Schmidt-Bleek: Faktor 10, 2000

"Nachhaltigkeit wird auf dem Markte erreicht oder gar nicht. ...

Nachhaltigkeit erfordert eine gegenseitige Unterstützung ökologischer und wirtschaftlicher Entwicklungen an der Eingangsseite des Wirtschaft und Finanzen|Wirtschaftzyklus]], wo Ziele und Politiken festgelegt werden und eben nicht erst am Schwanzende, wenn die Gesellschaft bereits die Schadenskosten einer nichtnachhaltigen Entwicklung begleichen muss.

Die Dematerialisierung schafft Synergien für den Wertewandel der Gesellschaft, ganz besonders in den westlichen Ländern. Tatsächlich kann Faktor 10 in sich schon einen wichtigen Impuls und eine wertvolle Basis bieten für den Strukturwandel in Richtung einer mehr innovativen unddienstleistungsorientierten Wirtschaft und darüber hinaus kann er nachhaltige Verbraucherwünsche hervorrufen. Auf diese Weise wird Faktor 10 zu einer Schlüsselkomponente im neuen Millennium.

Niemand behauptet, alle Antworten seien jetzt alle bekannt. So stellt sich zum Beispiel angesichts der Missachtung der Menschenrechte in vielen Ländern und angesichts der Tatsache, dass es nur eine gemeinsame Erde gibt die Frage nach den Grenzen der nationalen Souveranität. Da ist auch die allgemeine Sorge um das Ungleichgewicht zwischen der Macht globaler Firmen sowie global agierender Finanzmakler und deren demokratischer Kontrolle. Welche neuen internationalen Abkommen oder Organisationsstrukturen werden gebraucht, um gerechte Entscheidungen treffen zu könen? Wer kann und soll die Risiken der Instabilitäten kontrollieren und korrigieren, die sich durch Kriege, Hungersnöte, Seuchen sowie unzureichender Behausung verursacht werden, wie auch durch den Missbrauch von Kindern in vielen Teilen der Welt?

Um diesen Planeten Erde zu einem zukunftssicheren Platz für künftige Generationen zu machen, müssen die wesentlichen Fehlentwicklungen in den wirtschaftlichen wie auch gesellschaftlichen Systemen angepackt werden – und dies gleichzeitig mit denen der ökologischen Krise (...). Trotz der verbleibenden Unsicherheiten bin ich überzeugt, dass sowohl das gesellschaftliche Gefüge wie auch das globale Ökosystem auf mittlere Sicht grossen Risiken ausgesetzt sind, wenn der Prozess der Dematerialisierung nicht sehr bald beginnt. Wenn wir jetzt damit anfangen, haben wir noch alle Optionen für einen langsamen evolutionären Übergang offen und können damit späteren revolutionären Umstürzen zuvorkommen."

Dokumente
Manifesto

Interne Links
Externe Links
Faktor X: Friedrich Schmidt-Bleek
Wie alles begann
"Wer vorne viel reingibt, kriegt hinten viel raus"
Interview
Am Anfang weniger reintun - Interview auf dem World Resources Forum in Davos, 2009
Faktor 10 Haus

Schlagworte

Dematerialisierung, Faktor 10, Literatur, Schmidt-Bleek

Letzte Aktualisierung

31.12.2014 08:45

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