UN Dekade der biologischen Vielfalt 2011-2020

Die Biodiversitätskonvention ("Biodiversity Convention" oder "Convention on Biological Diversity", CBD) war eines der zentralen Ergebnisse der Rio-Konferenz 1992. Bis Ende 1993 unterzeichneten 167 Staaten diese Konvention. Nach ihrer Ratifizierung durch 30 Staaten (darunter auch Deutschland) trat sie am 29.12.1993 in Kraft. Den gesamten Wortlaut findet man hier. Seitdem fanden regelmäßig UN-Biodiversitätskonferenzen statt. Die erste 1994 in Nassau (Bahamas) und die bisher letzte 2010 in Nagoya (Japan). Auf der Konferenz in Nagoya beschloss die UN eine Dekade für die biologische Vielfalt von 2011 bis 2020 auszurufen.

Die Dekade soll die Umsetzung der in Nagoya 2010 beschlossenen 20 Ziele des "Strategischen Plans für Biologische Vielfalt 2011-2020" zur Erhaltung der Artenvielfalt fördern. Für Staaten, die bereits an der Umsetzung der Ziele arbeiten soll ein weiterer Anlass geschaffen werden diese auch zeitnah zu verwirklichen. Die öffentiche Aufmerksamkeit für das Thema soll ebenfalls gestärkt werden. Hierzu finden internationale Konferenzen statt und es werden lokale Initiativen von Bürgern im Rahmen der Dekade gefördert.

Umsetzung in Deutschland
Am 8. November 2011 eröffnete Umweltminister Norbert Röttgen die Dekade der biologischen Vielfalt in Deutschland. Im Rahmen der nationalen Biodiversitätsstrategie sollen mit einem Bundesprogramm mit dem Titel "leben.natur.vielfalt" Projekte in Deutschland gefördert werden. Hierzu rief Röttgen dazu auf, unter dem Schwerpunktthema "Vielfalt genießen - Naturzeit ist Freizeit" 2012 Projekte einzureichen und eröffnete damit gleichzeitig den Wettbewerb um die besten Dekade-Projekte. Des weiteren werden verschiedene nationale Initiativen vom BMU gefördert:

  • es wurden 76 Naturschutzgroßprojekte mit mehr als 400 Millionen Euro mit "gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung"
  • Erhaltung von 125.000 Hektar bundeseigener Flächen als "Nationales Naturerbe"
  • im neuen "Bundesprogramm Biologische Vielfalt" werden konkrete Projekte zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt mit jährlich 15 Millionen Euro gefördert.
  • "BMU und BMELV werden außerdem mit dem "Waldklimafonds" Maßnahmen zur Anpassung der heimischen Wälder an den Klimawandel, zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen sowie zur Sicherung und Erhaltung der Kohlenstoffspeicherung von Wäldern und Holzprodukten fördern. Dabei sollen Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsaspekte optimal miteinander verbunden werden. Hierfür sollen ab 2013 35 Millionen Euro jährlich zur Verfügung stehen."
Interne Links
Externe Links
Homepage der UN-Dekade (englisch)
Deutsche UNESCO-Kommission: Webseite zur UN-Dekade
Webseite zur UN-Dekade
BMU: Pressemitteilung zur Eröffnung der Dekade, 08.11.11
Wettbewerb um die besten Dekade-Projekte
Nationale Biodiversitätsstrategie
Bundesprogramm Biologische Vielfalt
UN-Konvention für Naturschutz

Schlagworte

Artenschutz, Biodiversität

Letzte Aktualisierung

12.11.2015 10:38

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