European Maritime Day

Einleitung

Im Jahr 2008 wurde von der Europäischen Union der europäische Tag der Meere (European Maritime Day) ins Leben gerufen, um die Bedeutung der Küsten und Meere zu betonen. Seitdem findet er jedes Jahr am 20. Mai in wechselnden Küstenstädten statt. Im Jahr 2014 war Bremen die Gastgeberstadt für den europäischen Tag der Meere. Deshalb trafen sich am 19. und 20. Mai rund 1.000 Wissenschaftler, Politiker und Verwaltungsspitzen aus allen europäischen Ländern mit Meeresküste, um aktuelle Fragen zum Umweltschutz, zur Rohstoffnutzung und zu maritimen Technologien zu diskutieren. Der Mitveranstalter des Kongresses war das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur. Minister Alexander Dobrindt bezeichnete bei der Eröffnung des Kongresses die Meerespolitik als ein sensibles und komplexes Thema von besonderer Bedeutung für die Zukunft. Die Botschaft, die bei dem Kongress vermittelt werden sollte war, dass Innovation und Wachstum mit einem verantwortlichen Umgang mit dem Meer verbunden sein müssen.

Denn nur ökologisch intakte Meere sichern langfristig eine gesunde Ernährung sowie Wachstum und Beschäftigung. Meere und Ozeane stellen grundlegende Faktoren im globalen Klimageschehen dar, sie sind Quelle für Rohstoffe, Energie, Nahrung und medizinische Wirkstoffe. Außerdem ist eine globalisierte Wirtschaft ohne effiziente und umweltfreundliche Seeverkehre undenkbar.

Logo "Das Meer- Unser Blaues Wunder" des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur


NGO-Konferenz mit dem Titel "Ein anderes Meer ist möglich! Über die Grenzen des Blauen Wachstums und die Zukunft der Ozeane"

Die zum dem Europäischen Tag des Meeres stattfindende NGO-Konferenz 2014 in Bremen mit dem Titel "Ein anderes Meer ist möglich! Über die Grenzen des Blauen Wachstums und die Zukunft der Ozeane" hatte zum Ziel die Umbrüche zu analysieren, die auf der See stattfinden. Denn das ursprünglich relativ unerforschte Thema "Meer" geriet in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Forschung, sodass man schon von einer nachholenden Industrialisierung sprechen kann. Mithilfe der neuesten Technologien versuchen Forscher dunklen Winkel des Ozeans zu ergründen und somit die See Schritt für Schritt zu kultivieren. Nun werden Bereiche erforscht, die zuvor nur von der traditionellen Fischerei und Schifffahrt genutzt wurden.
Dies hat weitreichende Folgen: weltweit werden tausende von Offshore-Anlagen, Aquakulturen und Windkraftanlagen errichtet. Dazu gehören ebenfalls Ölbohrungen, die unter hohem Risiko tausende von Metern unter der Meeresoberfläche vorgenommen werden. Außerdem wird die Erkundung und Förderung von mineralischen Ressourcen aus großen Meerestiefen geplant, jedoch ohne dass ein hinreichendes Wissen über die ökologischen Konsequenzen existiert. Auch die Biotechnologie möchte den genetischen Code von Organismen der Tiefsee erforschen. Und die handwerkliche Fischerei erhält Konkurrenz von hochgerüsteten Trawlern, die die letzten lukrativen Fischbestände jagen.
Im Zuge der Globalisierung ist heutzutage der Schiffsverkehr ohne die Containerschifffahrt nicht mehr denkbar. Auch per Flugzeug und Lkw gelangen Millionen Tonnen Fisch in die Europäische Union, obwohl die Ernährungssicherheit in vielen Ländern des globalen Südens nicht gewährleistet ist.

Daher hat im Jahr 2012 die Europäische Kommission die Strategie des "Blauen Wachstums" entwickelt, bei der die weitere Erschließung der Meere vor allem als ökonomische Chance betrachtet wird. Deswegen werden die Rohstoffe der Ozeane als willkommener Ersatz für die an Land zur Neige gehenden Ressourcen betrachtet. Auf diese Weise ist das letzte und zugleich größte Ökosystem der Erde zum Objekt europäischer Politik geworden. Dies hat Auswirkungen auf Millionen von Menschen, die an den Küsten und auf See einschneidende Veränderungen erfahren. Was bisher noch fehlt sind angemessene politische Ideen, die diese Erschließung des "Blauen Wachstums" untermauern. Eventuelle Gefahren werden außerdem bei der Wiederholung der Fehler auf See gesehen, die bereits auf Land getätigt wurden. Daher müssen ausreichend ökologische und soziale Gegebenheiten berücksichtigt werden, um vorausschauend zu handeln und um nicht ganze Ökosysteme und die Existenzgrundlage von Küstengemeinden zu verlieren. Die Fragen, die bei der Konferenz diesbezüglich behandelt wurden, lauteten: "Welches Meer wollen wir? Was müssen wir tun, was fordern, damit die Belastungsgrenzen unseres Planeten und seiner Ökologie respektiert werden? Reichen die Gesetze und Abkommen der internationalen Staatengemeinschaft und der EU aus, um Fehlentwicklungen zu verhindern? Was wollen die Menschen, die seit Jahrtausenden die Küsten bewohnen und das Meer nutzen?" Ob eine Antwort auf all diese Fragen gefunden wurde, erfahren Sie bei der nächsten Aktualisierung des Artikels.


Dokumente

Entwicklungsplan Meer, (PDF)
Aktionsplan zum Entwicklungsplan Meer- Strategie für eine integrierte deutsche Meerespolitik, (PDF)

Interne Links

Externe Links

BMVI- Meerespolitik
Konferenzausschreibung zum Europäischen Tages des Meeres
Tag des Meeres
Bremen als Gastgeber für den Tag der Meere
Die Grünen: Europäischer Tag der Meere- Ozean schützen
02elf Abendblatt "Für Innovation und Nachhaltigkeit:Europäischer Tag der Meere diskutiert über Zukunft der Meerespolitik"
"Ozeane sollen stärker wirtschaftlich genutzt werden"- Abendblatt

Schlagworte

Blaues Wachstum, Nachhaltige Entwicklung, Strategien

Letzte Aktualisierung

26.08.2015 13:23

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