individuelle und gesellschaftliche Anpassungs- und
Lernprozesse. Deshalb gilt: Unsere Werte in der Welt von morgen zu verwirklichen - das erfordert den Aufbruch in die lernende Gesellschaft."


Dokumente
Aufbruch in die lernende Gesellschaft (pdf)

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Christlich Demokratische Union Deutschlands

Schlagworte

CDU

Letzte Aktualisierung

15.09.2015 17:27

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