Bayern: Biodiversitätsstrategie, 2008

Bayerische Biodiversitätsstrategie

Der Bayerische Ministerrat beschloss am 1. April 2008 eine Strategie zum Erhalt der biologischen Artenvielfalt in Bayern, die sogenannte „Bayerische Biodiversitätsstrategie“. Diese wird in Abstimmung mit anderen Abteilungen und unter Einbeziehung der Beteiligten umgesetzt. Dabei werden vier zentrale Ziele verfolgt:

1. Schutz der Arten- und Sortenvielfalt
Bis 2020 sollen gefährdete Arten, für die Bayern eine besondere Erhaltungsverantwortung trägt, überlebensfähige Populationen erreichen und für mehr als 50 % der Rote Liste - Arten soll sich die Gefährdungssituation um wenigstens eine Stufe verbessert haben. Negative Auswirkungen von invasiven (Definition gemäß des fünften Berichts der Ministerial Conference on the Protection of Forests in Europe (MCPFE), 2007), gebietsfremden Arten und Zuchtformen sowie von gentechnisch veränderten Organismen auf die biologische Vielfalt sollen durch frühzeitige Intervention und Präventionsstrategien eingedämmt werden.

2. Schutz und Erhalt von Lebensräumen
Dieses Ziel wird versucht in aufeinander folgenden Schritten zu erreichen. So soll bis 2015 zunächst ein funktionierendes Managementsystem für alle Natura2000-Schutzgebiete etabliert werden. Daraufhin sollen bis 2020 genügend Flächen in passender Größe und Funktionalität bereit stehen, um die biologische Vielfalt umfassend, dauerhaft und nachhaltig nutzen zu können. Dies soll durch die Vervollständigung des bayerischen Netzes aus Schutzgebieten, Trittsteinböden und anderen Vernetzungselementen – vorrangig auf freiwilliger Basis – realisiert werden. Der Rückgang von gefährdeten Lebensraumtypen soll bis 2020 gestoppt werden, so dass danach die heute nach der Roten Liste von vollständiger Vernichtung bedrohten und die stark gefährdeten Biotypen an Fläche und Anzahl wieder zunehmen können.

3. Biotopverbund
Insgesamt soll die Durchlässigkeit der Landschaft sichergestellt bzw. soweit möglich wieder hergestellt werden. Bei neuen Verkehrswegen (Straße, Wasserstraße, Schiene) soll eine ausreichend hohe Durchlässigkeit erreicht werden. Daneben soll der Erhalt von unzerschnittenen, verkehrsarmen Räumen größer 100 km² angestrebt und die ökologische Durchgängigkeit der Flüsse wiederhergestellt werden.

4. Vermittlung und Vertiefung von Umweltwissen (Flankierende Maßnahmen)
Es soll im schulischen und außerschulischen Bereich verstärkt auf die Bedeutung der Artenvielfalt und der Kulturlandschaft eingegangen werden. Ziel ist auch die Vermittlung des Know-hows zur nachhaltigen Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen sowie die ökologische Erforschung der Arten in ihren Lebensräumen. Dabei soll sowohl Grundlagen- als auch anwendungsbezogene Forschung stattfinden.

Kommentare
Die Umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Ruth Paulig, äußerte sich in ihrer Plenarrede zur Aktuellen Stunde vom 28. Mai 2008 (online nicht mehr abrufbar) zum Thema.

Auch das Wald Bündnis Bayern äußerte sich in seinem Bürgerwaldbericht 2008 dazu.

Interne Links
Externe Links
Bayerische Strategie zur Erhaltung der Artenvielfalt (Internetseite)
Bayerische Strategie zur Erhaltung der Artenvielfalt

Schlagworte

Bayern, Biodiversität

Letzte Aktualisierung

26.08.2015 13:29

Diesen Artikel: