Living Beyond Our Means: Natural Assets and Human Well-being

Einleitung
In "Living Beyond our Means" (Leben über unsere Verhältnisse) ist die Einschätzung der Steuerungsgruppe des Millennium Ecosystem Assessment über die wesentlichen Ergebnisse und Schlussfolgerungen dokumentiert. Die Steuerungsgruppe besteht aus Repräsentanten der Organisationen der UN, Mitgliedern von Regierungen, Nichtstaatlichen Organisationen, Wissenschaftlern, Wirtschaftsexperten und Vertretern von indigenen Völkern.

Die Steuerungsgruppe hat 10 Kernaussagen und Schlussfolgerungen aus dem Millennium Assessment herausgearbeitet:
  • Jeder Mensch auf dieser Welt ist abhängig von den Serviceleistungen der Natur und den Ökosystemen. Sie stellen die Grundlage für anständiges, gesundes und sicheres Leben dar.
  • Um die wachsende Nachfrage nach Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Pflanzenfasern und Energie zu befriedigen, hat die Menschheit in den letzten Dekaden beispiellose Veränderungen in den Ökosystemen des Planeten verursacht.
  • Diese Veränderungen dienten der Verbesserung des Lebens von Milliarden Menschen auf dem Globus. Gleichzeitig schwächten sie aber die Fähigkeit der Natur, andere ebenso überlebensnotwendige Leistungen zur Verfgung zu stellen. Hier nennt der Bericht beispielhaft folgende Serviceleistungen der Natur:
    • Selbstreinigung des Wassers
    • Reinhaltung der Luft durch Bindung von Schadstoffen und Staub
    • Schutz vor Katastrophen wie Überschwemmungen und Erdrutschen (Nachhaltige Katastrophenvorsorge)
    • Wachstum von medizinisch wirksamen Substanzen, vor allem in den tropischen Regenwäldern
  • Unter den herausragenden Problemen, die das Millennium Ecosystem Assessment identifiziert hat, sind:
    • Überfischung verursacht einen erschreckend schlechte Zustand weltweit vieler Fischpopulationen,
    • Schon kleine Veränderungen regionaler Ökosysteme gefährden das Überleben von mehr als 2 Milliarden Menschen, die in besonders trockenen Regionen der Erde leben,
    • Der menschengemachten Klimawandel übt einen immer stärkeren Druck auf doie Ökosysteme aus, da sich diese nicht in der gleichen Geschwindigkeit an die sich verändernden Umstände anpassen können.
    • Die wachsende Verunreinigung der Nahrungsmittel durch nicht oder schlecht abbaubare Pestizide und Schwermetalle
  • Die menschliche Aktivität der letzten Dekaden hat ein Zeitalter des massiven Artensterbens herbeigeführt. Auch dieses bedroht das Wohlergehen der Menschheit.
  • Der Verlust an Serviceleistungen der Ökosysteme stellt sich als bedeutendes Hindernis heraus, die Millenniumsziele (Millennium Development Goals) Reduktion von Armut, Hunger und Krankheiten zu erreichen.
  • Der Druck auf die Ökosysteme wird in den kommenden Dekaden global weiter anwachsen, solange die Menschheit nicht ihr Verhalten, ihre Einstellungen und ihr Handeln grundlegend verändert.
  • Maßnahmen zum Erhalt natürlicher Ressourcen führen wahrscheinlicher zum Erfolg, wenn ihr Eigentum lokalen Gemeinschaften übertragen wird, sie den Nutzen daraus teilen und sie in Entscheidungen über diese Ressourcen einbezogen werden.
  • Schon das heutige Wissen und die heute verfügbare Technologie können den Einfluss menschlicher Aktivität auf die Ökosysteme wesentlich reduzieren. Derzeit werden aber die Serviceleistungen der Ökosysteme als unbegrenzt und kostenlos wahrgenommen. Außerdem wird ihr wahrer Wert für die Menschheit nicht erkannt. Dies führt dazu, dass sich bereits vorhandene Technologie und Wissen nicht umfassend durchsetzen kann.
  • Ein besserer Schutz des Naturkapitals erfordert koordinierte Anstrengungen quer durch alle Regierungen, Wirtschaftsunternehmen und internationale Organisationen.
  • Künftige Entscheidungen unter anderem auf den Politikfeldern Investment, Handel, Subventionen, Steuern und Gesetzgebung beeinflussen die zukünftige Produktivität der Ökosysteme entscheidend.
Dokumente
"Living Beyond our Means: Natural Assets and Human Well-being"

Interne Links

Schlagworte

Biodiversität, Naturverbrauch

Letzte Aktualisierung

03.11.2015 10:43

Diesen Artikel: